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Börse Ökostrom-Aktien mit Überlebenschancen

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Finanzlage

Chancen und Risiken der Ökoaktien
Aktien CentrothermBranche/LandISIN Umsatz*Börsenwertfreier Mittelzufluss*Eigenkapital/EK-QuoteNetto-Finanz-SchuldenChance/RisikoSolarmodule, Zellen/DeutschlandDE000A0JMMN2763 Mio. €201 Mio. €48 Mio. €398 Mio. € / 44 %75 Mio. €9/7(Klicken Sie auf die ISIN für den aktuellen Kurs) * 2011, geschätzt Chance/Risiko: 1 = niedrig/10 = hoch   Stand: 17. Dezember 2011 Quelle: Bloomberg, Unternehmen Quelle: dpa
Aktien General ElectricBranche/LandISIN Umsatz*Börsenwertfreier Mittelzufluss*Eigenkapital/EK-QuoteNetto-Finanz-SchuldenChance/Risikou.a. Wind/USAUS3696041033149.588 Mio. €139.788 Mio. €26.858 Mio. €97.546 Mio. € / 16 %391.560 Mio. €7/6* 2011, geschätzt Chance/Risiko: 1 = niedrig/ 10 = hoch Quelle: Bloomberg, Unternehmen Quelle: dapd
Aktien First SolarBranche/LandISIN Umsatz*Börsenwertfreier Mittelzufluss*Eigenkapital/EK-QuoteNetto-Finanz-SchuldenChance/RisikoDünnschicht-Solartechnik/USAUS33643310702945 Mio. €2814 Mio. €116 Mio. €2948 Mio. €/94 %keine8/8*2011, geschätzt Chance/Risiko: 1 = niedrig/10 = hoch Quelle: Bloomberg, Unternehmen Quelle: Pressebild
Aktien ManzBranche/LandISIN Umsatz*Börsenwertfreier Mittelzufluss*Eigenkapital/EK-QuoteNetto-Finanz-SchuldenChance/RisikoSolarzulieferer/DeutschlandDE000A0JQ5U3226 Mio. €92 Mio. €–53 Mio. €187 Mio. € / 58 %10  Mio. €8/7*2011, geschätzt Chance/Risiko: 1 = niedrig/10 = hoch   Quelle: Bloomberg, Unternehmen Quelle: Pressebild
Aktien Meyer BurgerBranche/LandISIN Umsatz*Börsenwertfreier Mittelzufluss*Eigenkapital/EK-QuoteNetto-Finanz-SchuldenChance/RisikoSolarzulieferer/SchweizCH01085037951291 Mio. €511 Mio. €140 Mio. €624 Mio. € / 59 %keine7/6* 2011, geschätzt Chance/Risiko: 1 = niedrig/10 = hoch   Quelle: Bloomberg, Unternehmen Quelle: Screenshot
Aktien NordexBranche/LandISIN Umsatz*Börsenwertfreier Mittelzufluss*Eigenkapital/EK-QuoteNetto-Finanz-SchuldenChance/RisikoWindturbinen/DeutschlandDE000A0D6554946 Mio. €281 Mio. €–59 Mio. €427 Mio. € / 39 %34 Mio. €9/7*2011, geschätzt Chance/Risiko: 1 = niedrig/10 = hoch   Quelle: Bloomberg, Unternehmen Quelle: Pressebild
Aktien Q-CellsBranche/LandISIN Umsatz*Börsenwertfreier Mittelzufluss*Eigenkapital/EK-QuoteNetto-Finanz-SchuldenChance/RisikoSolarmodule, Zellen/DeutschlandDE00055586621022 Mio. €109 Mio. €21 Mio. €425 Mio. €/27 %505 Mio. €9/10*2011, geschätzt Chance/Risiko: 1 = niedrig/10 = hoch   Quelle: Bloomberg, Unternehmen Quelle: dpa

Besonders brisant ist die Finanzlage neben Solon bei Q-Cells. Die Bitterfelder – einst größter Modulhersteller der Welt – haben drei Wandelschuldverschreibungen emittiert; eine läuft bereits im Februar 2012 aus; 200 Millionen Euro müssen dann refinanziert werden. Derzeit verhandeln die Bitterfelder intensiv mit den Gläubigern; eine möglich Stundung der dann fälligen200 Millionen ist aber derzeit durch Klagen gegen den Beschluss der Gläubigerversammlung blockiert. Derzeit hat Q-Cells noch 230 Millionen Euro an liquiden Mitteln in der Kasse; würde der Wandler komplett getilgt, hätte das Unternehmen kaum noch Geld für den laufenden Betrieb. Der Umsatz hat sich in einem Jahr fast halbiert, in den ersten neun Monaten 2011 liefen vor Steuern 419 Millionen Euro Verlust (EBT) auf; seit Oktober 2010 schrumpften die liquiden Mittel um die Hälfte, das Eigenkapital schmolz, von 880 Millionen auf nur noch 425 Millionen Euro. Kaum besser ist es um die Finanzstärke der deutschen Hersteller Conergy, Sunways, Payom und Phoenix bestellt.

