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Börse Mit diesen Aktien nutzen Sie den schwachen Euro

Der Euro verliert gegenüber dem Dollar seit Monaten an Wert. Doch für europäische Exportunternehmen kann sich eine schwache Gemeinschaftswährung lohnen. Das beflügelt auch deren Aktien.

„Whatever it takes.“ Drei Worte, gesprochen von einem anzugtragenden Italiener, reichten vor zwei Jahren aus, um das Vertrauen der Anleger in den Euro zurück zu gewinnen. Gesagt hatte sie Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank. „Alles Notwendige“ werde die EZB tun, um den Euro zu stützen. Seitdem hat sich der Kurs der Gemeinschaftswährung gegenüber dem Dollar gefangen. Von 1,21 Dollar je Euro in jenem Juli 2012 ging es wieder rauf bis an die 1,40 Dollar-Marke.

Doch im Moment erlebt sie die längste Schwächephase seit Draghis berühmten drei Worten. Gegenüber dem US-Dollar verlor der Euro seit Mai etwa drei Prozent und fiel von 1,39 Euro je Dollar auf 1,34 Euro. Dass das nicht nur eine kurze Laune, sondern ein langfristiger Trend ist, glauben die Analysten der US-Bank Morgan Stanley. Sie empfehlen daher europäische Aktien, die von fallenden Euro-Kursen profitieren.

Diese 10 Aktien profitieren bei sinkenden Eurokursen

In der Morgan Stanley-Studie zum Thema sehen die Analysten ein Ende der bisher für den Euro positiven Entwicklungen. Zum einen kauften ausländische Investoren nun weniger Bonds von europäischen Peripherieländern. „Außerdem hat sich die Stimmung um europäische Risiko-Wertpapiere in den vergangenen Wochen signifikant verschlechtert“, heißt es in der Studie. Das könnte dazu führen, dass Investoren ihr Geld aus Europa abziehen und dadurch den Euro-Kurs drücken.

Europäische ETFs verlören bereits Kapital, so die Autoren. Sie erwarten, dass der Euro bis ins dritte Quartal 2015 noch bis auf 1,20 Euro je Dollar fällt. Verantwortlich seien dafür auch die schlechtere Auftragslage in der deutschen Industrie und eine drohende Rezession in Italien.

Ein schwacher Euro kann jedoch für europäische Firmen auch ein Vorteil sein: Für sie wird es leichter, in andere Länder zu exportieren, weil ihre Produkte durch den schwachen Euro günstiger werden. Dies beträfe vor allem die Bereiche Energie, Pharma, Technologie, langlebige Konsumgüter (zum Beispiel Autos) und Lebensmittel, schreiben die Analysten. Unternehmen dieser Segmente seien am meisten im außereuropäischen Ausland tätig und reagierten sehr sensibel auf Kursschwankungen des Euro.

Welche Aktien dem schwachen Euro trotzen

Im Folgenden ein Blick auf zehn Aktien, die dem schwachen Euro trotzen:

Accor: Die französische Hotelgruppe ist auch außerhalb Europas stark vertreten: So steht etwa jedes vierte Hotel der Gruppe in Asien. Unter anderem gehören die Marken Ibis, Mercure und Novotel zu Accor.

Beiersdorf: Auch der deutsche Konsumgüterkonzern ist mit Marken wie Nivea, Eucerin oder Hansaplast international aufgestellt. Beiersdorf-Produkte werden in über 200 Ländern vertrieben, über die Hälfte des Umsatzes macht das Unternehmen außerhalb Europas.

BioMerieux: BioMerieux wurde 1963 in Frankreich gegründet. Das Biochemie-Unternehmen stellt unter anderem Medizinprodukte zur Untersuchung von Gewebe-Proben her. Die Franzosen sind in über 150 Ländern vertreten und Marktführer im Bereich Mikrobiologie.

