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Börsengang Aumann-Aktien starten Höhenflug

Maschinenbauer Aumann gelingt der erste erfolgreiche Börsengang in Frankfurt seit Monaten. Anleger sollten mit dem Einstieg aber noch warten.

Börsenneuling stellt Maschinen her, die zum Beispiel Elektromotoren für die Autoindustrie produziert. Quelle: dapd

Die Aktie des Maschinenbauers Aumann hat bei ihrem Börsendebüt ordentlich zugelegt. Der erste Kurs an der Frankfurter Börse wurde am Freitag mit 48,20 Euro festgestellt, im Tagesverlauf stieg sie auf knapp 50 Euro.

Ausgegeben worden waren die 5,98 Millionen Papiere zu 42 Euro, nahe dem oberen Ende der von 35 bis 43 Euro reichenden Angebotsspanne. Bei einem Kurs von 50 Euro ist Aumann somit gut 644 Millionen Euro an der Börse wert – recht üppig, für einen Maschinenbauer, der 2016 156 Millionen Umsatz und 12,8 Millionen Euro Gewinn gemacht hat.

Die Perle im Gemischtwarenladen

"Wir sehen das als sehr schönen Erfolg", zeigte sich der Chef des Aumann-Mehrheitsaktionärs MBB, Christof Nesemeier zufrieden. Der Plan, mit dem Börsengang den Wert von Aumann herauszustellen, sei aufgegangen: "Wenn man so eine Perle in einem Gemischtwarenladen versteckt, sieht man nicht den vollen Wert." Begleitet haben den Börsengang federführend die Privatbank Berenberg und die US-Investmentbank Citi, Hauck & Aufhäuser war ebenfalls mit im Boot.

Das Unternehmen aus dem westfälischen Beelen ist der erste Börsenneuling des Jahres in Frankfurt. Das Aktienangebot profitiert von der wachsenden Bedeutung von Elektromotoren, insbesondere vom Bedarf der Fahrzeughersteller. Mit den Maschinen von Aumann lassen sich solche Elektroantriebe produzieren, zudem stellt das Unternehmen Maschinen für Spulenwicklung und Drahtlackierung her. Bislang hat das Geschäft mit der Elektromobilität einen Umsatzanteil von 27 Prozent. Finanziell betrachtet ist Aumann grundsolide. Die Nettoliquidität liegt bei 26,5 Millionen Euro, die Eigenkapitalquote liegt bei 31 Prozent.

63 Millionen Euro für Ausbau der Produktion

Die Emission hat ein Volumen von 251 Millionen Euro. Mit 176 Millionen geht der größte Teil davon an die Berliner Mittelstands-Beteiligungsfirma MBB, die ihren Anteil an Aumann damit auf 53,6 von 93,5 Prozent abschmelzen lässt. Dem Börsenneuling selbst fließen 63 Millionen Euro für den geplanten Ausbau der Produktion zu. MBB strebt anders als die meisten Private-Equity-Firmen keinen schnellen Verkauf ihrer Beteiligungen an, sondern will langfristig mit ihnen zusammenarbeiten.

MBB-Aktionäre können sich daher schon jetzt über den hohen Verkaufspreis freuen. Seit der Ankündigung des Aumann-Börsengangs Ende Februar zog der Kurs der MBB-Aktie deutlich an. Seit der WirtschaftsWoche-Empfehlung im August 2016 (LINK auf 13967484) stieg er um 180 Prozent.

Unter dem Strich sind Aumann-Aktien aber alles andere als billig. Anleger der ersten Stunde könnten daher auch zügig ihre Zeichnungsgewinne mitnehmen. Wer die Aktien hingegen im Börsenhandel kaufen möchte, sollte das Papier noch beobachten und Gewinnmitnahmen beziehungsweise Kursrückschläge zum Einstieg nutzen. 

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