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CME Wie eine geplante Börsenfusion den Handel mit US-Staatsanleihen verändern könnte

Die Chicagoer Optionsbörse CME Chicago steht vor der Übernahme der britischen Nex Group. Ein gemeinsames Angebot könnte die Kosten für Kunden senken.

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Die Börse in Chicago dominiert den Handel mit Futures auf US-Anleihen. Quelle: dpa

New York Terry Duffy scheut sich nicht vor großen Schritten. Der Chef der Chicagoer Options- und Terminbörse CME hat bereits mehrere große Übernahmen durchgezogen. Er war auch einer der ersten, der den Handel mit Bitcoin-Futures möglich machte, sozusagen Terminkontrakte für die Kryptowährung.

Nun folgt offenbar der nächste Coup: Die CME steht wohl kurz vor der Übernahme der Londoner Börse Nex Group, berichtet der Finanzdienstleister Bloomberg. Mitte März hatte die CME Interesse an der britischen Handelsplattform geäußert und hat nach britischem Recht noch bis zum 12. April Zeit, ein formales Übernahmeangebot zu machen.

Dieses könnte nun schon in den nächsten Tagen kommen. Duffy ist laut Bloomberg bereit, 5,7 Milliarden Dollar für Nex zu bezahlen. Der Deal könnte den Handel mit US-Staatsanleihen nachhaltig verändern.

Die beiden Börsen haben dominierende Stellungen in ihren Märkten und würden sich hervorragend ergänzen: Die Plattform von Nex ist führend beim elektronischen Handel mit US-Staatsanleihen, mit einem Marktanteil von rund 80 Prozent.

CME dagegen hat eine ähnliche Stellung im Handel mit Futures auf US-Anleihen. Mit Futures können Anleger auf den künftigen Preis von Treasuries spekulieren. Sollten nun sowohl die Futures als auch der zugrunde liegende Vermögenswert an der gleichen Börse gehandelt werden, könnte das die Kosten für die Kunden deutlich reduzieren, glauben Analysten.

Bislang waren die beiden Handelsbereiche stets getrennt. Die Wall-Street-Institute mussten also separate Sicherheitsleistungen für ihre Handelsgeschäfte bei beiden Börsen hinterlegen. Wären beide Bereiche jedoch unter einem Dach, könnte das die erforderlichen Sicherheiten in einigen Fällen senken.

Ein Händler, der von einem einzigen Anbieter Staatsanleihen kauft und gleichzeitig über Futures auf sinkende Kurse setzt, also eine Short-Position hält, würde sich damit absichern. Beobachter gehen davon aus, dass Institute dadurch Millionen von Dollar zur Verfügung hätten, die sonst als Sicherheitsleistungen gebunden wären. Diese könnten zum Beispiel für weitere Handelsgeschäfte genutzt werden.

Eine Sprecherin der CME wollte die Übernahmespekulationen nicht kommentieren. Die Aktie von Nex erreichte am Mittwoch ein neues Allzeithoch von 972 Pence (13,70 Dollar). Seit Mitte März hat das Papier um 45 Prozent zugelegt. Nex firmierte früher unter dem Namen Icap. Das Unternehmen wurde von dem Briten Michael Spence gegründet, der zu den reichsten Männern des Landes gehört.

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