Börsenaussichten So könnte der Crash aussehen, wenn er denn kommt

Die Korrektur im Dax setzt sich fort. Bisher hat das angepeilte Niveau um 9000 Punkte gehalten. Doch was passiert, wenn’s tiefer geht ?

Kleine Börsenchronik - Dax auf Rekordjagd
Dax-Höchststand Quelle: dpa
Foto vom roten Platz in Moskow Quelle: AP
Foto der US-Notenbank Quelle: dapd
Foto von Verona Pooth Quelle: dpa/dpaweb
Foto des Anschlages auf das World-Trade-Center am 11. September 2001 Quelle: REUTERS
Foto des Irakkrieges Quelle: dpa
Schriftzug IKB Quelle: dpa

Reihenweise werden jetzt wieder Crash-Warnungen herumgereicht – als ob Aktienmärkte auf solche Prognosen hin auch wirklich zusammenbrechen.

Allerdings: So, wie Trends an den Börsen von ihrer Zeitdauer länger nach oben gehen, sind die Einbrüche kürzer aber dafür schärfer. Das war in den vergangenen Jahrzehnten so, und daran hat moderne Börsentechnik nichts verändert.

Manche sagen, die Volatilität sei durch Algotrader und Sekundenhändler gestiegen. Durchaus. Aber wer (wie der Schreiber dieser Zeilen) etwa den Crash von 1987 selbst miterlebt hat (Wallstreet minus 21 Prozent in wenigen Stunden), käme niemals auf den Gedanken, Börse sei früher weniger hektisch oder nervenaufreibend gewesen.  

Von heute auf Morgen brechen Aktienmärkte nicht zusammen. Wenn es wirklich zu einer großen Trendwende kommt, dauert das in der Regel mehrere Monate.

Zum Beispiel vor dem Lehman-Crash: Hier vollzog sich die eigentliche Top-Bildung im Dax von Juni bis Dezember 2007; Januar 2008 kam dann die erste Phase des Absturz, im Herbst die zweite; ergibt sechs Monate Topbildung;

2011 dauerte die Top-Bildung von Januar bis Juli, ebenfalls sechs Monate;

2000 vollzog sich die Wende von Januar bis März; danach ging es noch über mehrere Monate quer, bevor sich der Abwärtstrend durchsetze; drei Monate Top-Bildung;

Ziemlich zügig ging es im Juni 1998 vor der Asienkrise, da sauste der Markt so schnell hinunter wie er vorher gestiegen war; ein Monat Top-Bildung;

1987 ging es ebenfalls vergleichsweise schnell, von Anfang August bis Anfang Oktober, zwei Monate;

und 1929, beim legendären Großen Crash an Wall Street, bildeten die Notierungen von August bis Mitte Oktober eine lupenreine obere Wende, bis sie dann einen Abwärtstrend einleiteten, der 1932 bei minus 90 Prozent endete;

Als Durchschnittswert ergibt sich aus den sechs genannten markanten Marktwenden eine zeitliche Ausdehnung der Top-Bildung von rund drei Monaten.

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Also, selbst wenn man unterstellen will, dass derzeit die Top-Bildung für einen Crash schon im Gange ist, dürfte noch etwas Luft bestehen. So gesehen wäre nach dem November als erster Spitze jetzt im Dezember zunächst der planmäßige Rücksetzer dran. Danach könnte es (vielleicht bis in den Januar hinein) noch einmal eine Erholung geben und erst an deren Ende käme dann das finale Crash-Signal – wenn es denn wirklich kommt.

Als kurzfristige Untergrenze für die demnächst mögliche Erholung könnte übrigens – sollte die Marke bei 9000 nicht halten – der seit Juni bestehende Aufwärtstrend bei etwa 8800 Punkten dienen; egal, ob es danach zum Crash kommt oder nicht. 

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