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Börse Frankfurt Geschenke für Dax-Anleger?

Es herrscht Weihnachtsstimmung an der Börse. Dax-Anleger beschenken sich selbst, indem sie bei Aktien zugreifen. Konjunkturdaten könnten noch kurz vor dem Fest für die ein oder andere Überraschung sorgen.

Der Handelssaal in Frankfurt. Aus den USA kommen zahlreiche Konjunkturdaten, die für Bewegung sorgen könnten. Quelle: dpa

Viele Investoren sind bereits im Weihnachtsurlaub und die Umsätze sind entsprechend dünn. Trotzdem sollte man die Tage vor Weihnachten nicht unterschätzen. Am Montag knüpfte der Dax an die Gewinne der Vorwoche an und schloss 0,81 Prozent höher bei 9865,76 Punkten.

Für den MDax der mittelgroßen Werte ging es um 0,65 Prozent auf 16 877,68 Punkte nach oben. Der technologielastige Auswahlindex TecDax gewann 1,07 Prozent auf 1374,93 Punkte. Positive Impulse kamen erneut aus den USA: Die Aussicht auf eine weiterhin lockere Geldpolitik der US-Notenbank zur Stützung der Konjunktur sorgte wie schon in der Vorwoche für Kauflaune.

Die Feiertage an der Börse

„Risikobereitschaft und Sorglosigkeit der Investoren ziehen zurzeit wieder merklich an. Vor den Weihnachtstagen bleibt die Stimmung an den Aktienmärkten damit weiter optimistisch. Bei niedrigen Umsätzen sollte sich der Aufwärtstrend in den verbleibenden Handelstagen des Jahres fortsetzen können“, glaubt Niall Delventhal, Marktanalyst von DailyFX.

Gefragt waren die Titel von Siemens mit 1,1 Prozent Aufschlag. Der Vorstandsvorsitzende Joe Kaeser hatte in einem Gespräch mit der WirtschaftsWoche Wachstum ab 2016 in Aussicht gestellt. Gesucht waren zudem Anteile der Deutsche Telekom mit 1,4 Prozent Zuwachs. Hintergrund war ebenfalls ein Bericht der “Wirtschaftswoche”, wonach Gespräche mit Axel Springer über eine Verkauf von T-Online stattgefunden haben sollen.


Ganz ungetrübt ist die Lage nicht

Im Mdax kletterten Anteile von Bilfinger um 0,4 Prozent. Der Konzern hatte sich von der Sparte Construction getrennt und dafür einen Nettoveräußerungserlös von rund 230 Mio. Euro erzielt. “Der Verkauf des Tiefbaugeschäfts ist angesichts einer Verbesserung der Liquiditätslage und eines kleinen Buchgewinns aus unserer Sicht strategisch klar positiv”, schrieb Analyst Ingbert Faust von der Equinet Bank.

