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Börse Frankfurt Dax tritt auf der Stelle

Nach den Kursgewinnen der vergangenen Tage scheint sich der Dax wieder eine Verschnaufpause zu gönnen. Zwei Stunden vor Handelsbeginn tendierte er unverändert zum Vortag. Erwartet werden erneut einige Quartalszahlen.

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Nach den Erfolgen der vergangenen Tage, nimmt der Dax wieder Tempo raus. Quelle: dapd

Düsseldorf Zum ersten Mal seit Anfang April hat der Dax am Montag wieder die Grenze von 6.900 Punkten überschritten. Das nächste Ziel, die 7.000-Punkte-Marke, ist jedoch noch weit entfernt. Zwei Stunden vor Handelsbeginn tendierte der deutsche Leitindex laut Indikatoren des Londoner Aktienbrokers IG Markets unverändert bei etwa 6.920 Punkten.

Entscheidend für den Anstieg in den letzten Tagen war wohl die großzügige Haltung der Notenbanken, die die Finanzmärkte mit üppiger, billiger Liquidität versorgen. Die zur Rettung des Finanzsystems gedachten Mittel fließen zum Teil in Aktien. Börsianer hoffen, dass die Europäische Zentralbank die Geldschleusen aufdrehen wird, um die Märkte zu stabilisieren.

Zu den Gewinnern zählten beim Wochenstart vor allem Aktien von Banken und Versicherungen. Bei der Assekuranz schoben sich Axa und Allianz Versicherung in den Vordergrund. JP Morgan stufte Allianz von "Neutral" auf "Übergewichten" herauf. Die Aktie der Deutschen Börse AG legte auch deshalb zu, weil ein Gericht in Chicago jetzt eine seit rund acht Jahren anhängige Klage der Derivate-Tochter Eurex gegen mehrere US-Terminbörsen-Konkurrenten zugelassen hat.

Zuversichtlich zeigten sich auch die Anleger in den USA. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte zum Handelsende mit einem Plus von knapp 0,2 Prozent bei 13.117 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index schloss bei 1.394 Punkten, ein Aufschlag von über 0,2 Prozent. Der Index der Technologiebörse Nasdaq schaffte ein Plus von 0,7 Prozent und ging mit 2.989 Punkten aus dem Handel.

Auch in den USA gehörten die als konstruktiv bezeichneten Gespräche von Mitgliedern der Troika aus IWF, EU und EZB mit der griechischen Regierung zu den kurstreibenden Faktoren. Ökonomen prognostizieren zudem ein Erwachen der müden US-Konjunktur.

In Europa lässt die Konjunktur jedoch nach. Zudem steigt der psychologische Druck auf die Anleger, deshalb sind die Umsätze an den Börsen eher bescheiden. "Jeder hat Angst, durch politische Beschlüsse auf dem falschen Fuß erwischt zu werden", sagt Hans-Jürgen Klisch von Raymond James & Associates.

In diesem Kontext kritisierten Experten auch das geringe diplomatische Geschick der Politik in der Euro-Krise. "Geschlossenheit sieht anders aus", hieß es mit Blick auf den Streit gerade bei deutschen Regierungsparteien. Dies zeuge von wachsender Nervosität und Ratlosigkeit in der Politik.

Das Risiko einer globalen Rezession kann die verhaltene Zuversicht der Kapitalanleger jederzeit kippen lassen. Inzwischen haben nämlich auch die größten Optimisten das wahre Ausmaß der Schuldenkrise in den Epizentren Europa und USA erkannt. Hoffnungen auf eine zeitnahe Lösung schwinden. "Das Einzige, was derzeit für die kommenden Wochen garantiert zu sein scheint, ist eine anhaltend hohe Volatilität", hieß es. Auch mit Hinweis auf die in den Vorjahren oft turbulenten Herbstmonate an den Weltbörsen verharren auf hohen Liquiditätsbergen sitzende Vermögensverwalter weiterhin in der Deckung.

Heute legen wieder zahlreiche Unternehmen ihre Quartalszahlen vor, darunter Münchener Rück, Demag, Kuka, Pfeiffer Vacuum, Bridgestone und Walt Disney. Mit Spannung werden besonders die Zahlen des Leverkusener Spezialchemiekonzerns Lanxess erwartet. Die ehemalige Bayer-Geschäftssparte gilt als heißer Kandidat für einen Aufstieg in die erste Börsenliga – den Dax-30-Index.

Aus London und Rom kommen Makrodaten zur Industrieproduktion, hierzulande wird über den Auftragseingang in der Industrie berichtet.

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