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Coca-Cola, Nestlé, BASF Mehr Rendite mit den besten Aktien der Welt

Der Ölpreis fällt, der Euro schwächelt. Da lohnt ein Blick auf kerngesunde Unternehmen, die wachsen und über Jahre hinweg solide Bilanzen ausweisen. Wie Anleger von den besten Aktien der Welt profitieren.

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Siegerpodest: Aktionäre freuen sich über die Renditen von Weltmarktführer wie Coca Cola oder BASF. Quelle: Getty Images

Kurz vor dem Jahresende ist der Blick in die Glaskugel eine Pflichtaufgabe für Analysten und Finanzjournalisten. Die Standardfragen lauten: Welche makroökonomischen Fakten haben Einfluss auf die Aktienkurse? Welche Branchen sind besonders aussichtsreich? Welche Aktien werden sich deshalb 2015 gut entwickeln?

Mehr oder weniger gute Antworten auf diese Fragestellungen findet der geneigte Leser allenthalben in allen Finanzmagazinen, gedruckt und im Netz. Doch es gibt auch eine andere Herangehensweise – losgelöst vom aufregenden Tagesgeschäft.

Die eine entscheidende Frage lautet hier: Welche Unternehmen sind seit Jahren so gut aufgestellt und gemanagt, dass sie sich mit großer Wahrscheinlichkeit auch im kommenden Jahr gut entwickeln werden? Und da gibt es einige, für die ein schwacher Euro, ein starker Dollar oder ein volatiler Ölpreis nur untergeordnete Rollen spielen.

Die Rede ist von Champions mit soliden Kennzahlen. Dazu zählen klassischerweise Konzerne wie Coca-Cola: Das Unternehmen beschert seinen Eigentümern bereits über Jahrzehnte hinweg hohe Umsatzrenditen. Im vergangenen Jahr machte Coca-Cola pro hundert US-Dollar, die umgesetzt wurden, 19 US-Dollar Gewinn. Damit ist Coca-Cola eines der profitabelsten Großunternehmen der Welt.

Zum Vergleich: Die 50 größten Konzerne der Welt – exklusive der Ölbranche, die in einer eigenen Klasse spielt – erreichen im Durchschnitt eine Nettoumsatzrendite von gerade einmal rund fünf Prozent. Wer sich so aus der Masse abhebt, erntet den Dank und das Vertrauen der Anleger, die die Ertragskraft des Brauseherstellers zu schätzen wissen. Der Effekt: Allein in den zurückliegenden zehn Jahren hat sich der Kurs der Coca-Cola-Aktie verdoppelt. Dividenden sind da nicht eingerechnet.

Glücklich ist, wer sich als Anleger eine gute Handvoll Aktienpakete solcher solide geführter Unternehmen ins Depot legt – Konzerne, die ihren Wert und damit auch den Wert ihrer Aktien unabhängig von den Launen des Finanzmarktes langfristig steigern können. Alternativ dazu bieten sich auch Discountzertifikate an, deren Konditionen aufgrund hoher Dividendenrenditen der Basiswerte in der Regel recht attraktiv sind. Eine kleine Auswahl davon sei hier genannt.


Nestlé: Zuverlässigkeit, made in Switzerland

Ein Beispiel für eine Dauerbrenner-Aktie ist Nestlé. Mit 92 Milliarden Schweizer Franken Jahresumsatz ist das Unternehmen der größte Nahrungsmittelhersteller der Welt. Der schweizerische Nahrungsmittelkonzern operiert weltweit beinahe unabhängig von konjunkturellen Schwankungen.

Gegessen und getrunken wird immer. Selbst in Jahren der Finanzkrise vor fünf Jahren erzielten die Schweizer Cash-Flows in zweistelliger Milliardenhöhe. „Das Unternehmen ist breit diversifiziert und ein Branchenprimus mit starken Marken“, so Günter Lego, Vermögensverwalter bei PMP in Hamburg.

Die Bilanzkennzahlen überzeugen: Nestlé verfügt über so viel Eigenkapital wie Siemens und BASF zusammen. Die Aktionäre profitieren seit Jahrzenten von steigenden Dividenden, ausgefallen sind sie noch nie. Seit dem Konzernumbau 2011/12 hat das Unternehmen zudem seinen Wachstumskurs forciert. Die Nettomargen (Reingewinn vom Umsatz) stiegen an und liegen aktuell über zehn Prozent.

Auch die Perspektiven der Branche sprechen für den Marktführer: Bis zur Mitte des Jahrhunderts, so rechnen die Zukunftsforscher des Club of Rome, wird sich der weltweite Nahrungsmittelbedarf verdoppeln. Vor allem in den Schwellenländern steigt der Bedarf. Nestlé macht hier schon jetzt die Hälfte seines Geschäfts und wächst jährlich um bis zu neun Prozent. „Nestlé ist ein Basisinvestment par excellence“, schwärmt Günter Lego.

