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Börse Unterbewertete Aktienstars

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Bijou Brigitte

Ähnlich unpopulär wie Fluglinien sind derzeit Versicherungen. Hauptgrund ist das Misstrauen gegenüber dem Finanzsektor insgesamt. Anleger fürchten, dass auch Allianz, Axa oder Generali noch weitere Leichen im Keller haben, beispielsweise angeschlagene Staats- und Bankanleihen.

Anders als viele Banken hat die Allianz aber bereits etwa die Hälfte ihres Griechenland-Engagements von 1,3 Milliarden Euro abgeschrieben. Italienische, irische, griechische und portugiesische Anleihen machen nur 1,8 Prozent des gesamten Rentenportfolios aus. Auch teure Katastrophen, darunter der Tsunami in Japan und Wirbelstürme in den USA, konnten der Allianz bisher wenig anhaben, weil die Prämien stärker stiegen als die Kosten für versicherte Schäden. Ende August legte die Allianz deutlich zu, als Experten die voraussichtlichen Schäden von Hurrikan Irene von 14 Milliarden Dollar auf nur noch 2,6 Milliarden herunterschraubten. Anleger sollten in diesem Herbst deshalb an schwächeren Börsentagen einsteigen.

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Kursverlauf von Bijou Brigitte

Technologiewerte brauchen keine Schuldenkrise um psychologisch anfällig zu sein – sowohl im Boom als im Niedergang. „Krisen treffen neue Technologien besonders hart, weil sie im Aufschwung tendenziell überschätzt werden – umso tiefer ist der Fall danach“, sagt Hans-Peter Schupp, Vorstand des Vermögensverwalters Fidecum in Bad Homburg.

Als 2001 die Technologieblase platzte, rauschten selbst Unternehmen mit einem zukunftsfähigen Geschäftsmodell nach unten. Schupp ergriff die Chance und kaufte den Chipproduzenten Dialog Semiconductor, der 2003 zeitweise bis auf 80 Cent abrutschte. Ähnlich stürzte Infineon nach der Lehman-Pleite 2008 auf wenige Cent ab, war schon totgesagt und startete dann ein Comeback (siehe Chart Seite 102).

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    So wie Tech-Werte im vergangenen Jahrzehnt unter die Räder kamen, stehen derzeit Windkraft- und Solaraktien unter Druck. Der Reaktorunfall in Fukushima und die Energiewende verhalfen der Ökobranche nur zu einem kurzen Strohfeuer an der Börse. „Derzeit leidet die Wind- und Solarbranche an weltweiten Überkapazitäten, Preise und Margen sinken“, sagt Thiemo Lang, Fondsmanager beim Schweizer Vermögensverwalter SAM Group.

    Leerverkäufer, also Spekulanten, die sich Aktien leihen, um auf fallende Kurse zu wetten, nutzen die Gunst der Stunde und setzen den Windmühlen- und Solarzellenherstellern weiter zu. Zeitweise waren bis zu 50 Prozent der frei gehandelten Aktien deutscher Solarunternehmen an Leerverkäufer verliehen. Jetzt, da die Solarwerte am Boden sind, fahren die Hedgefonds die Ernte ein, kaufen Papiere und geben sie an die Verleiher zurück. Das sollte etwas Druck von der Branche nehmen.

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