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China Peking lockert die Ketten des chinesischen Finanzmarkts

Die kommunistische Regierung will den abgeschotteten Finanzsektor modernisieren und deregulieren, denn bisher laufen Geldgeschäfte mit internationalen Unternehmen vor allem über das westlich geprägte Hongkong.

Die trübe Stimmung in Chinas Industrie ließ die internationalen Börsen Ende der Woche sinken. Mit wachsender Sorge blicken Unternehmen und Wirtschaftspolitiker auf die zweitgrößte Volkswirtschaft der Erde, denn die Zugkraft der Konjunkturlokomotive lässt nach. Doch gleichzeitig zündet das Land die nächste Stufe seines strategischen Reformprogramms: Peking will den bisher relativ abgeschotteten chinesischen Finanzsektor öffnen und seine Währung internationalisieren.

Chinas Konjunktur beeindruckt zwar immer noch im Vergleich zu den relativ mageren BIP-Zuwächsen der anderen großen Wirtschaftsmächte wie Amerika, Japan oder Deutschland. Aber die 7,7 Prozent Plus für das vergangene Jahr und die Aussichten für 2014 liegen spürbar unter dem, was die aufstrebende asiatische Nation zuvor abgeliefert hat. Denn in den zurückliegenden Jahrzehnten waren zweistellige jährliche Wachstumsraten in China keine Seltenheit.

Befeuert wurden die beeindruckenden Zahlen in der Vergangenheit durch Handel und Direktinvestitionen, wobei der Westen zum Beispiel Maschinen lieferte, mit denen China etwa Elektronik und Textilien für amerikanische und europäische Konsumenten herstellte. Von diesem auf Außenhandel getrimmten Geschäftsmodell verabschieden sich Pekings Wirtschaftsplaner gerade, was sich in schwächeren Wachstumszahlen äußert. Neue Kräfte soll nun die Öffnung und Modernisierung des Finanz- und Bankensystems freisetzen. Wird das reichen, um der Weltwirtschaft weiter Impulse in der gewohnten Stärke zu versetzen?

Chinesische Börsenkurse Quelle: dpa

Mit dieser Frage beschäftigten sich auch die 2400 internationalen Finanzexperten, die Mitte Januar zum Asiatischen Finanzforum (AFF) in Hongkong zusammentrafen. Praktiker aus Banken und Investmenthäusern sowie Regierungsvertreter diskutierten die Aussichten für die Weltwirtschaft, die Erholung in den USA und Europa aber vor allem die künftige Rolle Chinas für die globale Konjunktur.

Der Standort Hongkong eignet sich für den Austausch zwischen asiatischen und westlichen Unternehmern und Finanzleuten wie kein zweiter, denn über die vergleichsweise überschaubare Küstenmetropole dockt das riesige China an die Weltwirtschaft und die globalen Finanzmärkte an. Die ehemalige britische Kolonie mit heute sieben Millionen Einwohnern gehört zwar seit 1997 wieder zur Volksrepublik, genießt aber den Status einer Sonderverwaltungszone mit eigener Regierung, eigener Währung und eigenen Gesetzen. Die sind liberaler als im kommunistischen Mutterland, sodass der Stadtstaat als Wirtschaftsstandort mit den weltweit größten Freiheiten für Unternehmer gilt.

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