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Charttechnik „Viele Argumente sprechen gegen Aktien“

Der Dax hält sich hartnäckig bei mehr als 7.000 Punkten - trotz Eurokrise. Vieles wird davon abhängen, ob der Index diese Marke in den kommenden Wochen verteidigen kann. Charttechniker sind skeptisch.

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Uwe Zimmer von der Meridio Vermögensverwaltung AG. Quelle: PR

Düsseldorf Wer investieren will, sollte noch warten. Es wird vielleicht noch billiger. Mit diesem Fazit beendete Uwe Zimmer von der Vermögensverwaltung Meridio sein letztes Chartgespräch im Mai 2012. Damals notierte der Dax nur knapp über 6.000 Punkte. Wer damals dem Rat folgte, dem entgingen gut 1.000 Dax-Punkte - und satte Gewinne mit den allermeisten Aktien.

Zimmer steht zu seiner Prognose und ärgert sich mächtig darüber. Schließlich ist er nur mit gut 30 Prozent der Kundengelder im Aktienmarkt investiert. Im Nachhinein wäre eine doppelt oder dreimal so hohe Quote natürlich besser gewesen.

"Viele Argumente sprachen und sprechen auch jetzt gegen ein Investment in Aktien", sagt Zimmer. Neben der konjunkturellen Abkühlung der Weltwirtschaft, einschließlich im Boomland China, sorgt sich der Vermögensverwalter über immer vorsichtigere Äußerungen aus immer mehr Unternehmenszentralen.

Viele Gewinnwarnungen in den vergangenen Wochen deuten auf eine schwächere Bilanzsaison hin. Erstmals seit über drei Jahren dürften die Gewinne wieder fallen - das ist üblicherweise kein guter Einstiegszeitpunkt an der Börse. Darüber hinaus rät er Anlegern, das politisch-militärische Spannungsdreieck Syrien-Iran-Israel nicht zu unterschätzen. Die Börsen ignorieren es bislang.

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    Doch nach den Erfahrungen in der Vergangenheit - steigende Kurse trotz vieler Bedenken - übt sich Zimmer noch mehr als zuvor in "Demut" gegenüber den Gesetzen des Marktes. Und diese lauten: Lege dich nicht mit der Fed an (Don't fight the Fed)!

    "Im Frühjahr war nicht vorauszusehen, wie exzessiv die Politik steigende Aktienkurse haben will, um die Märkte und die Bevölkerung in Sicherheit zu wiegen." Damit meint Zimmer politisch motivierte Entscheidungen der Notenbanken - also Rettungsschirme und Anleihekaufprogramme der Europäer, die mehr und mehr der lockeren Geldpolitik in den USA folgen.

    Die amerikanische Fed als wichtigste Notenbank der Welt hat gerade ein unbegrenztes Kaufprogramm für Anleihen in unbegrenzter Höhe beschlossen. "Dadurch bleiben die Zinsen nahe null, und Anlegern fehlen die Anlagealternativen", argumentiert Zimmer. Das ist der wesentliche Grund für steigende Aktienkurse. "Technische und fundamentale Argumente können sie in solch einer Situation über den Haufen werfen."


    Lieber einmal falsch liegen als zu viel zu riskieren

    Mit Blick auf die nächsten Monate bleibt er seiner vorsichtigen Devise treu - auch auf die Gefahr hin, damit noch einmal schiefzuliegen. "Zugegeben, wenn es neue politische Aktionen gibt und die Notenbanken die Märkte mit noch mehr Geld fluten, dann hat der Dax gute Chancen, auch noch über 7.500 in Richtung 8.000 Punkte zu steigen", sagt Zimmer mit Blick auf das Jahresende.

    Doch er warnt Anleger davor, sich von den steigenden Kursen blenden zu lassen. "Die Rückschlagsgefahren steigen immer weiter, je mehr sich die Börsen von ihren fundamentalen und charttechnischen Daten lösen." Der Experte hält es für "marktgesünder" und wahrscheinlicher, dass der Dax nach seinem "charttechnisch mustergültigen Abprall" an der 7.500er-Marke nun bis auf 7.000 Punkte zurückfällt.

    Bei 7.500 Zählern liegt ein massiver Widerstand, nachdem es dem Dax in den vergangenen Wochen und auch schon mehrfach im vergangenen Jahr nicht gelungen ist, diese Hürde zu überspringen. "Hält diese Unterstützung bei 7.000 Punkten nicht, dann droht ein Rückfall in zwei weiteren 500er-Schritten bis auf 6.000 Punkte."

    Grund dafür sind drei wichtige Unterstützungen: erstens bei 7.000 Punkten, dem Tief aus den letzten Monaten. Zweitens bei 6.500 Punkten, dem Tief von Frühjahr 2011. Drittens schließlich bei 6.000 Punkten, dem Tief vom Frühsommer 2012. Üblicherweise dienen solche Tiefpunkte, an denen der Dax in früheren Verkaufswellen einen Halt fand, als gute Orientierung. Vor allem dann, wenn es zu einer neuerlichen Verkaufswelle kommt.

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