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China-Experte Ma Jianhong "Führung funktioniert in China grundlegend anders"

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Geldgier vermindert Zufriedenheit im Job

Tipps für mehr Wohlbefinden im Büro
Rund 17 Millionen Menschen in Deutschland arbeiten im Büro. Die 80.000 Stunden, die sie im Laufe ihres Lebens im Sitzen verbringen, sollten sie am besten an einem schönen Arbeitsplatz verbringen – das fördert Leistung und Motivation. Quelle: dpa Picture-Alliance
Mischarbeit: Dabei werden Arbeitsplatz und Tätigkeiten regelmäßig gewechselt. Bewegungsarme Aufgaben sollten sich mit Bewegung abwechseln und Aufgaben, die Konzentration erfordern, mit solchen, die weniger Aufmerksamkeit erfordern. Quelle: dpa
Wer am Schreibtisch arbeitet, bekommt schnell Probleme mit dem Rücken. Das Sitzen sollte mit Arbeiten im Stehen wechseln. Zum Telefonieren daher einfach mal aufstehen! Quelle: dpa
Bei der Gestaltung des Büros spielt die richtige Beleuchtung eine entscheidende Rolle. Sie beeinflusst Augenleiden, Konzentrationsfähigkeit und verhindert Kopfschmerzen. Quelle: dpa Picture-Alliance
Das Hermsdorfer Kreuz in Thüringen: Ob Bus, Bahn oder Auto – Millionen Deutsche pendeln täglich zwischen Heimat und Arbeitsplatz. Verlorene Freizeit, Verspätungen und Stau sorgen für Stress, den es besser zu vermeiden gilt. Quelle: dpa-dpaweb
Work-Life-Balance ist das Stichwort für zufriedene Arbeitnehmer: Wer zum Teil im Home-Office arbeiten darf, profitiert im Privatleben. Quelle: obs
Die Anforderungen und Tätigkeiten müssen vielseitig und den Fähigkeiten des Mitarbeiters angemessen sein. Denn Unterforderung wirkt sich ebenso nachteilig auf das Wohlbefinden und die Gesundheit aus wie dauernde Überforderung. Quelle: dpa

Und wie kriege ich chinesische Mitarbeiter eines deutschen Chemieunternehmens dazu, Schutzbrillen zu tragen?

Wenn die Schutzbrillen so gestaltet sind, dass man sie gerne aufsetzt, ist schon viel gewonnen. Auch drastische Warnhinweise können helfen. Aber Regeln nützen wenig. Für Chinesen haben sich in den letzten 30 Jahren so viele Regeln verändert, sie messen ihnen keine große Bedeutung zu – selbst einem Krankenwagen mit Blaulicht wird kaum Platz gemacht.

Denken alle Asiaten so?

Dieses Denken ist originär chinesisch. Japan ist anders, Indonesien auch. Indonesische Arbeiter sind fast nur am Prozess interessiert und kümmern sich wenig um Resultate. Die Arbeit muss Spaß machen. Mit mehr Geld für Überstunden können Sie keinen Indonesier locken. Aber fast jeder Chinese – vom Wanderarbeiter zum Manager – leistet freiwillig Überstunden, wenn er dafür mehr Geld bekommt.

Leiden Chinesen deshalb auch unter Stress und Burn-out?

Solche Erkrankungen nehmen definitiv zu, besonders bei jungen Uni-Absolventen. Wer heiraten will, muss eine Eigentumswohnung vorweisen können, das verlangen die Schwiegereltern in spe. Die Leute müssen also sehr viel Geld in kurzer Zeit heranschaffen. Sie vergessen völlig, dass Arbeit auch Spaß machen kann. Sie hassen ihren Job, machen aber trotzdem Überstunden. Vielen macht das extrem zu schaffen. Andere nehmen Jobs an, die sie völlig unterfordern und einengen, nur weil sie bei den Eltern einen hohen Stellenwert haben.

Was tun chinesische Unternehmen denn dagegen?

Psychotherapie wird von vielen Chinesen mit Verrücktheit und Gesichtsverlust gleichgesetzt. Aber inzwischen bieten viele Arbeitgeber sogenannte Employee Assistance Programms an. Psychologen kümmern sich in den Unternehmen um überlastete Mitarbeiter oder versuchen, sie aus ihrer sozialer Isolation zu holen, unter der viele dieser Einzelkindergeneration leiden.

In Arbeit
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Dieser Generation wird auch oft extremer Materialismus vorgeworfen. Zu Recht?

Materialismus ist leider stark korreliert mit sogenanntem Workalism, also einer Arbeitswut, die aber nicht mit Freude an der Arbeit verbunden ist. Diese Menschen merken irgendwann, dass zwar ihr Einkommen steigt, nicht aber ihr Glücksempfinden. Diesen Mangel versuchen sie dann oft durch teure Statussymbole zu kompensieren.

Indem sie teure Autos fahren und dicke Uhren oder Designerkleidung westlicher Luxusmarken tragen?

Oder teuren Rotwein trinken, um ihre Zugehörigkeit zur Elite zu demonstrieren – obwohl der Wein ihnen gar nicht schmeckt.

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