China China zieht Asiens Börsen abwärts

Der Nikkei-Index fällt - zwischenzeitlich auf ein Dreiwochentief. Die Sorgen um die chinesische Wirtschaft sowie schwache Vorgaben aus den USA drücken die Märkte in Japan. Dem Trend entgegen setzt sich die Softbank.

Zehn Tipps gegen die Deflation
Die Deflationsangst in der Euro-Zone ist weiterhin groß, in den vergangenen Monaten fiel die Inflationsrate eher mager aus. Doch für eine Panik gibt es keinen Grund. Wer die niedrige Teuerung ausschließlich verteufelt, tut ihr Unrecht. Quelle: AP
Deflation herrscht dann, wenn die Preise über einen längeren Zeitraum sinken. Eine wirtschaftliche Situation also, in der das Angebot an Waren und Dienstleistungen größer ist als die Nachfrage - das drückt die Preise. Verbraucher könnten dann eigentlich kaufen. Aber sie tun es nicht, weil sie annehmen, dass die Preise weiter sinken. Ein Einnahmeausfall ist die Folge. Was dagegen gemacht werden kann... Quelle: dpa
... der Staat sollte versuchen, durch eigene Investitionen die Nachfrage zu stimulieren. Das Sanieren von öffentlichen Gebäuden oder Investitionen in andere große Bauprojekte können ein erster Schritt sein. Quelle: dpa
Möglich wäre auch der Ausbau von neuen Bahnstrecken oder Autobahnen. Durch staatliche Investitionen sinkt zusätzlich die Arbeitslosigkeit, während der Konsum weiter steigt. Quelle: dpa
Ein weiteres Maßnahmenbündel wären Steuersenkungen, um die Wirtschaft anzukurbeln. Im Detail bedeutet das: Die Senkung der Unternehmenssteuern schafft Anreize, um in die Produktion zu investieren; eine Senkung der Einkommenssteuer entlastet die Arbeitnehmer. Quelle: dpa
Die Senkung des Leitzinses könnte einer Deflation entgegen wirken, weil so günstigere Kredite vergeben werden können... Quelle: dpa
... aber es kann eben auch sein, dass das mal nicht klappt - wie in Japan. Der Staat kämpft bereits seit 1990 mit einer deflationären Entwicklung seiner Wirtschaft. Zinssenkungen sollten das eigentlich eindämmen, aber die Nachfrage hat sich dadurch trotzdem nicht verbessert. Der Leitzins liegt mittlerweile bei um die null Prozent. Quelle: REUTERS
Gold kann, vor allem in Krisenzeiten, eine sinnvolle Anlage sein. Die Wetten von spekulativen Anlegern auf einen steigenden Goldpreis lagen etwa im Dezember so niedrig wie seit über sechs Jahren nicht mehr. Damals nahm die Goldrally Fahrt auf: Im ersten Quartal 2008 übersprang der Preis je Feinunze erstmals die Marke von 1000 Dollar. Nach einer knappen Verdopplung notiert der Unzenpreis derzeit nur ein Viertel höher als zu Beginn des Jahres 2008. Quelle: AP
Devisenkontrollen können ebenfalls eine gute Möglichkeit sein, um auf Deflation zu reagieren. Das tun insbesondere Schwellenländer. Quelle: dpa/dpaweb
Durch die Inanspruchnahme der Kredite steigt auch die Geldmenge, die im Umlauf ist. Kurzum: Die Verbraucher haben mehr Geld in der Hand und könnten sich - zumindest theoretisch - mehr leisten. Quelle: dpa

Die Aussicht auf eine Verlangsamung des chinesischen Wirtschaftswachstums hat die asiatischen Aktienmärkte am Donnerstag deutlich nach unten gezogen. Auch der Ölpreis gab weiter nach. Die am Vortag veröffentlichten Protokolle der USA-Notenbank Fed nährten zudem Zweifel, ob schon im September mit einer Zinsanhebung gerechnet werden kann.

Der MSCI-Index asiatischer Märkte außerhalb Japans verlor 1,17 Prozent. In Tokio schloss der 225 Werte umfassende Nikkei -Index 0,94 Prozent niedriger bei 20.033 Punkten. Der breiter gefasste Topix verlor 1,49 Prozent auf 1623 Zähler. Auch alle anderen Börsen der Region lagen im roten Bereich. An der Hongkonger Börse wurde ein Acht-Monats-Tief verbucht. In Singapur fiel der Strait-Times-Index auf den tiefsten Stand seit anderthalb Jahren. In Shanghai lag der Kursverlust bei 1,57 Prozent.

"Die Märkte sind nervös wegen der Risiken, und die Investoren ziehen ihre Fonds aus den Schwellenländern und den Rohstoff-Exportländern ab", sagte Daisuke Uno, Chefstratege der Sumitomo Mitsui Bank. Die Befürchtungen, dass sich der Wachstumsrückgang in China als langfristiger Trend herausstellen könnte, belastet viele Industriezweige und derzeit insbesondere den Rohstoffsektor.

Die fünf großen Gefahren für Chinas Wirtschaftswachstum

Auch die Erdölpreise gaben weiter nach. US-Öl lag knapp über seinem Sechseinhalb-Jahres-Tief von 40,40 Dollar je Barrel. Die Nordseesorte Brent wurde mit 46,90 Dollar gehandelt. Viele Rohstoff exportierende Schwellenländer geraten durch die sinkenden Preise weiter unter Druck, nachdem wegen der Erwartung steigender Zinsen in den USA ohnehin schon Kapital aus den Ländern abgeflossen ist. Der MSCI-Index der Schwellenländer ist seit April um 22 Prozent auf ein Vier-Jahres-Tief gefallen.

Der Euro notierte im fernöstlichen Handel zum Dollar bei 1,1132. In japanischer Währung wurden für den Dollar 123,96 Yen gezahlt.

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