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Börse Ein heilsamer Schock für die Märkte

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Schwellenländer schwächeln

Ebenso wenig ist neu, dass neben China auch andere Schwellenländer schwächeln. Das scheint nun aber stärker in die Entscheidungen der Anleger einzufließen als in der ersten Jahreshälfte. Mit Russland und Brasilien befinden sich zwei Schwergewichte in der Rezession, und auch Länder wie Südafrika, die Türkei und Indonesien zeigen deutliche Schwächezeichen, darauf deutet schon die Wechselkursentwicklung hin.

So viel China-Umsatz steckt in den Dax-Aktien

Weil die Schwäche der Schwellenländer strukturell bedingt ist, wird sie sich nicht so bald verflüchtigen. Der Abbau überhöhter Verschuldungsniveaus und Maßnahmen für mehr Produktivität benötigen Zeit – insbesondere, wenn das politische Umfeld gerade schwierig ist. Im Ergebnis werden wir wohl eine länger andauernde Phase relativ schwachen Wachstums in den Schwellenländern sehen. Darunter werden die Aktienmärkte dieser Länder noch längere Zeit leiden, was sie für Anleger unattraktiver macht.

Für die Industrieländer hat dies negative Konsequenzen, weil die Exportaussichten schlechter werden. Das schlägt sich jetzt in höheren Verlusten im Dax nieder, und die Aussichten werden sich kurzfristig sicher nicht aufhellen.

Realismus tut gut

Vor allem die solide Binnennachfrage ist es, die die deutsche Konjunktur derzeit trägt und die von erneut gesunkenen Ölpreisen profitiert. Außenwirtschaftlich legen die Exporte in die USA deutlich und der Handel innerhalb Europas moderat zu – beides zusammen macht immerhin etwa zwei Drittel der deutschen Exporte aus.

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Eine leichte Abschwächung der Wachstumsdynamik in Deutschland ist deshalb möglich, aber das bedeutet wohl kaum das Abgleiten in eine neue Rezession. Das gilt in ähnlicher Weise auch für die Europäische Währungsunion und die USA. Wir haben das in unseren Prognosen für das laufende Jahr berücksichtigt – und sind damit im Vergleich zum Markt-Konsens tendenziell pessimistischer.

Der neue Realitätsmodus tut den Märkten gut. Die stärkere Berücksichtigung fundamentaler Faktoren bedeutet einen heilsamen Schock. Doch Übertreibungen sind deshalb nicht angebracht Realistisch erscheint ein Bild der Weltwirtschaft, das sich als fragiler Aufschwung kennzeichnen lässt: fragil zwar und voller Risiken, aber eben doch ein Aufschwung – eine globale Rezession sieht anders aus.

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