Zwar sind die Aktien kein Schnäppchen. Das aktuelle Kurs-Gewinn-Verhältnis der Aktien liegt bei 20 und ist damit nicht gerade billig. „Doch Nestlé wurde zu Recht schon immer hoch bewertet“, sagt Günter Lego.
Für Anleger, die Alternativen zu Zinspapieren suchen, ist Nestlé allemal attraktiv: Aktuell bieten die Aktien eine Dividendenrendite von etwa 3,4 Prozent. Der nächste Ausschüttungstermin ist im April kommenden Jahres. Für Investoren, die sich die anvisierte Dividende schon jetzt in Form eines Rabatts abholen möchten, gibt es passende Discountzertifikate, zum Beispiel von der DZ Bank (WKN DZU725).

Das Papier läuft bis zum 19. Juni 2015, der Cap liegt bei 70 Franken – also sehr nahe am aktuellen Kurs der Nestlé-Aktien. Der Rabatt auf die Aktie beträgt 4,8 Prozent. Bei einem halben Jahr Restlaufzeit ergibt das unter dem Strich eine Jahresrendite von 9,6 Prozent.

Voraussetzung zum Erreichen dieser Rendite: Der Nestlé-Aktienkurs darf im kommenden Juni am Bewertungstag des Zertifikats nicht unter 70 Franken notieren. Dank des Rabatts drohen erst ab Kursen unter 55,70 Franken Verluste. Währungsschwankungen sind bei diesem Papier nicht abgesichert. Der Franken wird von der Schweizer Nationalbank derzeit ohnehin bei 1,20 Franken pro Euro fixiert. Sollte die SNB ihre Politik aufgeben, ist eher mit Währungsgewinnen für Anleger zu rechnen.


BASF: Turnaround-Chance

Als weiteres Beispiel für gemanagte Unternehmen mit solider Bilanz nennt Günter Lego die BASF, nach Umsatz und Marktkapitalisierung immerhin das größte Chemieunternehmen der Welt. Auch das BASF-Produktportfolio ist stark diversifiziert: Das Unternehmen produziert und vertreibt Chemikalien, Kunststoffe, Pflanzenschutzmittel sowie Öl und Gas – wobei Letzteres zum Risikofaktor geworden ist.

Dafür gibt es zwei Gründe: der sinkende Ölpreis und die enge Verzahnung mit dem russische Staatskonzern Gazprom. Noch in diesem Jahr wird BASF seine Kasseler Öl- und Gastochter Wintershall mit dem Gashandels- und Gasspeichergeschäft in Deutschland vollständig an Gazprom abgeben.

Dafür erhält BASF im Gegenzug mehr Anteile an großen Erdgasfeldern in Sibirien. Angesichts der politischen Spannungen zwischen der Europäischen Union und Russland rund um die Ukraine-Krise ist der Deal nicht unumstritten.

Strategisch macht der Tausch für BASF jedoch langfristig Sinn. Zusammen mit den Erdöl- und Erdgasfeldern, die BASF von der norwegischen Statoil übernommen hat, baut der Konzern konsequent seinen Zugriff auf Energie-Ressourcen aus. „Die politische Krise mit Russland und die Sanktionen der Europäischen Union haben den Kurs der BASF-Aktie belastet.

Der Marktwert an der Börse mit einem KGV von zwölf spiegelt aber nicht den wahren Wert des Unternehmens wider“, sagt Günter Lego. Um BASF müsse man sich keine Sorgen machen. Der Konzern werde sehr gut gemanagt. „Die BASF-Aktie ist mit langfristiger Perspektive ein ganz klarer Kauf“, so Lego. Nicht zuletzt die hohe Ausschüttungsquote dürfte auch Kuponjäger anlocken: Die Dividendenrendite liegt derzeit bei rund 4,4 Prozent.

Die hohe Dividendenrendite und die zuletzt angestiegene Volatilität der Aktie von etwa 21 Prozent sorgen bei BASF für attraktive Konditionen bei Discountzertifikaten. Ein Beispiel dafür ist ein Discountzertifikat von Vontobel auf die BASF-Aktie (WKN VZ55X9) mit einem Cap bei 69 Euro und einer Laufzeit bis 26. Juni kommenden Jahres. Die maximal erzielbare Rendite liegt hier bei 14,7 Prozent per annum. Der rund neunprozentige Rabatt sorgt für einen ordentlichen Risikopuffer nach unten.


Rückversicherungen fürs eigene Depot

Zu den vielleicht solidesten Anlagen zählen derzeit Aktien von Rückversicherern. Der weltweit größte davon ist die Münchener Rück. Eine Dividendenrendite von fast fünf Prozent und eine traditionell konservative Bilanzierung sorgen für wachsendes Anlegervertrauen: Innerhalb der vergangenen zwei Jahre hat sich der Kurs der Aktie verdoppelt. Trotz der gestiegenen Kurse bewertet die Börse das Unternehmen immer noch mit einem niedrigen Kurs-Gewinn-Verhältnis von neun. „Das Kurs-Buch-Verhältnis liegt bei etwa eins.

Das heißt, dass die Münchener Rück an der Börse gerade einmal so viel wert ist wie sie an reinen Vermögenswerten in ihren Büchern stehen hat. Da ist auf jeden Fall mehr drin“, sagt Günter Lego. Denn dieses Jahr lief für die Rückversicherungsbranche sehr gut – mit Perspektive auf mehr.

