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Britische Währung Pfund fällt auf 27-Monats-Tief

Boris Johnson und Jeremy Hunt wetteifern um das Amt des Premierministers. Doch dieser Wettbewerb ist zum Wettrüsten geworden: Das Opfer ist die britische Währung.

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Der Wettbewerb um das Amt des Premierministers ist eine Belastung für die britische Währung. Quelle: dpa

Frankfurt Die britische Währung ist gegenüber dem US-Dollar auf ein 27-Monats-Tief gefallen. Und im Vergleich zur europäischen Gemeinschaftswährung erreichte der Sterling ein neues Sechs-Monats-Tief. Der Anlass: Die beiden Kandidaten für das Amt des britischen Premierministers wetteiferten um eine härtere Haltung im Brexit.

Damit steigt das Risiko, dass Großbritannien am 31. Oktober die Europäische Union verlässt, ohne irgendein Übergangs-Handelsabkommen abzuschließen. Das würde die Bank of England möglicherweise zwingen, die Zinsen zu senken, um die wirtschaftliche Katastrophe abzuwenden.

Sterling, das bereits am gestrigen Montag um ein halbes Prozent gefallen ist, steuert nun auf seinen größten Tagesverlust seit März zu, als Boris Johnson und sein Rivale um die Führung der Konservativen Partei, Jeremy Hunt, sagten, sie würden das sogenannte nordirische Backstop-Element von Theresa May's Brexit-Deal nicht akzeptieren.

Beide versuchen, an die Mehrheit der Tory-Partei-Mitglieder zu appellieren, die einen klaren Bruch mit der EU anstreben. Der Wettbewerb zwischen Johnson und Hunt „hat sich in ein Wettrüsten verwandelt, wer ein größerer Brexiteer ist“, sagte Vasileios Gkionakis, Devisenstratege bei der Bank Lombard Odier.

Der Backstop, eine der wichtigsten Forderungen Brüssels bei den Brexit-Verhandlungen, soll die Rückkehr einer harten Grenze zwischen EU-Mitglied Irland und der britischen Provinz Nordirland verhindern. Bei einer Umsetzung würde das Vereinigte Königreich viele EU-Vorschriften befolgen müssen, bis Vorkehrungen getroffen sind, um eine harte Grenze zu verhindern.

„Der Markt bewertet mit einer höheren Wahrscheinlichkeit, dass ein No-Deal Brexit kommt und der wirtschaftliche Druck steigt....“. Du hast den perfekten Sturm für Sterling“, fügte Gkionakis hinzu.

Die britische Währung schwächte sich am Dienstag um 0,8 Prozent auf 1,2409 Dollar ab, den niedrigsten Stand seit April 2017. Gegenüber dem Euro fiel das Pfund um 0,5 Prozent auf ein Tief von 90,42 Pence, der niedrigste Stand seit dem 11. Januar.

Hinzu kamen schwachen Konjunkturdaten: Das Beschäftigungswachstum verlangsamte sich und verzeichnete den schwächsten Anstieg seit drei Monaten. Das deutet darauf hin, dass der Arbeitsmarkt bald schwächelt.

Die Geldmärkte bewerten nun eine etwa 50-prozentige Chance auf eine Senkung des BOE-Zinssatzes bis zum Jahresende. Sie hatten vor vor kurzem ihre Wetten erhöht, nachdem die jüngsten Kommentare von Gouverneur Mark Carney eher für eine lockere Geldpolitik sprachen.

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