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Börse in Griechenland Die spannendsten Aktien aus Athen

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Unternehmen, die der Krise trotzen

Tradition unter Buchwert: Mytilineos

Ein Mischkonzern in Familienhand in Griechenland – auch da kommt einiges zusammen, was Bauchschmerzen bereitet. Schiebt man die Vorurteile beiseite, entdeckt man in der Mytilineos-Holding ein sinnvoll strukturiertes Unternehmen mit rund einer Milliarde Euro Umsatz und etwa 90 Millionen Euro Nettogewinn. Die Familie Mytilineos, die rund 30 Prozent hält, zählt nicht zu den korrupten Oligarchen-Clans, denen die Regierung jetzt Druck macht. Sie begann bereits im 19. Jahrhundert Metall zu verarbeiten. 2005 kaufte sie dem Konzern Pechinay/Alkan die Tochter Aluminium of Greece ab. Da der Bauxit-Förderer Delphi-Distomon ebenfalls Teil der Holding ist, deckt Mytilineos das Alugeschäft breit ab. Der gesunkene Gaspreis kommt der Marge zugute. Schon früh erschloss man den Balkan, die Türkei, den Nahen Osten und Afrika und sammelte dadurch Erfahrung in schwierigen Märkten. Durch den hohen Exportanteil und einen niedrigen Euro-Kurs steckt Mytilineos die Griechenland-Krise im Metallbereich gut weg. Das Unternehmen hat eine eigene Stromproduktion, die heute in der Tochter Protergia gebündelt wird, die Strom, überwiegend in Gaskraftwerken, aber auch in Wind- und Solarparks erzeugt. Aktuell leidet der Strombereich unter der Krise, längerfristig könnte er von der Privatisierung profitieren. Die Erfahrungen aus dem Bau großer Industrieanlagen wurden im Anlagenbauer Metka gebündelt, an dem die Holding die Mehrheit hält. Abschreibungen auf ein Syrien-Projekt führen hier allerdings zu Einbußen. Die Risiken sind im Preis der Aktie berücksichtigt. Mit einem Kurs-Buchwert-Verhältnis von 0,7 wird sie 30 Prozent unter dem Liquidationswert der Vermögenswerte aller Anlagen gehandelt.

Spielzeug mit Abschlag: Jumbo

Der Spielzeughändler bilanziert nach internationalen Vorschriften (IFRS) und veröffentlicht jedes Quartal Zahlen. Nach einer Empfehlung in der WirtschaftsWoche (15/2012) stieg die Jumbo-Aktie von drei Euro auf 13,50 Euro, hat aber seit Anfang 2014 wieder rund die Hälfte an Wert verloren. Jumbo vertreibt Spielwaren, Babybedarf, Deko-Artikel, Bücher und Schreibwaren, ein kleiner Umsatzanteil wird im Großhandel erzielt, der Großteil ist Endkundengeschäft in den eigenen Läden. Natürlich leidet dies unter der Krise, allerdings hat das Management schon früh nach Bulgarien expandiert; mittlerweile ist Jumbo auch in Zypern und Rumänien aktiv. Die ausländischen Töchter tragen rund ein Viertel zum Umsatz und 30 Prozent zum Gewinn bei. Das Geschäft ist krisenresistent, weil Jumbo in vielen Bereichen der Preisführer ist. Der Umsatz stieg in den neun Monaten bis Ende März 2015 im Vergleich zum Vorjahr um fast zehn Prozent auf 446 Millionen Euro. Nach Steuern blieben fast 75 Millionen Euro Nettogewinn hängen (Vorjahreszeitraum: 69,5). Dennoch hat die Aktie nur ein KGV von 9,2. Spielwarenhändler weltweit kommen laut Reuters auf ein KGV von im Schnitt 19. Man kann also einen herben Griechenland-Abschlag attestieren, denn auch überschuldet ist Jumbo nicht: Die Verbindlichkeiten betragen nur rund ein Viertel vom Umsatz.

"Drittes Programm ist mehr als großzügig"
Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung Quelle: dpa
Donald Tusk Quelle: dpa
Bundeskanzlerin Angela Merkel Quelle: dpa
Bundeswirtschaftsminister und Vizekanzler Sigmar Gabriel Quelle: dpa
Griechenlands Premierminister Alexis Tsipras Quelle: dpa
Frankreichs Präsident François Hollande Quelle: REUTERS
Markus Kerber, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Industrie Quelle: dpa

Zehn Prozent sollen raus: Hellenic Telecom

Die griechische Telefongesellschaft Hellenic Telecommunications Organization (OTE) steht auf der Privatisierungsliste der Gläubigerländer. Der Staat hält zehn Prozent an OTE – die sollen verkauft werden. Zuletzt lag der Marktwert des Unternehmens bei 3,86 Milliarden Euro. Womöglich greift die Deutsche Telekom zu, die bereits 40 Prozent hält. Die Ratingagentur S&P hat OTE Ende Juni auf die Note B heruntergestuft. Damit ist der Konzern tief in den spekulativen Investmentbereich abgerutscht. Getragen wurde das Urteil von der gestiegenen Wahrscheinlichkeit, dass Griechenland die Euro-Zone verlasse. Das sieht wieder besser aus. Allerdings ist unklar, ob OTE künftig Geld am Kapitalmarkt und bei Banken leihen kann. Die schwache ökonomische Situation vieler Griechen hilft der von griechischen Konsumenten stark abhängigen OTE ebenfalls nicht dabei, den Umsatz zu steigern. Doch S&P hat auch positive Nachrichten: Die Bilanz sei solide, eine Pleite unwahrscheinlich. OTE hat Kosten beschnitten und hielt Ende März fast seine gesamten Cash-Reserven von einer Milliarde Euro außerhalb Griechenlands.

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