Das gilt auch für die Hannover Rück, den weltweit drittgrößten Rückversicherer. Auch die Hannoveraner sind mit einem KGV von 9,5 günstig bewertet. Die Dividendenrendite liegt immer noch bei 4,5 Prozent, obwohl die Aktie in den vergangenen beiden Monaten durchgestartet ist.

Von Mitte Oktober bis Mitte Dezember ist der Aktienkurs um rund 20 Prozent gestiegen. Dazu beigetragen hat das weltweit eher milde Klima mit nur wenigen großen Naturkatastrophen. „Für die ersten drei Quartale 2014 waren 490 Millionen für solche Schadenfälle eingeplant, davon sind nur 240 Millionen fällig worden.

Das heißt, man hat für die letzten drei Monate noch 248 Millionen Euro an Puffer. Das ist üppig“, rechnet Alexander Kovalenko vor. Der Analyst von der Bayerische Vermögen ist von den Kennzahlen des Versicherungskonzerns überzeugt. „Das Unternehmen ist stark auf Profitabilität ausgerichtet, die Verschuldung liegt im Branchendurchschnitt“, so Kovalenko. Die Eigenkapitalrendite liegt bei rund 15 Prozent – das sind mehr als zwei Prozentpunkte besser als die Konkurrenz aus München erwirtschaftet.

Die hohen Dividendenrenditen sorgen auch bei den beiden Rückversicherern für eine attraktive Auswahl an passenden Discountzertifikaten. Aufgrund der vergleichsweise geringen Volatilität der Aktien der Münchener Rück sind die maximal erzielbaren Renditen hier allerdings geringer als beispielsweise bei BASF oder Nestlé.

Vorteil der geringeren Schwankungsbreite der Aktien: Mit den Discountzertifikaten auf die Münchener Rück lässt sich etwas besser schlafen. Ein Papier von der Raiffeisen Centro (WKN RCE7ED) mit einer Laufzeit bis zum 24. Juni 2015 bietet eine maximale Jahresrendite von 8,3 Prozent.

Die Volatilität der Aktien der Hannover Rück sind zuletzt dank der kleinen Rally gestiegen. Mit einem Discountzertifikat auf die Hannover Rück von der BNP Paribas (WKN PA36KG) sind deshalb elf Prozent Rendite per annum drin. Der Rabatt und damit der Risikopuffer gegen Kursrückschläge beträgt hier rund 8,6 Prozent.


Berkeley: Von Grund auf solide

London und der Immobilienmarkt – da war mal was. Die britische Hauptstadt gehört zu den teuersten Plätzen weltweit. Das hängt auch mit dem spekulativen Anteil an Kapital zusammen, das von der City scheinbar magisch angezogen wird.

So war es auch kein Zufall, dass in den Krisenjahren 2008 und 2009 der Immobilienmarkt in London eingeknickt ist. Doch diese Zeiten sind vorbei. Und ein Unternehmen hat in den Jahren, als sich die Spekulanten zurückzogen, kräftig zugegriffen: Die Berkeley Group baut vornehmlich Wohnimmobilien in London und im Südosten Englands.

Der Vorteil: Dem Unternehmen gehört viel Land, das es günstig einkauft und zum Bau nutzen kann. „Die operative Effizienz ist beeindruckend“, sagt Alexander Kovalenko. Berkeley erwirtschafte eine Eigenkapitalrendite von 21 Prozent. Zum Vergleich: Der Branchendurchschnitt liegt bei 14. „Die Gewinnspanne ist doppelt so hoch wie in der Branche üblich.

Dabei bilanziert das Unternehmen konservativ. Selbst 2008 und 2009 musste Berkeley keine Abschreibungsverluste auf seinen Landbesitz vornehmen“, so Kovalenko. Was dem Analysten ebenfalls gefällt: „Berkeley ist faktisch schuldenfrei und verfolgt eine Unternehmenspolitik, die auf eine hohe Ausschüttungsquote abzielt“, so Kovalenko.

Das bedeutet konkret: 80 Prozent des Gewinns werden als Dividende an die Aktionäre ausgezahlt. Das ergibt unter dem Strich derzeit eine Dividendenrendite von rund sieben Prozent. Dass die Aktie in britischen Pfund notiert, macht das Dividendenpapier zusätzlich interessant: Die Politik der Europäischen Zentralbank zielt auf eine Schwächung des Außenwertes des Euro. Geht der Plan auf, locken Währungsgewinne bei britischen Aktien. Passende Zertifikate auf Berkeley Group werden derzeit leider nicht angeboten.

Das Fazit

Es lässt sich nur schwer absehen, wie sich die Börsen im kommenden Jahr entwickeln werden. Als sicher gilt nur, dass die Zinsen wohl niedrig bleiben werden. Deshalb sind Aktien von solide wirtschaftenden Unternehmen mit hoher Dividendenrendite oder den dazu passenden Discountzertifikaten gute Alternativen für konservative Anleger, die mehr als eine schwarze Null mit ihrem Portfolio erwirtschaften wollen.

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