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Börsennotierte Fonds BlackRock senkt ETF-Gebühren im Konkurrenzkampf

Der weltgrößte ETF-Anbieter BlackRock senkt im Konkurrenzkampf mit Vanguard und Schwab die Gebühren für sechs seiner Produkte und legt gleichzeitig vier neue auf. Der Handel startet am 22. Oktober.

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BlackRock reagiert mit Gebührensenkungen auf den Konkurrenzkampf im ETF-Geschäft. Quelle: Reuters

BlackRock, der weltgrößte Anbieter von börsennotierten Fonds (ETF), senkt die Gebühren für sechs seiner Produkte und legt vier neue ETF auf. Damit will sich BlackRock besser gegen die Konkurrenz von Vanguard und Schwab wappnen. Drei der neuen ETF sind internationale Aktienfonds, der vierte wird US-Bonds mit kurzer Laufzeit abbilden. Der Handel in den ETF startet am 22. Oktober.

BlackRock baut nach eigenen Angaben die iShares Core Serie auf. Sie besteht aus zehn ETF und soll Kleinanleger und institutionelle Investoren ansprechen, die an langfristigen Investments interessiert sind. Die New Yorker Gesellschaft legt darüber hinaus die Verkaufsteams für die iShares-Produkte und die Investmentfonds von BlackRock für Kleinanleger zusammen, um den Marktanteil zu erhöhen.

„Da mehr und mehr Investoren für Diversifizierung und Exposure in ihrem Kernportfolio auf ETF zugreifen, haben wir die Gelegenheit gesehen, eine kostengünstige Reihe an Fonds anzubieten“, sagte Mark Wiedman, weltweiter Chef der iShares ETF-Sparte von BlackRock in der Mitteilung.

IShares, mit einem Anlagevolumen von über 700 Milliarden Dollar in seinen ETF, hat Marktanteile an Vanguard verloren. Die Fondsgesellschaft aus Valley Forge in Pennsylvania konnte von ihrem Ruf als Fondsanbieter mit niedrigen Gebühren profitieren und steigerte das Anlagevolumen in ETF auf rund 230 Milliarden Dollar. Schwab, mit Sitz in San Francisco, hat die Gebühren für seine eigenen ETF im September um durchschnittlich 40 Prozent gesenkt.

BlackRock-Chef Laurence D. Fink kündigte vergangenen Monat Gebührensenkungen für große, liquide, ETF-Haupttypen an. Laut eines Berichts von State Street Global Advisors haben Investoren in diesem Jahr bis Ende September 34 Mrd. Dollar in die US-ETF von iShares gepumpt.

Bei BlackRock ist der Marktanteil in den USA im ETF- Geschäft jedoch im Jahr bis Ende September um zwei Prozentpunkte gesunken auf 41 Prozent. Hingegen stieg der Marktanteil von Vanguard um 1,7 Prozentpunkte auf 18 Prozent, wie aus dem Bericht von State Street hervorgeht. State Street, mit Sitz in Boston, liegt auf dem zweiten Platz hinter BlackRock mit einem Marktanteil von 25 Prozent.


Kurssteigerungen bei BlackRock-Aktie unwahrscheinlich

Vanguard hatte diesen Monat mitgeteilt, MSCI Inc. nicht länger als Anbieter der Benchmarks für ihre 22 Indexfonds zu verwenden, um die Gebühren für die Investoren im Verlauf der Zeit zu verringern.

Zu den ETF Von BlackRock, deren Gebühren sinken und die umbenannt werden, gehört der iShares S&P 500 Index Fund. Ab 17. Oktober heißt er iShares Core S&P 500 ETF. Hier werden die Kosten künftig bei 0,07 Prozent liegen, gegenüber zuvor 0,09 Prozent. Zum Vergleich: Beim Vanguard S&P 500 ETF betragen die Gebühren 0,05 Prozent.

Beim IShares Barclays Aggregate Bond Fund, der neu iShares Core Total U.S. Bond Market ETF heißt, liegen die Gebühren künftig bei 0,08 Prozent gegenüber zuvor 0,2 Prozent. Für den Vanguard Total Bond Market ETF betragen die Gebühren dagegen 0,1 Prozent.

Nach einer Studie von Jeffrey Hopson, Analyst bei Stifel, Nicolaus & Co. vom 27. September haben Investoren im dritten Quartal rund 47 Milliarden Dollar in US-ETF investiert, wobei etwa 17 Milliarden Dollar davon auf iShares-ETF entfielen.

Die Analysten Matthew Kelley und Kevin Kaczmarek von Morgan Stanley rechnen in einer Notiz vom 26. September nicht mit umfangreichen Gebührensenkungen bei BlackRock. Die meisten Kunden der Gesellschaft seien institutionelle Investoren, für die Liquidität wichtiger sei.

Die Gebührensenkungen würden daher wohl nicht zu Kurssteigerungen bei der BlackRock-Aktie führen. Und ein etwaiger Anstieg der Kundenzahl würde den verlorenen Umsatz wohl nicht wettmachen, schrieben die Analysten.

Bei der Barclays 2012 Global Financial Services Conference am 10. September hatte Fink erklärt, BlackRock habe die Führung von Kleinanlegergeschäft und iShares zusammengelegt, um die Möglichkeiten, den Umsatz zu steigern, zu verbessern.

Im Rahmen einer Neuorganisation war im August Robert Fairbairn mit der Verkaufsleitung für iShares und das Kleinanlegergeschäft betraut worden. Blackrock legt die Zahlen zum dritten Quartal am Mittwoch vor.

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