Was Analysten für 2015 erwarten
Deutsche BankDie Anlagestrategen sind verhalten optimistisch, zumindest was den deutschen Aktienmarkt angeht. Ende 2015 sehen sie den Dax bei 11.500 Punkten. Während die USA mit einem prognostizierten Wachstum von 3,5 Prozent zur Lokomotive werden dürfte, rechnen die Analysten für Deutschland nur mit einem Plus von 0,8 Prozent. Zugewinne könnte es dank des schwachen Euro bei exportorientierten Industrien geben. Ende 2015 sieht die Deutsche Bank den Euro bei 1,15 Dollar. Anleihen werden dagegen nicht mehr so attraktiv sein. Die Renditen bleiben extrem niedrig, Chancen gibt es lediglich bei US-Unternehmensanleihen mit guter Bonität. Auch Schwellenländeranleihen könnten für Risikofreudige interessant werden. Insbesondere Indien wird für die Deutsche Bank zur attraktiven Region. Quelle: REUTERS
Der Vermögensverwalter Allianz Global Investors ist ein Tochterunternehmen der Allianz. Quelle: imago
CommerzbankDie Commerzbank sieht den Dax Ende 2015 bei 10.800 Punkten, ist also nicht ganz so optimistisch wie die Deutsche Bank, was den Leitindex angeht. Einig sind sich beide aber, was mögliche Staatsanleihekäufe der EZB angeht. Mit einem sogenannten Quantitative Easing (QE) rechnen beide Institute in der ersten Jahreshälfte. Anschieben könnten den Dax steigende Unternehmensgewinne dank des schwächeren Euro. Das könnte auch Dividenden begünstigen. Die Bank rechnet für den Dax mit einer Dividendenrendite von knapp über drei Prozent. Besonders hohe Dividendenrenditen erwarten die Analysten bei Medienpapieren wie Freenet und RTL sowie Immobilienkonzernen wie DIC Asset oder TAG. Als negative Einflussfaktoren verweist die Commerzbank nicht nur auf die wahrscheinliche Zinserhöhung der Fed, sondern auch auf niedrigere Wachstumsraten in China. Quelle: dpa
Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba)Was den Dax betrifft ist die Landesbank etwas pessimistischer als die Großbanken. Relativ konservativ rechnet sie mit einer Spanne zwischen 8300 und 10.000 Punkten. Zwar erwarten die Analysten eine leichte Erholung der Weltwirtschaft, einen breiten Aufschwung sehen sie allerdings nicht. Lediglich hinsichtlich der USA scheinen sich alle einig zu sein, auch die Helaba erwartet ein Wachstumsplus von rund drei Prozent für die größte Volkswirtschaft. Für Deutschland erwartet die Landesbank ein Plus von 1,3 Prozent - mehr als die Deutsche Bank. Im Portfolio rät die Helaba zu einer leichten Anhebung der Aktienquote. Anleihen sollten dagegen zugunsten von Immobilien leicht reduziert werden. Quelle: dpa
Julius BärDie Schweizer Privatbank sieht die Devisenmärkte und Wechselkursentwicklungen ebenfalls im Fokus der Entwicklungen des nächsten Jahres. Auch die Schweizer sehen die USA als Wachstumsanführer, während die Euro-Zone mit einem Plus von nur 0,8 Prozent eher ein Bremsklotz ist. Die schwächelnde Nachfrage der Euro-Zone sei vor allem für die Schweiz ein Nachteil, heißt es. Für Investoren dagegen gelte es, Kurs zu halten, liquide zu bleiben und nach Wachstumsthemen Ausschau zu halten, so die Analysten. Mögliche Bereiche für Wachstumsthemen sind laut den Privatbankern E-Autos, digitale Technologien, Energieinfrastruktur und Bildung. Quelle: REUTERS
FidelityDie Fondsgesellschaft gibt sich optimistisch, auch für Deutschland. "Wenn die geopolitischen Risiken in den Hintergrund treten und die Notenbanken die Wirtschaft weiter unterstützen, hat Deutschland beste Voraussetzungen, um 2015 an den moderaten Aufwärtstrend anzuknüpfen", schreibt Fondsmanager Christian von Engelbrechten. Auch Fidelity sieht Impulse seitens des Euro für die exportorientierten Unternehmen. Eigentliche Stütze der Konjunktur sei aber der heimische Konsum - der Verbraucher, der konsumiert statt spart, treibt die Wirtschaft an. Durch die steigenden Gewinne sieht Fidelity auch am Aktienmarkt gute Chancen und rechnet mit einer Dividendenrendite von im Schnitt drei Prozent. Quelle: REUTERS
DZ BankAktuell sei das Gewinnwachstum der Dax-Unternehmen noch zu hoch geschätzt, sagen die Analysten der DZ Bank. Die Rahmenbedingungen für Aktien bleiben dennoch dank expansiven EZB-Maßnahmen und einem Mangel an Anlagealternativen positiv. Trotzdem erwarten die DZ Banker keine großen Kurssprünge, der Leitindex habe kaum noch Potenzial. Bis zum Jahresende 2015 rechnet die Bank nicht mit einem Anstieg über 9500 Punkte - und auch schwankungsanfälliger könnte der Index werden. Konservativen Anlegern raten die Experten daher zu "Dividendenaristokraten". Risikofreudigere Investoren könnten dagegen im ersten Quartal Chancen bei den Zyklikern haben. Quelle: REUTERS

Heute könnte es noch weiter aufwärts gehen, denn Anleger befinden sich Experten zufolge in einer Art „Weihnachtsstimmung“ und blenden die derzeitigen Risiken aus. Für gute Stimmung sorgte auch zeitweise die Erholung beim Ölpreis. Einige Vermögensverwalter versuchen zudem ihre Bilanz aufzuschönen und betreiben „Window Dressing“.

Ganz ungetrübt ist die Lage aber nicht: Für Unsicherheit sorgt der zweite Anlauf zur Wahl eines Präsidenten in Griechenland. Die Volkswirte der Essener Nationalbank rechnen mit erneuten Schwierigkeiten. “Ministerpräsident Samaras hat anderen Parteien und den unabhängigen Vertretern im Parlament eine Verstärkung der Zusammenarbeit mit Regierungsbeteiligung angeboten, wenn sie seinen Kandidaten unterstützen”, merkten die Ökonomen in einem Kommentar an. “Ob es jedoch reichen wird, um bereits morgen die erforderlichen Stimmen zusammen zu bekommen, ist zu bezweifeln.”

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Impulse für den Handel könnten von Seiten der Konjunktur kommen. So kommen aus den USA die Zahlen zu den US-amerikanischen Auftragseingängen für langlebige Wirtschaftsgüter, die endgültigen Zahlen um BIP der USA (drittes Quartal) und die persönlichen Einkommen der US-Amerikaner für November 2014. Letzteres ist interessant, weil der Konsum in den USA gut 70 Prozent der Wirtschaftsleistung ausmacht.

Am Nachmittag könnte dann ebenfalls Bewegung in den Handel kommen, wenn der viel beachtete Index der Verbraucherstimmung der Universität Michigan veröffentlicht wird. Dieser sorgt öfter für Ausschläge an der Börse. Erwartet wird, dass der Wert weiter zugelegt hat.

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