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Börsenpläne "Kion würde sicher gut in den MDax passen"

Gordon Riske, Chef des deutschen Gabelstaplerbauers Kion, will mit China-Billigstaplern verdienen und mit Geld aus dem Börsengang weltweit wachsen. Warum er die Zeit reif für einen Börsengang hält.

Gordon Riske, 55, Chef des Gabelstaplerherstellers Kion Quelle: Presse

WirtschaftsWoche: Herr Riske, die Aktienkurse sind oben, die Konjunkturaussichten eher mau, und Sie wollen an die Börse. Besteht da nicht die Gefahr, dass Anleger Ihre Aktie zu teuer einkaufen?

Riske: Warum? Kion entwickelt sich als weltweit größtes auf Gabelstapler fokussiertes Unternehmen sehr gut, die Lage an den Kapitalmärkten ist positiv. Wenn das so bleibt, wäre das ein guter Zeitpunkt, sofern unsere Eigentümer es wollen. Ein Börsengang eines großen deutschen Unternehmens wie Kion wäre ein wichtiges positives Signal für den ganzen Markt.

Aus diesen Börsengängen ist nichts geworden
Die im Mai oder Juni erwartete Wiederaufnahme von Börsengängen in China dürfte sich einem Zeitungsbericht zufolge noch bis Juli verzögern. Die Behörden machten sich Sorgen über den Zustand der Wirtschaft und würden deshalb erst im dritten Quartal wieder IPOs zulassen, hieß es in dem amtlichen "China Securities Journal". Die Börsenaufsicht hatte die Genehmigung von Börsengängen im Oktober eingestellt, um das Angebot zu drosseln, den Aktienmarkt zu stabilisieren und die Qualität der IPOs zu verbessern. Viele Branchenkenner hatten erwartet, dass die Behörde im Mai oder Juni eine Wiederaufnahme ankündigen wird. Im vergangenen Jahr bot sich an den westlichen Märkten ein ganz ähnliches Bild - wenn auch nicht ausschließlich krisenbedingt. Quelle: dpa
Das Logo der Rheinmetall AG Quelle: dpa
Die Zentrale des Versicherungskonzerns Talanx Quelle: dpa/dpaweb
Luxury clocks and watches are displayed inside a Graff Diamonds store at Peninsula Hotel in Hong Kong Quelle: REUTERS
Spanish Formula One driver Fernando Alonso of Ferrari steers his car Quelle: dpa
workers fixing a huge advertising banner of German company Evonik Quelle: REUTERS
Energiesparlampen werden am 26.08.2009 bei Osram in Augsburg (Schwaben) in Verkaufsverpackungen abgepackt. Quelle: dpa

Wann fällt die endgültige Entscheidung und was tun Sie, wenn es doch nicht zum Börsengang kommen sollte?

Es besteht keine Eile, der Zeitpunkt muss passen. Ein Börsengang ist das erklärte Ziel unserer derzeitigen Haupteigentümer KKR und Goldman Sachs. Sie haben nach der Übernahme 2006 darauf hingearbeitet, das Unternehmen zu internationalisieren und dann an die Börse zu bringen. Ein Börsengang würde uns die Chance geben, weiter in globale Standorte und unsere Gabelstaplermarken zu investieren.

Kion gehört nicht nur den zwei Finanzinvestoren, sondern zu einem Viertel auch dem chinesischen Maschinenbauer Weichai Power. Welche Rolle spielt der für Sie?

Weichai Power ist ein langfristiger strategischer Ankerinvestor, dessen Anteil an Kion die wertmäßig größte chinesische Direktinvestition in Deutschland darstellt. Wir wollen unsere Kooperation vertiefen. Weichai sieht die Potenziale, die in Kion stecken, und will seinen Anteil noch etwas erhöhen.

Was bringt Ihnen die Kooperation?

Für Kion ist China ein wichtiger Markt, der in den vergangenen Jahren für rund die Hälfte des Wachstums der globalen Staplernachfrage verantwortlich war. Die Partnerschaft mit Weichai bringt uns einen noch besseren Marktzugang. So produziert Weichai Motoren, mit denen wir Stapler unserer lokalen Marke Baoli ausrüsten können. Diese verkaufen wir nicht nur in China, sondern auch an Kunden in anderen Wachstumsmärkten wie Osteuropa oder Südamerika. Unsere Kapazitäten in China und unsere Stellung im chinesischen Markt wollen wir ausbauen.

Was machen Sie, wenn die Konjunktur stottert und China als wichtiger Nachfrager ausfällt?

Das Geschäft mit Investitionsgütern wie unseren Staplern ist zwar konjunktursensibel. Wir verdienen aber nicht allein mit Kunden aus China, sondern liefern weltweit. In Brasilien haben wir eine führende Marktposition und in Europa sind wir Marktführer. Außerdem erzielen wir weniger als 60 Prozent der Umsätze mit dem Verkauf von Staplern.

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