Buyout ClubMed soll chinesischer werden

Das Management von Club Med plant einen Buyout mit den größten Aktionären. Nach dem Eigentümerwechsel soll der Reiseanbieter in China durchstarten. In Europa werden Feriendörfer dagegen geschlossen.

Das Management von Club Med plant einen Buyout mit den größten Aktionären. Quelle: Presse

Die Großaktionäre des Club Med wollen gemeinsam mit dem Management den französischen Reise-Anbieter ganz unter ihre Fittiche nehmen und künftig breiter aufstellen. Die Finanzinvestoren Axa Private Equity aus Frankreich und Fosun International aus China bieten 17 Euro je Anteilsschein, wie die Unternehmen mitteilten. Damit wird Club Med mit 541 Millionen Euro bewertet. Der Angebotspreis entspricht einem Aufschlag von 23 Prozent auf den Schlusskurs von Freitag. Am Montag sprang die Club-Med-Aktie exakt auf die gebotenen 17 Euro. Das entspricht einem Anstieg von rund 25 Prozent - das ist der größte Kurssprung seit über 20 Jahren.

Die größten Buy-Outs aller Zeiten
Platz 11: DellDer Computerhersteller Dell wird durch den gleichnamigen Gründer und Chef Michael Dell übernommen. Mit am Board: Der Software-Gigant Microsoft und der Finanzinvestor Silver Lake wollen sich an dem Buyout beteiligen. Der Dell-Deal soll 24,4 Milliarden US-Dollar teuer sein. Bei einem Buy-Out übernehmen Private-Equity-Investoren Anteile oder gleich das ganze Unternehmen. Es handelt sich stets um eine fremdfinanzierte Übernahme, die auch durch den ursprünglichen Gründer erfolgen kann. Quellen: Thomson Reuters, Business Insider, eigene Zusammenstellung. Quelle: dpa
Platz 10: Hilton Hotels Corp Im Juli 2007 übernahmen die Blackstone Group LP für 26 Milliarden US-Dollar (Schulden inklusive) die Hotelgruppe. Die Investmentgesellschaft war mit einem Schlag der größte Hotelbesitzer der Welt. Quelle: Thomson Reuters Quelle: dpa/dpaweb
Platz 9: Kinder Morgan IncDie Knight Holdco LLC kaufte den Energie- und Pipelinebetreiber aus Texas im Mai 2006 für 26,5 Milliarden US-Dollar. Quelle: dpa
Platz 8: Harrah's Entertainment Inc.Im Oktober 2006 kaufte eine Investorengruppe den Spielautomaten- und Casinobetreiber für 27,4 Milliarden US-Dollar. Quelle: AP
Platz 7: Alltel Corp.Das US-amerikanische Telekommunikationsunternehmen geriet im Mai 2007 für 27,5 Milliarden US-Dollar in die Fänge der Atlantis Holding LLC, einer Holding, die aus der Goldman Sachs-Tochter GS Capital Partners and TPG Capital bestand. Quelle: AP
Platz 6: First Data CorpDas Private-Equity-Unternehmen Kohlberg Kravis Roberts & Co kaufte den Kreditkarten- und Gelddienstleister First Data Corp im April 2007 für 29,0 Milliarden US-Dollar. Quelle: REUTERS
Platz 5: BAA PLC, seit 2013 Heathrow Airport Holdings LimitedIm März 2006 übernahm die Airport Dvlp & Invest Ltd. die Betreibergesellschaft des größten britischen Flughafens für knapp 30 Milliarden US-Dollar. Quelle: Reuters
Platz 4: RJR Nabisco IncEinst war der Konzern im Lebensmittel- und Tabakgeschäft aktiv. 1988 wurde er von KKR für 31,1 Milliarden US-Dollar aufgekauft. Mittlerweile stellt Nabisco nur noch Kekse her - als Tochter von Mondelez, ehemals Kraft Foods. Quelle: AP
Platz 3: Hospital Corporation of America (HCA)Im Juli 2006 ging einer der größten Unternehmen im Krankenhauswesen für 32,7 Milliarden US-Dollar an eine Investorengruppe, die aus Bain Capital, KKR, Merrill Lynch und der Gründerfamilie bestand. 2010 ging HCA wieder an die Börse. Quelle: Fotolia
Platz 2: Equity Office Properties Im November 2006 übernahm die Blackstone Group den Büroraum-Betreiber Equity Office Properties. 38,9 Milliarden Dollar legten die Investoren für das größte Immobilien-Portfolio der Vereinigten Staaten hin. Quelle: AP
Platz 1: TXU Corp, heute Energy Future Holdings Corp.Im Februar 2007 kaufte eine Investorengruppe, die aus KKR, TPG and Goldman Sachs bestand, das Energieunternehmen für 44,37 Milliarden US-Dollar.

Mit der geplanten Übernahme des Vorreiters für All-Inclusive-Reisen wollen die Investoren den Anbieter strategisch neu ausrichten und den Fokus mehr auf Schwellenländer legen. Denn die Konjunkturkrise in Europa hat die Nachfrage nach den vergleichsweise teuren Club-Med-Reisen belastet. Club Med hat deshalb in acht der vergangenen 13 Jahre Verlust gemacht, wie aus Daten der Nachrichtenagentur Bloomberg hervorgeht. Zuletzt hatte dem Konzern neben der Konjunkturflaute auch die harte Konkurrenz etwa durch TUI Travel oder Thomas Cook zugesetzt.

China soll es richten

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Die Bemühungen zur Stärkung des Geschäfts sollen intensiviert werden, wobei der französische Markt “schwierig” bleibe und vor einer Konsolidierung stehe, während Club Med in aufstrebenden Schwellenländern neue Club-Dörfer eröffnen werde. Experten hoffen insbesondere auf die chinesische Beteiligung. Fosun, ein chinesischer Mischkonzern, hatte erstmals im Jahr 2010 in Club Med investiert. Diese könne es Club Med leichter machen, auch in der Volksrepublik Fuß zu fassen, hieß es. Vorstandschef Henri Giscard D'Estaing, der Club Med seit elf Jahren leitet, will die Zahl der chinesischen Kunden binnen drei Jahren verdoppeln. Bis 2015 soll China der zweitgrößte Markt für Club Med nach Frankreich werden.

Axa Private Equity, eine Tochter des Versicherungskonzerns Axa, hält bisher 9,4 Prozent, Fosun weitere 9,96 Prozent an Club Med. Der Reise-Anbieter wurde 1950 gegründet und ist seit 1966 an der Börse notiert. Club Med betreibt weltweit rund 70 Ferienanlagen.

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