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Brasiliens Börse Boomende Wirtschaft, preiswerte Aktien

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Eisenerzberge von Rio Tinto in Quelle: dpa

Sorgen bereitet das Wachstum in China: Brasilien wird mit seinen Eisenerz- und Sojaimporten immer abhängiger vom Wirtschaftsboom in Fernost. Sollte dort die Wirtschaft abrupt gebremst werden, dürfte Brasiliens Börse eine lang anhaltende Baisse erleben. Denn obwohl Brasiliens Wirtschaft insgesamt recht wenig rohstofflastig ist und einen großen und stark wachsenden Dienstleistungsanteil besitzt, ist an der Bovespa ist der Rohstoffsektor überdimensional vertreten: Rechnet man die Aktien der Branchen Stahl, Öl und Bergbau zusammen, dann besteht knapp die Hälfte des Index aus Rohstofftiteln.

Mehrere Investmentbanken haben das Indexziel für dieses Jahr nun nach unten korrigiert. Auffällig ist, dass brasilianische Investmentbanken Itáu oder Banco do Brasil mit ihren Indexprognosen für das Jahresende mit rund 70.000 Punkten deutlich unter den ebenfalls revidierten Schätzungen von zirka 80.000 Punkten etwa von Goldman Sachs oder HSBC liegen. Scheinbar schätzen die lokalen Analysten die Lage nüchterner ein als ihre ausländischen Kollegen. Denn aus der Sicht der USA oder auch Europas steht Brasilien heute weitaus stabiler da, als je zuvor.

Rating-Agenturen stufen Brasilien weiter ab

So ist das Land heute mit Devisenreserven von 330 Milliarden Dollar Gläubiger der USA. Die Rating-Agenturen sind dabei, die Kreditwürdigkeit Brasiliens weiter herauf zu stufen. Brasiliens Leistungsbilanzdefizit wird größtenteils durch Direktinvestitionen aus dem Ausland finanziert – und nicht durch Finanzinvestoren, die über Nacht ihre Geld abziehen, wenn sich die Zinsrelationen weltweit verändern. Brasiliens Bankensystem ist stabil. Kaum ein Institut kam wegen der Wirtschaftskrise in Bedrängnis.

Investoren schichten um

So gibt es bereits einige Investmentbanken, die nach der langen Stagnation in São Paulo wieder zuversichtlich sind: Denn die brasilianischen Aktien sind im Vergleich mit vielen anderen Emerging-Markets-Titeln wieder preiswert geworden. Für die Deutsche Bank etwa liegen die Kurs-Gewinn-Verhältnisse der brasilianischen Aktien mit 9,4 bezogen auf die nächsten zwölf Monate derzeit unter ihrem Fünfjahres-Durchschnitt. Zwei Drittel ihrer Kaufempfehlungen für lateinamerikanische Aktien konzentriert die Deutsche Bank auf Brasilien. Auch hat das Interesse der Investoren bei den jüngsten Börsengängen wieder zugenommen. Ein Dutzend Unternehmen dürften im ersten Halbjahr rund fünf Milliarden Dollar neu an der Börse aufnehmen. Zu bezweifeln ist jedoch, dass die von der Börsenleitung erwarteten 35 Milliarden Dollar Kapitalzuflusse durch Börsengänge oder Kapitalerhöhungen an die Börse fließen werden. Doch auch das könnte vorteilhaft für die Indexentwicklung insgesamt sein: Denn die Neuemissionen belasten oftmals die Werte bestehender Aktien aus der gleichen Branche, weil Investoren zugunsten der neuen Titel an der Börse umschichten.

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