WiWo App Jetzt gratis testen
Anzeigen

Börsendebut Ausgabepreis der Healthineers-Aktie beträgt 28 Euro

Siemens-Tochter: Ausgabepreis der Healthineers-Aktie beträgt 28 Euro Quelle: Bloomberg

Die Aktien der Siemens-Tochter Healthineers werden zu je 28 Euro zugeteilt. Das obere Ende der Preisspanne war unerreichbar – wegen Börsenturbulenzen.

Beim Börsengang der Siemens-Medizintechnik-Tochter Healthineers werden die 150 Millionen Aktien zu je 28 Euro zugeteilt. Die Preisspanne reichte von 26 bis 31 Euro und war damit unerwartet niedrig angesetzt worden. Das hing auch mit dem unsicheren Börsenumfeld nach der Ankündigung von Strafzöllen durch US-Präsident Donald Trump und dem unklaren Wahlergebnis in Italien zusammen. Kurzzeitig hatten diese beiden Faktoren für Kursturbulenzen an den Märkten gesorgt.

Siemens-Chef Joe Kaeser hatte auf einen Börsenwert von bis zu 35 Milliarden Euro für die Erlanger Tochter gehofft, Anleger sehen sie offenbar nur bei 28 Milliarden Euro. Siemens kann damit mit einem Emissionserlös von 4,2 Milliarden Euro kalkulieren. Mit Healthineers erlebt Frankfurt den größten Börsengang in jüngerer Zeit seit der Abspaltung Innogys von RWE vor eineinhalb Jahren.

Siemens gibt 15 Prozent an seiner Tochter ab. Der Erlös ist dabei aber zweitrangig: Primär geht es Siemens darum, dass Healthineers das Wachstum künftig selbst finanzieren und so eine aktive Rolle in der weltweiten Konsolidierung der Branche spielen kann. Dazu sollen die eigenen Aktien als Akquisitionswährung zum Kauf von Unternehmen eingesetzt werden. Außerdem kann der Münchener Konzern jetzt auf steigende Kurse und damit auf eine Wachstumsstory bei der Bewertung setzen.

Bereits am Dienstag war die Emission zweifach überzeichnet gewesen, hieß es in Finanzkreisen. Dies gilt als Mindestvolumen für eine erfolgreiche Emission. Nur dann haben die Banker freie Hand, um eine ausgewogene Mischung von Anlegern zu finden, denen die Aktien zugeteilt werden. Die Bücher für den Börsengang wurden am Donnerstag um 14 Uhr geschlossen. Am Freitag wird Healthineers sein Debüt an der Frankfurter Börse feiern. Von einer Aktiennotiz an der Wall Street hat Siemens Abstand genommen. Das hätte vor allem Kosten produziert – bei überschaubaren Vorteilen für in den USA sitzende Investoren.

Für Diskussionen sorgte bei potenziellen Investoren wie Fonds und Pensionskassen vor allem die Labortechnik-Sparte. Dort setzt Siemens Healthineers – die klare Nummer zwei hinter Roche – auf seine neue Plattform „Atellica“. Sie soll die Trendwende bringen, nachdem sich Siemens in den vergangenen Jahren auf dem umkämpften Markt schwer getan hatte.

Während etwa die Analysten von Redburn und Morgan Stanley hier Wachstumschancen entdecken, zeigten sich Anleger teilweise skeptischer. „Die Sparte lief in den vergangenen Jahren nicht rund“, sagte ein Fondsmanager einer ausländischen Investmentgesellschaft. Bei Magnetresonanztomographen, Röntgen- und Ultraschall-Geräten ist Healthineers dagegen die unangefochtene Nummer eins auf dem Weltmarkt.

Eine Woche nach Healthineers wird ein weiteres Schwergewicht an die Börse gehen. Bei der DWS, der Vermögensverwaltungstochter der Deutschen Bank, läuft die Zeichnungsfrist seit Mittwoch. Die Bücher waren schon am ersten Tag gefüllt. Auch die DWS hat Abstriche beim Börsenwert machen müssen. Am oberen Ende der Preisspanne wird sie mit 7,2 Milliarden Euro bewertet. Die Deutsche Bank will sich von bis zu 25 Prozent ihrer profitabelsten Sparte trennen und damit 1,2 bis 1,8 Milliarden Euro einnehmen.

Ein Drittel davon hat sie schon sicher. Neben dem japanischen Lebensversicherer Nippon Life als Ankeraktionär mit einem Anteil von fünf Prozent zeigt auch die französische Investmentfirma Tikehau großes Interesse an der Aktie der DWS. Zusammen könnten die beiden Firmen rund acht bis neun Prozent erwerben.

Siemens Healthineers zählt zu den fünf größten deutschen Börsengängen. Die mit Abstand größte Emission ist die erste Privatisierungstranche der Deutschen Telekom im November 1996 gewesen, die mit gut zehn Milliarden Euro mehr als doppelt so groß war. Für 2018 rechnet Martin Steinbach, Partner beim Berater EY, mit 13 bis 18 Börsengängen. Dazu zählen etwa auch die milliardenschweren Emissionen des weltweit führende Herstellers von Zug- und Fahrzeugbremsen, Knorr Bremse, und der Wissenschaftsverlag Springer Nature, hinter dem der Verleger Stefan von Holtzbrinck und der Finanzinvestor BC Partners stehen.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%