Börse Frankfurt Dax steht vor Korrektur

Von den US-Märkten mit neuen Rekordhochs zu Beginn dieser Handelswoche kann der Dax heute vor dem Börsenstart nicht profitieren. Manche Experten warnen bereits vor zu viel Euphorie unter den Anlegern.

Im Urlaubsmonat August sind die Handelsumsätze traditionell niedrig. Quelle: Reuters

FrankfurtDer Deutsche Aktienindex hat sich zum gestrigen Wochenbeginn von seiner besten Seite gezeigt. Bereits eine Stunde nach Handelseröffnung markierte er bei einem Kurs von 10.802 Punkten ein neues Jahreshoch. Zuletzt notierte er zuletzt nur noch 0,2 Prozent im Plus bei 10.739 Punkten. Dennoch ist die Stimmung in Frankfurt erstaunlich gut. „Die Kurzfriststimmung am Aktienmarkt steigt Richtung Euphorie“, schrieben die Experten der Landesbank Baden-Württemberg. Allerdings dürfte die Frankfurter Benchmark am heutigen Handelstag schwächer starten. Vor dem Börsenstart notiert der Index bei 10.714 Punkten und 25 Zähler unterhalb des gestrigen Schlusskurses.

Brokerhäuser sehen sogar noch weiteren Raum nach oben. „Die generelle Stimmung an den Börsen ist positiv“, sagte Aktienhändler Markus Huber von City of London Markets. Das Handelsvolumen war jedoch vergleichsweise gering, so dass wenige Käufe und Verkäufe größere Kursausschläge herbeiführen konnten.

Doch diese Stimmung kann durchaus ein Kontraindikator sein. Denn laut der aktuellen Handelsblatt-Umfrage zur Börsenstimmung braut sich am deutschen Aktienmarkt derzeit eine gefährliche Mischung zusammen. „Das kann nicht lange gutgehen“, meint Sentimentexperte Stephan Heibel, der die wöchentliche Erhebung auwertet. Die Zutaten der Mischung: Euphorie unten den Anlegern, gepaart mit einer sinkenden Zuversicht und gleichzeitig deutlichem Zuwachs an Verkäufern. Noch vor Woche gab es kaum Verkäufer, so dass die wenigen, übriggebliebenen Käufer eine Rally gestartet haben. Doch nun ist alles anders. Heibels Ansicht nach könne der Aktienmarkt durchaus noch weiter steigen, doch eine Korrektur sei eher eine Frage von Tagen als von Wochen. Dies müsse seiner Ansicht nach keine länger andauernde Baisse sein, aber fallende Kurse in den nächsten Tagen seien unvermeidlich.

Die Vorgaben aus Übersee für den heutigen Handel am deutschen Aktienmarkt sind gemischt: Höhere Öl-Preise haben den US-Börsen zum Wochenauftakt neue Rekorde beschert.Der Dow-Jones-Index stieg um 0,3 Prozent auf 18.636 Punkte. Der breiter gefasste S&P legte ebenfalls um 0,3 Prozent auf 2190 Stellen zu. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 0,6 Prozent auf 5262 Zähler. Alle drei Indizes markierten damit zum Handelsschluss erneut Allzeithochs. Allein der S&P 500 hat seit Juli mehrfach Rekorde gebrochen. Die japanische Börse hingegen hat am Dienstag leicht nachgegeben. Der Tokioter Leitindex Nikkei der 225 führenden Werte notierte im Mittagshandel 0,2 Prozent tiefer bei 16.837 Punkten. Der breiter gefasste Topix fiel um 0,05 Prozent auf 1315 Zähler.

Heute kommen frische Daten vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW): Der Konjunkturindex des ZEW gilt als zweitwichtigstes Barometer für die deutsche Konjunktur nach dem Ifo-Index. Zuletzt hatte eine Umfrage des Mannheimer Instituts signalisiert, dass sich wegen des Referendums über einen Brexit deutliche Skepsis unter den Händlern ausbreitet. Der Indikator des ZEW war kräftig um 26 Punkte auf minus 6,8 Punkte gefallen - auf den tiefsten Stand seit November 2012.

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