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Börsengang Knorr-Bremse-Aktien debütieren knapp über Ausgabepreis

Knorr-Bremse-Aktien debütieren knapp über Ausgabepreis Quelle: dpa

Knorr-Bremse ist mit einem Volumen von 3,9 Milliarden Euro der zweitgrößte Börsengang dieses Jahres in Deutschland. Das Unternehmen feiert seinen Einstand mit einem kleinen Kursplus.

Der Münchner Bremsenkonzern Knorr-Bremse hat seinen Einstand an der Frankfurter Börse mit einem kleinen Kursplus gefeiert. Der erste Kurs wurde am Freitag mit 80,10 Euro festgestellt, ausgegeben worden waren die Papiere zu 80 Euro. Das Unternehmen hatte die Zeichnungsfrist verkürzt, nachdem die Aktien um ein Vielfaches überzeichnet waren. Kurz nachdem die Bücher geschlossen wurden, gingen die Aktienmärkte in die Knie, am Freitag zeigten sie sich wieder erholt.

Knorr-Bremse ist mit einem Volumen von 3,9 Milliarden Euro der zweitgrößte Börsengang dieses Jahres in Deutschland. Das Geld fließt komplett an Mehrheitseigentümer Heinz Hermann Thiele und seine Tochter.

Mit einem Vermögen von 15 Milliarden Euro ist der 77 Jahre alte Thiele nach der jüngsten Rangliste des „Manager Magazins“ der siebtreichste Deutsche. Ursprünglich nur Geschäftsführer bei Knorr-Bremse, hatte er 1986 die Mehrheit an dem angeschlagenen Unternehmen übernommen und es zu einem Weltkonzern mit einem Umsatz von 6,2 Milliarden Euro und 30.000 Mitarbeitern gemacht. Er will mit dem Börsengang sein Vermächtnis sichern. Sein Sohn Henrik war im vergangenen Jahr im Streit aus der Familienholding ausgestiegen.

Knorr-Bremse ist zum Ausgabepreis 12,9 Milliarden wert. Größer als der Börsengang des Traditionsunternehmens war in diesem Jahr nur die Emission der Siemens-Medizintechnik-Tochter Healthineers, die im Frühjahr 4,2 Milliarden Euro brachte. Bei Knorr-Bremse liegt der Ausgabepreis knapp in der oberen Hälfte der Preisspanne, die von 72 bis 87 Euro reichte. Angesichts der großen Nachfrage schöpfte Thiele die Zahl der angebotenen Aktien voll aus. Knorr-Bremse hatte die Zeichnungsfrist um einen Tag verkürzt - auch wegen der wackligen Aktienmärkte, die einigen Börsenneulingen einen holprigen Start am Markt beschert hatten. Organisiert wird die Emission von JPMorgan, der Deutschen Bank und Morgan Stanley.

Am Dienstag hatte der Knorr-Bremse-Nachbar Westwing sein Börsendebüt in Frankfurt gegeben. Die Aktie des Internet-Möbelhändlers ging zeitweise um 15 Prozent in die Knie und lag auch am Mittwochmittag mit 25,45 Euro unter dem Ausgabepreis von 26 Euro. Ihren Börsengang angekündigt haben für den Herbst auch die Beteiligungsfirma Primepulse, die knapp 290 Millionen Euro erlösen will, sowie der Elektroroller-Hersteller Govecs. Auch der dänische Arzneimittel-Importeur Abacus Medicine strebt an die Frankfurter Börse. Das Volumen von Neuemissionen in Deutschland könnte damit in diesem Jahr auf rund zwölf Milliarden Euro steigen, so viel wie seit dem Jahr 2000 nicht mehr. Der Stuttgarter Anlagenbauer Exyte hat seine Börsenpläne dagegen wieder begraben.

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