Viele Unternehmen haben es zudem in den fetten Jahren versäumt, ihre Marktposition in den sonnenreichen Entwicklungsländern auszubauen; nun werden sie von der subventionierten Billigkonkurrenz aus China regelrecht überrollt. „Das Geschäftsmodell der chinesischen Unternehmen ruht auf drei Säulen“, sagt Hummel: Billig produziert wird in China. Das internationale Kapital besorgen sie sich an der Wall Street. Und registriert sind nahezu alle großen chinesischen Unternehmen wie Suntech, JA Solar, Jinko, LDK, Sunergy, Trina, und Yingli auf den Cayman Islands, Bermudas oder British Virgin Islands. Das bringt Steuervorteile.

Traditionell kreditfinanziert

Deutsche Unternehmen sind dagegen traditionell kreditfinanziert, und die Banken knausern. Hinzu kommt, dass nahezu alle Zellen- und Modulhersteller ihre Geschäftsmodelle in Richtung Solarparkbau verändern, weil die Zellenproduktion allein kaum noch Marge abwirft. „Anlagenbau ist aber Projektgeschäft, das erfordert zusätzlichen Finanzbedarf“, sagt Hummel. Deutsche Solarunternehmen sind wegen ihrer fehlenden Finanzkraft international immer weniger wettbewerbsfähig, folgert Hummel: „Der deutsche Kapitalmarkt ist nicht in der Lage, ausreichend Unterstützung zu leisten.“

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    Um dem anhaltenden Kostendruck standzuhalten, müssen die Solarunternehmen große Mengen fertigen können; außer Solarworld und First Solar sind kaum westliche Unternehmen dazu in der Lage. Nicht nur die Chinesen, auch Großkonzerne wie Sharp, LG, Bosch oder Hyundai drängen in den Markt. Sie haben bei Banken besseren Zugang zu Kredit; über kurz oder lang dürften sie die heutigen Spezialisten aus dem Markt drängen. Hinzu kommt das Know-how der Konzerne beim Fertigen großer Serien in verwandten Technologien, etwa bei Flachbildschirmen. So sollen LG, Panasonic und Sharp weitreichende Pläne zur Dünnschicht-Solarmodulfertigung in der Schublade haben. Erfolgsverwöhnten Zulieferern wie SMA rücken Elektroriesen wie ABB und Siemens auf den Pelz.

    Übernahmewelle rollt

    In die Pioniere investierte Anleger können nur hoffen, dass der eine oder andere Hersteller mit interessanter Technik oder Kundenbasis übernommen wird und sie eine attraktive Abfindung für ihre Aktien herausschlagen. „Diese Übernahmewelle ist bereits angelaufen“, sagt Analyst Zank. In den ersten acht Monaten 2011 lag das Volumen der Übernahmen im Solarsektor laut Bloomberg schon 33 Prozent über dem des gesamten Jahres 2010, bei 3,3 Milliarden Dollar. Immer öfter sind die Käufer Industriegiganten. Bosch kaufte 2009 Aleo Solar und Ersol; der Ölkonzern Total kaufte 60 Prozent an Sunpower, die Schweizer Meyer Burger schluckt gerade den Solarzulieferer Roth & Rau.

    „Weitere kleine Unternehmen mit interessanter Technik könnten wegen ihrer niedrigen Aktienkurse bald zum Ziel für Großkonzerne werden“, schrieben die Analysten der Citibank in einer Branchenstudie vergangene Woche. Kriterien, auf die Anleger achten sollten, sind zukunftsfähige Technologie (SMA, Solarworld, Q-Cells, Centrosolar, Manz, Meyer Burger, Sunpower), breite Kundenbasis, vor allem in Schwellenländern (Yingli, First Solar, Suntech, Trina Solar, Gintech, Hanwa) und hoher Streubesitz (Solarworld, Q-Cells, Yingli, Phoenix Solar, First Solar. Siehe Bildergalerie). Die Citigroup nennt zum Beispiel SMA als „attraktives Ziel für vertriebs- und finanzstarke Großkonzerne, die einen schnellen Marktzutritt“ suchten.

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