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Börse Tod von Kim Jong Il belastet Asiens Märkte

Die Sorge vor Machtvakuum in Nordkorea hat zu Verlusten an Asiens Börsen geführt. Der südkoreanische Kospi-Index verlor mehr als drei Prozent. Auch der Nikkei schloss im Minus.

Ein südkoreanischer Soldat überwacht in der entmilitarisierten Zone die Grenze zu Nordkorea nachdem der Tod des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Il bekannt wurde Quelle: dapd

Der Tod des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Il hat die asiatischen Aktienmärkte belastet. Analysten zeigten sich besorgt, dass es in dem kommunistisch geführten Land zu einem Machtvakuum kommen könnte, was wiederum zu mehr Instabilität in der Region führen dürfte.

Wenige Stunden nach der ersten Todesmeldung bezeichnete die amtliche Nachrichtenagentur Nordkoreas Kims jüngsten Sohn Jong Un als „großartigen Nachfolger“. Südkorea versetzte seine Streitkräfte in Alarmbereitschaft. Das japanische Kabinett kam zu einer Krisensitzung zusammen. Der internationalen Staatengemeinschaft bereitet schon länger das Atom- und Raketenprogramm Nordkoreas Sorgen.

Der südkoreanische Aktienindex Kospi verlor mehr als drei Prozent. Auch in Tokio dominierten die Verluste. Zusätzlich bereitete die Euro-Schuldenkrise den Investoren Sorgen, nachdem die Ratingagentur Fitch Frankreich und sechs weiteren Euro-Ländern mit einer Herabstufung ihrer Kreditwürdigkeit gedroht hatte.

In Tokio ging der 225 Werte umfassende Nikkei-Index mit einem Minus von rund 1,3 Prozent bei 8296 Punkten aus dem Handel. Der breiter gefasste Topix-Index gab rund ein Prozent auf 716 Punkte nach. In Seoul ging der Kospi-Index mit einem Minus von 3,4 Prozent aus dem Handel. Abschläge verzeichneten auch die Börsen in Singapur, Hongkong, Shanghai und Taiwan. „Die Angst, dass der Tod von Kim Jong Il eine Provokation von Nordkorea nach sich ziehen könnte, treibt die Anleger um und führt zu Verkäufen“, sagte Chefanalyst Hiroyuki Fukunaga von Investrust in Tokio.

Nordkoreas amtliche Nachrichtenagentur KCNA hatte zuvor gemeldet, dass Staatschef Kim Jong Il am Samstag während einer Zugfahrt einen Herzinfarkt erlitten habe. Als Reaktion auf die Meldung versetzte Südkorea der Nachrichtenagentur Yonhap zufolge seine Streitkräfte in Alarmbereitschaft. Das Handelsvolumen blieb gering. Die wegen US-Konjunkturdaten vergangene Woche verbesserte Stimmung trübte sich Händlern zufolge wieder ein. „Die Investoren sind zurückhaltend und reagieren nicht mehr auf makroökonomische Daten aus den USA“, sagte Ryota Sakagami von SMBC Nikko Securities. In Tokio gehörten Werte von Transportunternehmen zu den größten Verlierern.

Gegen den Trend zulegen konnten Papiere des Autoherstellers Nissan. Die Anteilscheine legten gut zwei Prozent zu, nachdem das Unternehmen einen Aktienrückkauf ankündigte.

rtr, dpa

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