Börsengänge Investoren zahlen für Hess-Aktie nur das Minimum

Es war ein Kraftakt. Beim Börsenstart des LED-Leuchtenherstellers Hess hat die Skepsis der Investoren bis zuletzt überwogen. Die Kursparty fiel aus. Ein schlechtes Vorzeichen für Börsenkandidat o2.

Aus diesen Börsengängen ist nichts geworden
Die im Mai oder Juni erwartete Wiederaufnahme von Börsengängen in China dürfte sich einem Zeitungsbericht zufolge noch bis Juli verzögern. Die Behörden machten sich Sorgen über den Zustand der Wirtschaft und würden deshalb erst im dritten Quartal wieder IPOs zulassen, hieß es in dem amtlichen
Das Logo der Rheinmetall AG Quelle: dpa
Die Zentrale des Versicherungskonzerns Talanx Quelle: dpa/dpaweb
Luxury clocks and watches are displayed inside a Graff Diamonds store at Peninsula Hotel in Hong Kong Quelle: REUTERS
Spanish Formula One driver Fernando Alonso of Ferrari steers his car Quelle: dpa
workers fixing a huge advertising banner of German company Evonik Quelle: REUTERS
Energiesparlampen werden am 26.08.2009 bei Osram in Augsburg (Schwaben) in Verkaufsverpackungen abgepackt. Quelle: dpa

Das Unternehmen musste eine erste Zeichnungsfrist erst verlängern und die Preisspanne deutlich verringern, bis die Aktie am vergangenen Donnerstag schließlich zum denkbar niedrigsten Kurs von 15,50 Euro an der Frankfurter Börse notierte. 

Damit blieb Hess deutlich hinter den Erwartungen von Fondsmanagern zurück, die der Aktie vor dem Börsengang einen Preis zwischen 18 und 18,50 Euro zugetraut hatten.

Am Ende mögen die hohen Schulden für die bescheidene Performance verantwortlich sein. Hess hatte sie aufgenommen, um mehr Großprojekte ­– unter anderem im Nahen Osten – zu stemmen; zukünftig will sich das Unternehmen vor allem darüber einen Namen machen. Konkret sind im ersten Halbjahr 2012 allein die kurzfristigen Verbindlichkeiten um über 50 Prozent auf knapp 50 Millionen Euro gestiegen.

Ob von den 35,5 Millionen Euro, die Hess nun an neuem Kapital einstreichen konnte, immer noch rund zehn Millionen Euro in die Schuldentilgung fließen werden, ist fraglich. Ursprünglich hatte das Unternehmen mit frischem Kapital von bis zu 52,9 Millionen Euro gerechnet.

Ehrgeizige Prognosen

Auch die ehrgeizigen Umsatzprognosen, die Hess in Aussicht stellte, mögen Investoren weiterhin zu hoch erschienen sein. Der größte Schwachpunkt, der geringe Nettogewinn (1,3 Millionen Euro 2011, 1,6 Millionen Euro prognostiziert für 2012), bleibt. Der ließe sich nur steigern, wenn die Prognosen zum Umsatzwachstum auch so eintreffen – dafür müsste der Markt der LED-Leuchten wie erwartet wachsen und Hess mehr Großprojekte – auch mit Hilfe der Tochter Emdelight – an Land ziehen. 

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o2 im schwierigen Umfeld

Angesichts der zurückhaltenden Investoren könnte es auch für die Telefónica Deutschland, besser bekannt unter der Marke o2, schwer werden. Am Montag endet die Zeichnungsfrist für 250 Millionen Aktien. Die Tochter der spanischen Telefónica kämpft seit geraumer Zeit um Marktanteile und kann zukünftig kaum auf Umsatzsteigerungen hoffen.

Der Börsengang zum jetzigen Zeitpunkt geschieht auch aus Verzweiflung – die spanische Mutter steckt in Geldnot. Innerhalb der ohnehin engen Preisspanne von 5,25 bis 6,50 Euro pro Aktie hat sich ein derzeitiger Graumarktkurs von 5,70 bis 5,80 Euro eingependelt. Damit könnten Telefónica Deutschland rund 1,5 Milliarden Euro an neuem Kapital zufließen.

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