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Börsentief Aktienmärkte lauern auf das Startsignal

Sämtliche Risiken scheinen in den Kursen enthalten zu sein. Wenige gute Nachrichten könnten eine Rally lostreten.

Dragster mit qualmenden Reifen Quelle: dpa

Eine Schlagzeile der „New York Times“ verkündete kürzlich: Für den großen Sturm gerüstet. In dem Artikel ging es um die ungewöhnliche Vielzahl von Wohnungsfenstern im Stadtteil Manhattan, die kurioserweise noch immer mit den Folien zum Schutz gegen den Hurrikan Irene verklebt sind, der im August 2011 tobte. Die Schlagzeile wäre auch auf die Finanzmärkte durchaus zutreffend: Diese sind bestens gewappnet, sollten die gefährlichen Stürme von 2011 in der Wirtschaftswelt wiederaufleben.

Der globale Abverkauf von Risikopapieren im Mai – ausgelöst durch die stetige Erosion der Dämme gegen die Staatsschuldenkrise in Europa und die massive Abschwächung der chinesischen Wirtschaft – wurde durch den schlechten US-Arbeitsmarktbericht nicht gerade gebremst. Der Beschäftigungsanstieg belief sich im Mai auf magere 69.000 neue Stellen. Das ist der schlechteste Wert seit dem Höhepunkt des europäischen Schuldendramas im August 2011. Auch bei Gold gab es nach einer langen zwischenzeitlichen Ebbephase die höchsten Tagesgewinne seit August. Große US-Aktien, die sich im bisherigen Jahresverlauf besser gehalten hatten als die meisten anderen Anlageklassen, mussten jüngst harte Kursrückschläge hinnehmen. Der Dow-Jones-Index verlor die gesamten Zugewinne des laufenden Jahres.

Starke Aktien mit Schwellenländer-Plus
Ein Mann sitzt vor einem Laden der Adidas-Marke Reebok in Indien Quelle: dapd
Zwei Hände halten Zigaretten der Marke Gauloises Quelle: dapd
Ein Chinese telefoniert Quelle: REUTERS
Frauen machen in China Werbung für Coca Cola Quelle: AP
Eine Frau vor einem Regal mit Danone-Produkten Quelle: Reuters
Ein Glas voll Guinness Quelle: REUTERS
Eine Hand nimmt eine Flasche Heineken aus dem Regal Quelle: REUTERS

Aktuell steht er bei rund 12.000 Punkten, der breitere S&P-500-Index bei rund 1270 Zählern, also etwa auf den Niveaus, auf dem sie sich vor einem Jahr befanden. Unternehmensgewinne, Gesamtbeschäftigung, Einzelhandelsumsatz, Wohnungsbau und Kreditvergabe der Banken in den USA liegen hingegen samt und sonders über dem vergleichbaren Vorjahresniveau.

Die Aktienmärkte außerhalb der USA erlitten in den vergangenen zwölf Monaten Verluste in der Größenordnung von 20 Prozent und verloren im Mai doppelt so viel an Wert wie amerikanische Aktien.

Wann dreht der US-Markt?

Daher wäre es kein Schock, wenn der S&P 500 noch ein paar Prozentpunkte auf das altvertraute Niveau von 1250 Punkten oder leicht darunter nachgeben würde. Dieses Niveau erweist sich aus Gründen, die zum Teil rein zufällig sein mögen, häufig als Drehpunkt für den Index. Auf dieser Marke hielt der Index unmittelbar vor dem Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers; auf etwa diesem Niveau startete und schloss er das Jahr 2011; und dieser Stand gilt als magische Marke, die im Lauf des vergangenen Jahres in zehn separaten Wochen – und seit der Einführung des Index vor 13 Jahren mindestens 50 Mal – unter- oder überschritten wurde.

Charttechniker befinden sich bereits im Zustand erhöhter Wachsamkeit: Der S&P 500 ist unter seinen 200-Tage-Durchschnitt gefallen, eine wichtige Widerstandslinie, um die der Index auch 2011 zeitweise unruhig schwankte. Dies kann, jetzt wie damals, eine schmerzhafte Korrektur nach einer Rally mit 30 Prozent Gewinn ankündigen – oder auch als erster Vorbote eines drohenden Bärenmarktes gelesen werden.

Inzwischen sind die Bewertungen von US-Aktien jedoch auf ein Niveau gefallen, auf dem in den vergangenen Jahren jedem weiteren Rückgang Einhalt geboten wurde. Der S&P 500 notiert mit einem durchschnittlichen Kurs-Gewinn-Verhältnis von 13 auf Basis der Gewinne der vergangenen zwölf Monate und weniger als 12 auf Basis der erwarteten Gewinne.

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