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Börsengang von Spotify Spanne für Spotify-Aktien liegt bei 145 bis 155 Dollar

Auf unkonventionelle Weise ist Spotify an die Börse gegangen. Wie erfolgreich der Gang aufs Parkett ist, bleibt vorerst unklar – der Aktienpreis steht noch nicht fest.

New YorkKeine Roadshow, keine Glocke, keine Interviews: Spotify hat für sein vielbeachtetes Börsendebüt an der New York Stock Exchange (Nyse) nicht nur den ungewöhnlichen Weg einer Direktplatzierung gewählt, sondern zugleich gänzlich auf das häufig mit der Neuemission einhergehende Brimborium verzichtet. Doch trotzdem oder gerade deswegen sorgte der weltgrößte Musikstreaming-Dienst aus Schweden am ersten Handelstag für viel Aufsehen.

Experten rechneten damit, dass die milliardenschwere Direktplatzierung im Falle eines Erfolges anderen, noch nicht börsennotierten Technologieunternehmen wie Uber und Lyft als Blaupause für ihre Neuemissionen dienen dürfte. Spotify-Chef Daniel Ek spielte vorab die Bedeutung des Börsendebüts herunter. Es hebe das Unternehmen zwar auf die große Bühne, aber „es ändert nicht, wer wir sind, um was es uns geht und wie wir vorgehen“.

Kurz nach Handelsstart um 15.30 Uhr konnte über Erfolg oder Misserfolg noch kein Urteil gefällt werden, da kein Aktienpreis für das insgesamt auf mehr als 20 Milliarden Dollar geschätzte Unternehmen feststand. Die Preisspanne liegt bei 145 bis 155 Dollar.

Beobachter rechneten damit, dass sich die Bestimmung des konkreten Preises noch hinziehen dürfte. Der Debütkurs von Spotify musste erst aus den Kauf- und Verkaufsorders errechnet werden. Allzu hohe Erwartungen wollte Ek nicht wecken. „Ich habe keine Zweifel daran, dass es Aufs und Abs geben wird“, schrieb der Schwede im Unternehmensblog. „Manchmal sind wir erfolgreich, manchmal straucheln wir.“

Spotify, das weiterhin rote Zahlen schreibt, ist bereits weit gekommen. Das seit zehn Jahren am Markt befindliche Unternehmen aus Stockholm hält die großen Technologiekonzerne wie Apple, Google und Amazon mit ihren Konkurrenzangeboten in Schach. Zudem ist es Spotify gelungen, den Wandel in der Musikbranche mitzugestalten.

Lange litt die Industrie darunter, dass immer weniger Menschen CDs kauften. Inzwischen kommen Marktschätzungen zufolge 60 Prozent aller Musikumsätze von Streamingdiensten, bei denen Nutzer Abonnements abschließen, um Zugriff auf riesige Musikbibliotheken zu haben.

Der von der New Yorker Börse festgesetzte Referenzpreis für Spotify lag bei 132 Dollar je Aktie, womit das Unternehmen insgesamt mit 23 Milliarden Dollar bewertet wurde. „Gemessen am Handel auf dem Graumarkt sowie an Angebot und Nachfrage sollte dies ein fairer Preis sein“, sagte ein Händler. Bei einer Direktplatzierung fällt der übliche von Banken organisierte Preisbildungsprozess im Vorfeld weg, was eben auch für Volatilität sorgt.

Spotify sei kein gewöhnliches Unternehmen, begründete der 35-jährige Mitgründer Ek den speziellen Weg an die Börse, den an der New Yorker Börse bisher noch keiner gegangen ist. Es gab weder eine Werbetour bei Investoren, um die Aktien anzupreisen, noch eine Zeichnungsfrist oder einen Ausgabepreis. Das spart Zeit und Geld, ist aber auch riskant.

Hinzu kam die Unsicherheit durch das zuletzt schwache Marktumfeld. Technologiewerte gehören seit dem Datenskandal bei Facebook und der Kritik von US-Präsident Donald Trump an Amazon zu den großen Verlierern. Allerdings deutete am Dienstag alles auf eine Erholung hin. Zum Handelsstart legte der Dow Jones 0,5 Prozent zu.

Spotify gehört nach Snap, Facebook und Alibaba zu den größten Börsendebüts von Techkonzernen an der Wall Street der letzten Jahre. Das Debüt des weltgrößten Internet-Netzwerkes 2012 verlief - auch wegen technischer Probleme - mehr als holprig.

Trotzdem hat der Konzern von Mark Zuckerberg seither seinen Börsenwert mehr als vervierfacht. Spotify hat beim Emissionserlös zunächst den Betrag von bis zu einer Milliarde Dollar als Platzhalter angegeben. Zum Vergleich: Facebook sammelte am Ende 16 Milliarden Dollar ein.

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