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Börse Frankfurt Sorgenkinder plötzlich an der Dax-Spitze

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Fed hatte mit Entscheidung gerungen

Die Währungshüter in den USA hatten am Vorabend den Leitzins wie erwartet unverändert auf sehr niedrigem Niveau belassen. Damit ließ die Fed die Zinsen das sechste Mal in Folge unangetastet. Die US-Notenbanker hatten erstmals seit Beginn der Finanzkrise im Dezember 2015 ihren Leitzins wieder etwas angehoben

Am Markt wird nun mit einem weiteren Zinsschritt im Dezember gerechnet – also genau ein Jahr nach der ersten Anhebung und wenn die US-Präsidentschaftswahl gelaufen ist. Fed-Chefin Yellen betonte jedoch, dass auch das wenige Tage vor der Wahl im November anberaumte nächste Fed-Treffen eine Entscheidung bringen könne. Die Beratungen der Zentralbank würden nicht von politischen Überlegungen beeinflusst.

Bei der Entscheidung sei auffällig, dass drei führende Zentralbanker für eine sofortige Anhebung votiert hätten, betonte Commerzbank-Analyst Lutz Karpowitz. „Zu ihnen gehört sogar Eric Rosengren, der immer für eine expansivere Geldpolitik eintrat. Eigentlich wäre das für den Markt ein klarer Hinweis, dass eine Zinserhöhung unmittelbar bevorsteht.“ Dass Investoren die Wahrscheinlichkeit für einen solchen Schritt im Dezember bei lediglich 60 Prozent sähen, sei ein Signal für die schwindende Glaubwürdigkeit der Fed.

Die Notenbank zeichnete in ihrem Begleittext zum Zinsentscheid ein relativ positives Bild der US-Konjunktur. Der Arbeitsmarkt habe sich kontinuierlich verbessert und auch die Wirtschaft ziehe an. Doch bei der Inflationsrate ist die Fed noch immer ein gutes Stück von der angestrebten Teuerungsrate von zwei Prozent entfernt. Dies sei beim Zinsentscheid mit ins Kalkül genommen worden, betonte Yellen. Die Notenbank sei weiter bestrebt, ihr Inflationsziel zu erreichen.

„Wir sehen uns in unserer Ansicht bestärkt, dass es noch 2016 eine Zinserhöhung geben wird“, sagt Stefan Kreuzkamp, der oberste Anlagechef der Vermögensverwaltung der Deutschen Bank. Nächstes Jahr könnten noch ein bis zwei weitere Schritte folgen.

Eine Serie schwächerer Konjunkturdaten, die maue Weltwirtschaft und die lange Zeit hartnäckig niedrige Inflation hielt die Fed dieses Jahr jedoch bislang von einer geldpolitischen Straffung ab. Die Währungshüter blicken vor allem auf Preisveränderungen bei den persönlichen Verbraucherausgaben (PCE), womit Energie- und Nahrungsmittelkosten außen vor bleiben. Dieser Wert lag zuletzt mit 1,6 Prozent noch unter dem Zielwert.

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