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Börse Unterbewertete Aktienstars

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Vestas-Windanlage Quelle: Vestas

Auch bei den Windmühlenbauern zeigt sich Licht am Ende des Tunnels. Weltmarktführer Vestas verdiente im zweiten Quartal vor Steuern und Zinsen 77 Millionen Euro, nach 180 Millionen minus im Vorquartal. Auch die deutsche Nordex ist wieder auf dem aufsteigenden Ast. Ein neuer Auftrag aus der Türkei beflügelt die Aktie ebenso wie der Zukauf von Aktien durch die Klatten-Familie.

Ob Nordex und Vestas die Wende schaffen, hängt davon ab, wie erfolgreich sie in Schwellenländern werden und wie wirtschaftlich die neuen Offshore-Windparks vor Europas Küsten tatsächlich arbeiten. Da sich beide Fragen noch nicht abschließend beantworten lassen, bleiben Windkraftaktien etwas für Anleger mit starken Nerven.

Bilanzschätzchen heben

Kursverlauf von Vestas

Obwohl Wacker Chemie auch für die Solarbranche produziert, benötigen Anleger beim MDax-Unternehmen weniger Risikobereitschaft. Die Münchner sind breit aufgestellt. Sie sind auch bei Siliziumscheiben, Wafer genannt, führend und liefern vor allem an die Chipindustrie. Wacker hat gut 330 Millionen Euro an Nettobarmitteln in der Kasse, ist also schuldenfrei; alle Bewertungskennziffern sind äußerst günstig, wie etwa das Kurs-Gewinn-Verhältnis, das dieses Jahr derzeit nicht einmal mehr neun beträgt.

Ebenfalls schuldenfrei ist die Bilanz der Modeschmuckkette Bijou Brigitte. Zwar sind die Gewinne wegen schwacher Geschäfte in Euro-Krisenländern wie Spanien deutlich rückläufig. Trotzdem schaffen die Hamburger eine nach wie vor traumhafte zweistellige Nettoumsatzrendite, die sich in einer Dividendenrendite für 2011 von knapp neun Prozent niederschlagen dürfte. Langsam sollte der schon um mehr als 50 Prozent gefallene Kurs deshalb seinen Boden finden.

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    Viel auf der hohen Kante

    Auch bei Nokia setzt sich die Erkenntnis durch, dass ein Börsenwert von derzeit rund 17 Milliarden Euro wohl kaum den Markenwert plus 3,3 Milliarden Euro Netto-Cash deckt – zumal niemand ausschließen kann, dass die Finnen gemeinsam mit Windows wieder die Spitze in der Handy-Industrie zurückerobern und dann erkleckliche Gewinne schreiben werden. Vom ihrem absoluten Tief haben Nokia-Aktien deshalb auch schon ein knappes Drittel aufgeholt.

    Chancen bieten auch Unternehmen, bei denen strategische Fehler der Vergangenheit bereinigt werden, sich die Wende aber noch nicht im Kurs niederschlägt. Der französische Versorger Veolia etwa hatte zu stark auf Schwellenländer gesetzt, in denen sich mit Wasser kaum Geld verdienen lässt, weil die Politik die Preise diktiert. In Ägypten beispielsweise haben Kunden ihre Rechnungen erst gar nicht bezahlt. Wasserfonds jubelten die Aktie dennoch mit dem Argument hoch, Wasser werde in Zukunft knapper, daher müssten die Gewinne von Veolia sprudeln. Folge: In der Rally 2004 bis 2007 war die Aktie stark überteuert.

    Wenn Manager umsteuern

    Wenig später folgte ein rasanter Kurssturz. Jetzt hat Veolia die Reißleine gezogen. Der Versorger will sich aus etwa 40 von insgesamt 77 Ländern verabschieden. Stattdessen wächst er dort, wo sich Geld verdienen lässt – vor allem in Deutschland. Veolia glänzt zwar nicht mit margenstarken Sparten, aber das Geschäft ist insgesamt konjunkturunempfindlich. Anders als die großen Kraftwerksbetreiber E.On und RWE leidet Veolia auch nicht unter einer politisch motivierten Energiewende.

    Bei Funkwerk, einem mittelständischen Spezialisten für Mobilfunkanwendungen im Verkehr, hat das Management ebenfalls rechtzeitig den Hebel umgelegt. Das Geschäft wird auf nur noch drei statt bisher vier Sparten konzentriert; Randbereiche werden abgestoßen. Das zuletzt nach herbem Minus in den Jahren 2009 und 2010 überschaubare Verluste schreibende Unternehmen kostet inklusive Schulden nicht einmal ein Sechstel seines Umsatzes. Gelingt der Umschwung zurück in die schwarzen Zahlen, dürften Anleger mit der Aktie vom jetzigen Niveau aus hohe zweistellige Gewinne einfahren. 

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