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Börse Deutsche Aktien legen zu

Der deutsche Aktienmarkt hat am Freitag etwas zugelegt. Mit einem freundlichen Start in New York stiegen die Indizes leicht, zunächst hatten sie sich im ruhigen Handel auf dem Vortagesniveau bewegt.

huGO-BildID: 33184662 Traders are pictured at their desks in front of the DAX board at the Frankfurt stock exchange October 2, 2013. REUTERS/Remote/Stringer (GERMANY - Tags: BUSINESS) Quelle: REUTERS

Unsicherheit wegen des Haushaltsstreits in den USA und der ruhige Handel am Brückentag ließ die Anleger vor größeren Risiken zurückscheuen. Zum Wochenausklang gewann der Dax 0,29 Prozent auf 8622,97 Punkte. Damit gab der Leitindex auf Wochensicht 0,44 Prozent ab. Der MDax mittelgroßer Werte stieg am Freitag um 0,11 Prozent auf 15 129,18 Punkte. Der TecDax legte um 0,08 Prozent auf 1094,47 Punkte zu.

Der Budgetstreit in den USA bleibt das bestimmende Thema. An den Märkten spielt die Sorge um die anstehenden Verhandlungen zur Schuldenobergrenze die größte Rolle. Bei einem Scheitern nämlich rechnen Ökonomen mit ernsteren Konsequenzen als bislang - unter anderem droht ein teilweiser Zahlungsausfall des Staates in der weltgrößten Volkswirtschaft, wenn bis Mitte Oktober keine Einigung steht. Für Optimismus sorgten Medienberichte, wonach der republikanische Mehrheitsführer im Repräsentantenhaus, John Boehner, Verhandlungsbereitschaft signalisiert hat.

Eine große Verkaufsneigung sei an den Märkten bislang ohnehin noch nicht zu beobachten gewesen, kommentierte Aktienhändler Andreas Lipkow vom Vermögensverwalter Kliegel & Hafner. Große institutionelle Investoren bevorzugten derzeit weiterhin die europäischen Aktienmärkte. Zudem müssten sich diejenigen, die auf stärker fallende Kurse gesetzt hatten, nun mit Aktien eindecken.

Den Aktien der Deutschen Telekom verschaffte eine positive Analystenstudie der UBS Aufwind. Die Titel der Bonner kletterten mit plus 3,66 Prozent in die Spitzengruppe des Dax. Lufthansa-Titel stiegen um 2,05 Prozent. Die Verlagerung der Europaflüge auf die Billigtochter Germanwings werde das Ergebnis bereits im laufenden Jahr um 90 Millionen Euro verbessern, sagte Lufthansa-Passage-Chef Carsten Spohr auf einer Analystenkonferenz in London. Im Jahr 2015 soll Germanwings dann schwarze Zahlen schreiben.

Wie die Deutschen ihr Geld anlegen
Im Jahre 2012 hatten die deutschen Bürger ein Gesamtvermögen von rund 4,94 Billionen Euro. Bis auf die Jahre 2002 und 2008 stieg das Vermögen der Deutschen stetig. Wie stark es zugenommen hat, zeigt ein Vergleich mit dem Jahr 1991. Zu dieser Zeit kumulierten die privaten Haushalte ein Kapital von gerade einmal 1,9 Billionen Euro. Die Übersicht zeigt, wo sich das Geld der Deutschen befindet. Quelle: dpa
In festverzinsliche Wertpapiere wurden im vergangenen Jahr nur 238 Milliarden Euro investiert. Zwar gelten zum Beispiel Staatsanleihen aus Deutschland als besonders sicher, doch die Rendite bewegt sich oft sogar unter dem Inflationsniveau. Staatsbonds aus den Euro-Krisenländern Spanien und Italien werfen hingegen recht hohe Zinsen ab, doch das Verlustrisiko ist dementsprechend hoch. Quelle: dpa
Seit 2007 nimmt das angelegte Geld in festverzinsliche Finanzprodukte ab. 2011 lagen noch 247,1 Milliarden Euro in Staats-, Wandel, und Indexanleihen, um nur einige festverzinsliche Anlagemöglichkeiten zu nenne. Indexanleihen werden in Deutschland bisher allerdings nur selten vergeben. Emissionen solcher Anleihen erfolgen nur unter Genehmigung der Bundesbank. Quelle: dpa
Rund 259 Milliarden Euro liegen in Aktien. In Relation zum Gesamtvermögen sind das gerade einmal fünf Prozent. Anfang der 1960er-Jahre betrug der Aktienanteil noch 20 Prozent. Die Scheu, Geld in Aktien anzulegen, kann nicht mit den Renditen erklärt werden. Denn 1987 notierte der Dax noch bei 1.000 Punkten, mittlerweile hat sich der Kurs, trotz mehrfacher Rückschläge, mehr als verachtfacht. Keine andere Analagemöglichkeit bietet langfristig so hohe Renditen. Quelle: dpa
Die Entwicklung der vergangenen Jahre zeigt aber, dass der Aktienanteil zyklischer Veränderung unterliegt. Je nach Börsengeschehen verändert sich der Anteil. Während 2007 knapp 371 Milliarden Euro in Aktien investiert waren, verringerte sich das Volumen im darauffolgenden Jahr auf 182 Milliarden Euro. Die Veränderung von 2011 auf 2012 hingegen war von 222 Milliarden auf 259 Milliarden Euro wieder eine positive. Quelle: dpa
Investmentfonds unterliegen den gleichen Schwankungen wie Aktien. Im vergangenen Jahr investierten die Deutschen rund 420 Milliarden Euro in solche Fonds und damit knapp 25 Milliarden mehr als noch 2011. Doch bereits 2007 lagerten die Bundesbürger über 467 Milliarden Euro in Investmentfonds. Quelle: dpa
Geldanlagen bei Versicherungen stehen bei den Deutschen hoch im Kurs. Rund 1,5 Milliarden Euro des Geldvermögens liegen bei den Versicherungen. Besonders beliebt sind Lebensversicherung, Pensionskassen und Versorgungswerke. Quelle: dpa

Spitzenreiter im Dax waren die Aktien der Commerzbank: Nach ihrem Verlust vom Vortag in Höhe von gut zwei Prozent sprangen sie um 3,97 Prozent hoch.

Schwer tat sich indes europaweit der Stahlsektor, den die Analysten der Citigroup nun pessimistischer einschätzen. Salzgitter-Anteile waren Schlusslicht im MDax mit 2,16 Prozent minus. ThyssenKrupp-Aktien konnten ihre Verluste wieder aufholen und schlossen unverändert.

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In der Eurozone ging es etwas stärker aufwärts als in Deutschland - der Leitindex EuroStoxx 50 gewann 0,90 Prozent auf 2928,31 Punkte. In Paris betrug der Aufschlag 0,88 Prozent, in London ging es lediglich um 0,08 Prozent nach oben. In New York lag der Dow Jones zum europäischen Handelsschluss rund 0,2 Prozent im Plus.

Am deutschen Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,50 Prozent am Vortag auf 1,49 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,11 Prozent auf 133,41 Punkte. Der Bund-Future mit Laufzeit Dezember verlor 0,21 Prozent auf 139,91 Punkte. Der Euro notierte nahezu unverändert bei 1,3592 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittag auf 1,3593 (Donnerstag: 1,3594) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7357 (0,7356) Euro.

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