WiWo App Jetzt gratis testen
Anzeigen

Börse Frankfurt Dax weiterhin im Minus

Schwarze Wolken über Spanien trüben weiterhin die Stimmung an den Märkten. Viele Anleger fragen sich, wie es um die Finanzkraft unser iberischen Nachbarn steht. Der Dax setzt seine Talfahrt am Montag unvermindert fort.

  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:
Börse Frankfurt: Die Bären sind weiterhin am Ruder. Quelle: dpa

Frankfurt Die Furcht vor einer Eskalation der Euro-Krise sorgt am Montag für miese Stimmung an den Finanzmärkten. Der Dax verlor Morgen 0,4 Prozent auf 6.560 Zähler, nachdem er zeitweise auch leicht ins Plus drehte. In der Vorwoche musste der Index mit einem Minus von mehr als zweieinhalb Prozent den größten Wochenverlust in diesem Jahr verbuchen. Der MDax legte um 0,3 Prozent auf 10.520 Punkte zu. Der TecDax sank um 0,3 Prozent auf 775 Punkte.

„Europa steht diese Woche für die Märkte im Mittelpunkt. Vor allem die Ergebnisse der spanischen Anleihe-Auktion könnten Hinweise darauf liefern, wie stark die Krise derzeit ist,“ sagt Analyst Choi Chang-Ho von Shinhan Investment & Securities. Spanien will am Dienstag kürzer- und am Donnerstag längerlaufende Anleihen begeben. Zuletzt hatte das klamme Land Investoren wieder höhere Zinsen zahlen müssen. Aktienhändler Markus Huber von ETX Capital wies zudem auf die allgemeinen Sorgen um die Weltwirtschaft hin Die neue Woche werde ein klareres Bild darüber abgeben, in welche Richtung sich die Konjunktur in den kommenden Monaten bewegen dürfte, glaubt Huber.

Auch in Asien machten die Sorgen um Europa den Anlegern zu schaffen. Der Nikkei-Index verlor 1,7 Prozent. Die Börsen in den USA waren am Freitag ebenfalls mit deutlichen Abschlägen aus dem Handel gegangen. Der Dow-Jones-Index gab 1,1 Prozent, der S&P-500 1,3 Prozent nach. Der Nasdaq-Composite fiel um 1,5 Prozent.

Die Furcht vor einer Verschärfung der spanischen Schuldenkrise machte sich vor allem bei den Finanzwerten bemerkbar. „Es ist zu viel Angst im Markt, als dass die Finanzwerte wirklich zu einer Erholung ansetzen könnten“, sagte ein Händler. Im Dax notierten die Commerzbank und die Deutsche Bank in den ersten Minuten zeitweise 2,3 und 1,9 Prozent schwächer. Belastet wurden die Finanzwerte zudem von negativen Analystenkommentaren. So äußerten sich etwa die Analysten von JP Morgan nicht mehr so optimistisch zu den Banktiteln.

Unter den Einzelwerten gehörten Lufthansa mit einem Minus von 1,18 Prozent bislang zu den schwächsten Papieren im Dax. Im Gerichtsstreit um die Herabstufung von Flugmeilen im Bonusprogramm für Vielflieger (Miles & More) drohen der Airline laut dem Nachrichtenmagazin „Spiegel“ milliardenschwere Rückstellungen.

Die BASF-Titel profitierten von einem positiven Analystenkommentar und standen mit einem Plus von 0,50 Prozent an der Dax-Spitze. Die Analysten der HSBC hatten ihre Empfehlung für die Aktien von „Neutral“ auf „Overweight“ hochgestuft.

In Reaktion auf eine Halbierung des Kursziels durch die UBS sind Anleger am Montag aus Solarworld ausgestiegen. Die Aktien rutschten um bis zu 5,6 Prozent auf 1,79 Euro ab - das ist der niedrigste Stand seit siebeneinhalb Jahren. Die UBS-Analysten haben das Kursziel für den größten Solarmodulbauer Deutschlands auf 1,50 von zuvor 3,00 Euro heruntergesetzt. Die Anlageempfehlung beließen sie bei „Verkaufen“. Die hiesige Solarbranche leidet unter einer Kürzung der Förderung durch den Bund und der übermächtigen Konkurrenz aus China.

Enttäuscht vom rückläufigen Frachtgeschäft haben Anleger am Montag ihre Fraport-Aktien verkauft. Die Titel fielen um bis zu 1,7 Prozent auf 47,50 Euro. „Die Passagierzahlen waren ganz ordentlich, aber der Cargo-Bereich war zu schwach“, sagte ein Händler. „Das ist immer noch nicht dramatisch, aber vor dem Hintergrund der sich abkühlenden Konjunktur kommen solche Zahlen nicht so gut an.“ Der Flughafenbetreiber hat im März in Frankfurt beim Passagieraufkommen ein Plus von 4,1 Prozent verbucht, das Frachtaufkommen ging dagegen um mehr als zehn Prozent zurück .

Der Konsumgüterkonzern Henkel hat nach Ablauf des ersten Quartals seine Jahresziele bekräftigt. „Für 2012 rechnen wir mit einem organischen Wachstum von drei bis fünf Prozent und gehen davon aus, dass wir die bereinigte Umsatzrendite auf 14 Prozent und das bereinigte Ergebnis je Vorzugsaktie um mindestens zehn Prozent steigern werden“, sagte Konzernchef Kasper Rorsted am Montag auf der Hauptversammlung in Düsseldorf laut vorab verteiltem Redetext. Details zum Verlauf des Auftaktquartals nannte er nicht. „Wir sind gut in das Jahr gestartet“, erklärte er lediglich. Die Papiere von Henkel gewannen 0,4 Prozent auf 54,98 Euro.

Jetzt auf wiwo.de

Sie wollen wissen, was die Wirtschaft bewegt? Hier geht es direkt zu den aktuellsten Beiträgen der WirtschaftsWoche.
Diesen Artikel teilen:
  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%