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Börse im Blick Das Märchen von der Aktienblase

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Warum das Kursniveau kein Luftgebilde ist

Diese Aktien erschüttern die Börse

Die Gewinn-Entwicklung war natürlich schwankungsreicher. Vor allem 2008 gab es hier einen heftigen Einschnitt -  einen Rückgang der Nettoerträge von etwa 60 Prozent. Genau deshalb sind auch die Aktien dramatisch eingebrochen. Allerdings, danach haben sich die Nettogewinne wieder deutlich erhöht. Von 2008 bis 2013 (die Zahlen dieses Jahres sind schon absehbar) ist der Nettogewinn um etwa 180 Prozent gestiegen.

Das ist nicht nur in absoluten Zahlen eine beeindruckende Leistung; das ist auch mehr als die Umsatzerhöhung – und zeigt damit, dass die Unternehmen an Effizienz zugelegt haben. Zudem: Wenn es in diesem Jahr rund 675 Euro Gewinn im Dax werden, dann liegt das 15 Prozent über dem Niveau von 2007. Mit anderen Worten: Die Dax-Unternehmen haben heute nicht nur mehr Geschäftsvolumen als im besten Jahr vor der Krise, sie holen daraus noch viel mehr Gewinn.

Und dazu kommt etwas, das gern übersehen wird, das aber letztlich den Kern eines Unternehmens ausmacht, mithin seinen Erfolg besonders gut dokumentiert: Die Entwicklung des Eigenkapitals. Allein seit dem Krisenjahr 2008 hat sich dieses Eigenkapital der Dax-Unternehmen um 55 Prozent erhöht. Spätestens 2014 dürfte es doppelt so hoch sein wie im bisherigen Jubeljahr 2000. Dass gleichzeitig das Fremdkapital, also die Schulden, sich seit 2008 eben nicht mehr erhöht habt (also ihr Anteil deutlich gesunken ist), macht die deutschen Unternehmen heute wesentlich stabiler und vor allem unabhängiger von Banken und Turbulenzen an den Kapitalmärkten.

Viel mehr Geschäft, höhere Margen, deutlich mehr Gewinn und eine substanzielle Verbesserung des Eigenkapitals – das ist die nüchterne Bilanz der Dax-Unternehmen sowohl im Vergleich zu den Spitzenjahren 2000 und 2007 als auch im Vergleich zu den Tiefpunkten 2003 und 2008.

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    Dass die Aktienkurse heute auf einem Niveau von gut 9000 Punkten so hoch wie nie zuvor stehen, spiegelt diese Tatsache schlicht und ergreifend wider. Das Kursniveau insgesamt ist damit weder ein Luftgebilde noch eine Assetblase.

    Börse



    Wenn man für die konkrete Dax-Bewertung einen 2014er-Ertrag von (vorsichtig gerechnet) 700 Euro heranzieht, dann ergibt das ein 13faches Kurs-Gewinnverhältnis. Das ist kein Sonderangebot, aber eben auch nicht Wucher. Es ist, auch im historischen Vergleich der Dax-Bewertungen, ziemlicher Durchschnitt.

    Natürlich: Sollten die Notenbanken schon in den nächsten Wochen die Zinsen anziehen, dann wird das Spuren an den Börsen hinterlassen und zu Kurskorrekturen führen. Das großzügige Umfeld der Notenbanken trug schließlich auch dazu bei, dass die Unternehmen ihre substanzielle Aufwärtsentwicklung nehmen konnten.

    Doch gerade deshalb, weil die Notenbankpolitik hier offensichtlich Früchte trug, werden Fed und EZB  sehr vorsichtig sein und an diesem Kurs nur in kleinen Schritten etwas ändern. Diese Veränderungen wiederum vertragen die Unternehmen umso leichter, je stärker sie in den vergangenen Jahren geworden sind.

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