Die Gewinner und Verlierer am Aktienmarkt
GewinnerBorussia Dortmund: 22 Prozent Der einzige börsennotierte Fußballklub Deutschlands ist nicht nur sportlich erfolgreich, sondern auch wirtschaftlich. Im Juni ist die Aktie in den SDax aufgerückt, nicht zuletzt, weil sich der Börsenwert in den vergangenen zwei Jahren verdoppelt hat. Quelle: dpa
RWE: 23 ProzentDie Aktie des deutschen Energieversorgers ist wieder im kommen, von dem starken Abwärtstrend um 60 Prozent zwischen Anfang 2010 und September 2013 ist fast nichts mehr zu spüren. Warum? Das Investment ist durch eine günstige Bewertung und eine gute Dividendenrendite wieder attraktiv. Allerdings ist es unklar, ob das auf Dauer so bleiben wird. Quelle: dpa
Fielmann: 25 ProzentDas Unternehmen ist der Marktführer im Bereich "Augenoptik": 578 Niederlassungen gab es 2012 in Deutschland und einen Absatzmarktanteil von 51 Prozent. Auch in Zukunft sieht es nicht schlecht für den Brillenhersteller aus - es werden nämlich immer mehr Brillen und Kontaktlinsen gebraucht. Das Geschäftsmodell ist sicher, die Dividendenrendite stark - alles gute Zeichen für Fielmann. Lediglich die Online-Versandhändler könnte die gute Bilanz vermiesen. Quelle: dpa
Xing: 27 Prozent Das Unternehmen ist seit 2006 an der Börse und seit September 2011 im TecDax notiert - es gibt nicht viele soziale Medien, die am deutschen Aktienmarkt gehandelt werden. Das Netzwerk für berufliche Kontakte hat eine relativ gute Bewertung. Quelle: dpa
Hornbach: 28 ProzentEs wird vermutet, dass die Baumarktkette ihren Geschäftsblick für das laufende Jahr noch anheben wird. Denn das Unternehmen ist gut unterwegs: Alleine im ersten Quartal 2014 konnte der Umsatz um 16 Prozent auf eine Milliarde Euro gesteigert werden. Quelle: dpa
Sixt: 32 ProzentMieten ist attraktiver als kaufen - davon profitiert das Unternehmen. Außerdem gibt es zwei weitere Punkte, warum Sixt so erfolgreich ist: Das internationale Geschäft wird wichtiger und der Limousinenservice "my Driver" soll das Wachstum antreiben. Quelle: dpa
Kuka: 33 ProzentIndustrietaugliche Roboter bescheren dem Unternehmen einen Vorsprung gegenüber den Wettbewerber. Die hohe Bewertung wird auch durch Gerüchte um den Einstieg eines anderen Unternehmens angeheizt. Quelle: dpa

Danone: Das französische Unternehmen zählt mit 21,3 Milliarden Euro Umsatz zu den größten Lebensmittelproduzenten weltweit. Neben dem Heimatmarkt Frankreich sind Russland, China und die USA die wichtigsten Absatzländer. 60 Prozent des Umsatzes erwirtschaftet Danone außerhalb Europas. Bekannte Danone-Marken sind unter anderem Actimel, Evian oder Fruchtzwerge.

Fresenius: In 100 Ländern erwirtschaftete der deutsche Gesundheitskonzern zuletzt einen Umsatz von über 20 Milliarden Euro. Mit seinen vier Teilbereichen stellt Fresenius Geräte zur Dialysebehandlung her, baut Gesundheitseinrichtungen und betreibt Krankenhäuser.

GDF Suez: Die Franzosen sind ein aus zahlreichen Fusionen hervorgegangener Energieversorger. Das Geschäft teilt sich in die drei Bereiche Elektrizität, Gas und Energie Service. GDF Suez ist ebenfalls außerhalb Europas stark vertreten und unter anderem größter privater Stromproduzent in Brasilien und Thailand.

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Kering: Zum Portfolio des französischen Modekonzerns gehören unter anderem die Nobelmarke Gucci und der Sportartikelhersteller Puma. Nur knapp ein Drittel seiner Umsätze erwirtschaftet die Gruppe in Europa, über die Hälfte in den USA und Asien. Vor allem in Japan sind Produkte von Kering gefragt.

Sanofi: Und noch ein Pharma-Unternehmen: Die Franzosen bieten Medikamente unter anderem gegen Diabetes, Krebs oder Herz-Kreislauferkrankungen an und zählen mit 33 Milliarden Jahresumsatz zu den größten Pharmakonzernen weltweit. Besonders spezialisiert haben sie sich auf Schwellenländer.

Total: Der Energiekonzern Total ist hierzulande vor allem wegen seiner Tankstellen bekannt. Die Franzosen handeln oder fördern in 130 Ländern Gas und Öl. Laut Morgan Stanley sei die Reaktion der Total-Aktie auf einen schwachen Euro „sehr positiv“.

Bureau Veritas: Bureau Veritas erwirtschaftete im vergangenen Jahr mit knapp 62.000 Mitarbeitern 3,9 Milliarden Euro Umsatz. In 140 Ländern überprüft und zertifiziert das Unternehmen zum Beispiel Frachtschiffe oder Autos, berät Unternehmen beim Bau von Fabriken oder verleiht das FSC-Siegel für nachhaltige Forstwirtschaft.

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