Börse nach der Wahl Französische Analysten: „Raus aus deutschen Aktien“

Die Analysten der französischen Société Generale empfehlen, deutsche Aktien und Anleihen „aggressiv“ zu verkaufen.

Ein Händler geht über das Parkett in der Börse in Frankfurt am Main und spiegelt sich dabei in einem Logo des Deutschen Aktienindexes Quelle: dpa

Die Analysten der französischen Société Generale sprechen in einer an Investoren verschickten Studie von einem Pyrrhussieg für Merkel , die ihren Bündnispartner FDP verloren habe. Kurzfristig seien die Wahlen kein „market mover“, mittelfristig hätten sie aber durchaus wichtige Konsequenzen.

Sie empfehlen, deutsche Aktien und Anleihen "aggressiv“ zu verkaufen und lieber in Aktien des französischen Leitindex CAC 40 und in Staatsanleihen der Euro-Peripheriestaaten zu investieren, um "den Carry Trade zu erwischen“. Damit ist der aktuelle Trend gemeint, dass spekulative Marktteilnehmer wie Banken und Hedgefonds (Carry Trader) sich verschulden und dank niedriger Kreditzinsen mit den höher rentierlichen spanischen oder italienischen Anleihen phänomenale Gewinne machen.

Die Begründung für die Skepsis gegenüber Deutschland: Eine von Merkel dominierte große Koalition dürfte die Löhne noch schneller steigen lassen als in der vergangenen Legislaturperiode, "was sicher nicht gut für deutsche Staatsanleihen wäre.“ Damit spielen die Franzosen darauf an, dass Lohnsteigerungen eine Lohn-Preis-Spirale und damit die Inflation in Gang setzen könnten. Generell dürften deutsche Anlagen unter Inflationsangst und fehlenden Reformen leiden, schreiben die Banker.

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Zur Energiewende bemerken sie, diese habe den Strompreis massiv getrieben, was einen ganz klaren Verlust an Wettbewerbsfähigkeit für die Dax-Unternehmen bedeute. Der Dax werde sich, ausgehend von seinem Allzeithoch in der vergangenen Woche, massiv schlechter entwickeln als die anderen Weltbörsen - die Dividendenkürzung von RWE aus der vergangenen Woche sei da schon ein Vorbote.

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