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Börsen nachbauen Wie Anleger von Indexfonds profitieren können

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Lohnt es sich, zu spekulieren?

Doch wann genau passiert dies? Schließlich sind die Entwicklungen lange im Voraus abzusehen. Lohnt es sich, auf die kursbewegenden Effekte zu spekulieren? Haben Privatanleger dabei eine Chance gegenüber professionellen Arbitrageuren, die sich auf den Märkten tummeln?

Aufstiegs-Spekulation

Aktienstrategen der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) in Stuttgart haben dies überprüft. Sie nahmen sich den Euro Stoxx 50 vor und untersuchten, wie sich die Aufnahme neuer Aktien auf den Handel mit diesen Werten auswirkt; die Analyse reicht von 2000 bis 2012. Im Gegensatz zum Dax, wo die Aufnahmekriterien bis vor einigen Jahren noch recht weich waren, ist das Regelwerk beim Euro Stoxx seit jeher recht strikt. Er eignet sich daher besser für eine Langzeit-Untersuchung als der Dax.

„Nach unseren Erfahrungen beginnen Investoren ungefähr einen Monat vor dem Ankündigungstermin zu prüfen, welche Aktien aufsteigen könnten und welche den Euro Stoxx 50 verlassen müssen. Dann laufen bei den Analysten die ersten Anfragen von Fondsmanagern ein“, berichtet Analyst Uwe Streich von der LBBW. Ungefähr zu diesem Zeitpunkt setzen die Aktien, die später in den Euro Stoxx aufgenommen wurden, zum Höhenflug an: In den vier Wochen vor der Ankündigung ist die Wertentwicklung im Mittel um mehr als drei Prozentpunkte besser als bei den Aktien, die bereits im Euro Stoxx enthalten sind.

Nach dem Ankündigungstermin gibt es meist einen kleinen Rückschlag. Dann aber setzt sich die überdurchschnittliche Wertentwicklung fort: Die Newcomer laufen nochmals gut zwei Prozentpunkte besser als der Markt, bis die Neuberechnung des Euro Stoxx 50 endgültig wirksam wird. Alles in allem verzeichnen die Aufsteiger in den sechs bis sieben Wochen vor dem Stichtag eine Wertentwicklung, die im Schnitt um rund fünf Prozentpunkte höher liegt als bei den Euro-Stoxx-Aktien.

Letzte Minute

Steigt die Börse, können Anleger, die rechtzeitig die neuen Euro-Stoxx-Werte kaufen, binnen kurzer Zeit überdurchschnittliche Kursgewinne erzielen. Sie müssen dabei keineswegs überstürzt handeln. „Der Löwenanteil der Outperformance findet auf den letzten Drücker statt“, berichtet Streich. Noch am Tag vor der Anpassung des Index klettern die Kurse der Aufsteiger – im Schnitt ist ihre Wertentwicklung 1,6 Prozentpunkte besser als bei den Altwerten im Euro Stoxx.

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„Die Ergebnisse unserer Untersuchung lassen sich der Tendenz nach auf den Dax übertragen“, sagt Streich. Vorsicht geboten ist freilich beim MDax und SDax: Dort gelten auch heute noch viel weichere Kriterien als beim Dax. Selbst Profis können kaum vorhersehen, welche Entscheidungen die Arbeitskreise der Börse bei den Nebenwerte-Indizes treffen.

„Auch Privatanleger können versuchen, auf Kursgewinne von Euro-Stoxx- oder Dax-Kandidaten zu spekulieren“, sagt Streich. Sie sollten jedoch bedenken, dass die Ergebnisse der LBBW-Studie Durchschnittswerte sind – im Einzelfall kann die Performance der Aktien ganz anders aussehen.

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