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Börse Welche Aktien von der Energiewende profitieren

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Weltweiter Stromverbrauch Quelle: Thomson Reuters, EEX, TBF, Eurostat

"Die Geschwindigkeit der Energiewende wird von den Käufern der Solaraktien überschätzt, und die Spekulation auf Solarwerte als große Fukushima-Profiteure könnte sich als falsch erweisen", sagt Plinke von Sarasin. Nicht die Fotovoltaik dürfte kurz- und mittelfristig am meisten von der Energiewende profitieren, sondern andere Technologien, die weniger im Fokus der Anleger stehen.

Das Problem: Solarstrom ist nur auf den ersten Blick günstig; die Herstellung einer Zelle verschlingt so viel Energie, wie die Zelle in zwei Jahren produzieren kann – im günstigsten Fall. Dazu müsste die Anlage aber in der Wüste Kaliforniens stehen oder in Nordafrika. Und weltweit ist der Anteil der Fotovoltaik mit 0,3 Prozent am Energiemix bisher homöopathisch gering. Selbst Deutschland als Spitzenreiter kommt gerade mal auf 1,4 Prozent Anteil Solarstrom am Energieverbrauch.

Keine Fotovoltaik

Zwar sinkt die Schwelle, ab der die erneuerbaren gegenüber fossilen Energiequellen wirtschaftlich konkurrenzfähig werden, weil die Öl- und Kohlepreise steigen. Doch von echter Kostenneutralität ist die Fotovoltaik von allen Energiequellen am weitesten entfernt. Die Entstehungskosten einer Kilowattstunde Solarstrom sind im Durchschnitt doppelt so hoch wie bei Wind und bis zu neun Mal höher als bei Kohlestrom.

Einen schnellen weltweiten Boom der Fotovoltaik könne er sich daher trotz Fukushima nicht vorstellen, meint Peter Dreide, Chef des auf Technologie- und Energieaktien spezialisierten Fondsanbieters TBF Global Asset Management, "stärker ausgebaut werden dürfte zunächst vor allem die Windkraft". Die hat gegenüber der Fotovoltaik einen Vorteil: Sie ist technisch ausgereifter – Experten schätzen den Vorsprung auf zehn Jahre – und daher billiger.

Allerdings werden nicht alle Windaktien gleich stark vom weltweiten Kapazitätsausbau profitieren. Das große Geschäft winkt langfristig vor allem in Ländern wie den USA, Indien und China: US-Präsident Barack Obama will jährlich vier Milliarden Dollar in erneuerbare Energien investieren. Viele US-Unternehmen haben schon Fakten geschaffen. So baut Google eigene Windparks.

Profitieren dürften davon vor allem US-Hersteller wie General Electric (GE). Für die Amerikaner ist Windkraft weniger wegen des grünen Image, sondern aus einem anderen Grund charmant: Windstrom kann im eigenen Land produziert werden. Seit Jahrzehnten ist die starke Abhängigkeit von politisch unsicheren Öllieferanten wie Saudi-Arabien der US-Energiepolitik ein Dorn im Auge.

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