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Börsengang Zulassungsantrag eingereicht

Der Börsengang des Essener Chemiekonzerns Evonik geht diese Woche in die heiße Phase. Die Deutsche Bank, die den Börsengang begleitet, habe den Zulassungsantrag bei der Frankfurter Börse eingereicht, hieß es am Montag aus Anlegerkreisen.

Die Wirtschafts-Giganten aus NRW
Das Logo von Evonik Quelle: dpa
Beim Abstich wird der Himmel über dem Hüttenwerk Krupp Mannesmann (HWK) in Duisburg von hellem Feuerschein erleuchtet Quelle: dpa
Homepage von Abus Quelle: Screenshot
Die Kombo zeigt die Schilder von Aldi Süd und Aldi Nord Quelle: dpa
die Zentrale der Rheinmetall AG in Düsseldorf. Quelle: dpa/dpaweb
Das Verwaltungsgebäude der Bertelsmann AG in Gütersloh Quelle: dpa/dpaweb
Der geschäftsführende Gesellschafter der Tengelmann-Gruppe Karl-Erivan W. Haub hält einen Tengelmann-Prospekt. Quelle: AP

Die Erstnotierung auf dem Frankfurter Parkett wird zum Ende der Woche erwartet. Eigentümer des Essener 33.000-Mitarbeiter-Unternehmens sind die RAG-Kohlestiftung und die britische Beteiligungs-Gesellschaft CVC. RAG und CVC haben im Februar und März bereits je rund sechs Prozent Aktien an Investoren abgegeben. Weitere zwei Prozent gehen an institutionelle Anleger. Insgesamt wird für das 14 Prozent-Paket mit einem Erlös von etwa zwei Milliarden Euro gerechnet. Börsenfachleute erwarten, dass der Wert sehr schnell in den MDax aufsteigt.

10 Tipps für Börseneinsteiger

Drei Mal musste Evonik den Börsengang absagen, wagt das Unternehmen erneut den Sprung an die Börse - und diesmal aller Voraussicht nach mit Erfolg. Es ist Deutschlands bisher größter Börsengang des Jahres - und zugleich ein Börsengang durch die Hintertür. Das Unternehmen startet keine klassische öffentliche Emission, sondern hat im Februar und März in mehreren Schritten rund zwölf Prozent der Aktien bei vorbörslichen Privatplatzierungen an Investoren wie den Singapur-Staatsfonds Temasek vergeben. Zwei weitere Prozent gehen an institutionelle Investoren. Wegen der großen Nachfrage habe sich der zugrunde gelegte Preis im Laufe des Verfahrens erhöht, hieß es.

Evonik-Chef Klaus Engel versprach den Investoren im März bei der Bilanzvorlage ein „attraktives Wachstum ohne Abenteuer“. Der einstige Mischkonzern - 2007 aus den Industrieanteilen des Kohlekonzerns RAG hervorgegangen - hatte sein Portfolio seit Jahren zielstrebig auf das Kernfeld Spezialchemie und den Börsengang hingetrimmt: Die Mehrheit an der Energietochter Evonik-Steag wurde verkauft. 2011 gab Evonik sein Ruße-Geschäft (Carbon Black) ab, 2012 folgten die Farbstoffe (Colorants) und Evonik trennt sich von Teilen seiner Immobilien-Tochter Vivawest.
Der Konzerngewinn stieg 2012 um knapp ein Fünftel auf 1,2 Milliarden Euro. Das Unternehmen investiert stark in Asien und setzt auf Trends wie die weltweit immer hochwertigere Ernährung mit steigendem Fleischanteil: Evonik baut riesige Fabriken für Aminosäuren zur Tierfutterproduktion. Beim globalen Bevölkerungswachstum ist Evonik mit Superabsorbern für Babywindeln dabei. Die Investitionen in aller Welt kann Evonik dabei fast komplett aus eigenen Mitteln decken, größere Übernahme-Abenteuer hat sich das Management bisher verkniffen.
Für den Haupteigner RAG-Stiftung, dem nach dem Börsengang noch rund 68 Prozent verbleiben, ist Evonik ein Dauerinvestment mit festgeschriebenem Ziel: Aus den Erlösen des Evonik-Börsengangs, Dividenden und Kapitaleinnahmen muss die Stiftung nach ihrer Satzung die dauerhaften Folgekosten des Steinkohlebergbaus in Deutschland nach dem Ende der Förderung 2018 tragen.

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Nach aktuellen Berechnungen benötigt die Stiftung für diese „Ewigkeitslasten“ ab 2019 einen Vermögensstock von rund 13 Milliarden Euro. Die rund zwei Milliarden Euro für 14 Prozent Aktienanteil entsprechen einer Unternehmensbewertung von gut 14 Milliarden Euro. Das Ziel dürfte erreicht und übertroffen werden, wenn Evonik-Chef Engel bei der Erstnotierung in Frankfurt die Glocke läutet.

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