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Continental Anleger können sich auf die Lauer legen

Continental-Aktie: Interessante Option für risikofreudige Anleger Quelle: dpa

Nach der jüngsten Gewinnwarnung muss sich die Continental-Aktie zunächst auspendeln. Der Mix aus rentablem Reifengeschäft und neuer Autotechnik macht die Aktie dann aber zu einem interessanten Investment.

Continental warnt die Anleger davor, dass der Umsatz in diesem Jahr nicht 47 Milliarden Euro sondern wahrscheinlich nur 46 Milliarden erreichen dürfte. Dazu gehen die Gewinnmargen etwa um ein Zehntel zurück. Gründe sind Verzögerungen in der Automobilproduktion wegen der Umstellung auf neue neue Abgasvorschriften, die nun doch stärker als erwartet auf Ausrüster und Zulieferer wie Continental durchschlagen. Als weitere Belastung kommt der Aufwand für Neuinvestitionen in Elektromobilität und autonomes Fahren. Beides macht für Conti zunächst hohe Investitionen notwendig und bringt keinen Gewinn ein.

Ein zusätzlicher Aufwand ergibt sich aus der geplanten Umstrukturierung. Continental packt seine drei Sparten Reifen, Autozulieferungen und Antriebe unter das Dach einer Holding. Dieser Prozess bindet nicht nur Managementpower, er wird sich zunächst auch in der Kostenrechnung niederschlagen.

An der Börse war die Enttäuschung über die überraschende Prognosekürzung umso größer, weil es bei Conti schon einmal im April eine Gewinnwarnung gab und sich die Geschäfte seitdem eigentlich wieder erholt hatten. Immerhin hat sich das Hauptproblem vom Frühjahr, der starke Euro, inzwischen fast von selbst gelöst. Allerdings bekommt damit die aktuelle Gewinnwarnung ein zusätzliches Gewicht.

Continental

Gewinne auf dem Niveau von 2015

Wenn es nach den neuen Zielen von Continental geht, dürfte der Nettogewinn, der im vergangenen Jahr bei drei Milliarden Euro lag, in diesem Jahr nun geringer ausfallen. Bisher lagen die durchschnittlichen Schätzungen der Banken bei 3,2 Milliarden Euro. Bei immer noch leicht steigendem Umsatz, wie ihn Conti annimmt, und einer reduzierten Marge könnten in diesem Jahr dann unterm Strich 2,7 oder 2,8 Milliarden Euro bleiben. Dieses Ergebnis läge auf dem Niveau von 2015. Damals notierte die Aktie im Bereich um 200 Euro. So gesehen wäre der aktuelle Kurssturz auf weniger als 160 Euro sogar eine Übertreibung.

Allerdings, die aktuell sehr schwachen Kurse könnten auch in Indiz dafür sein, dass Continental doch stärker getroffen ist als bisher angenommen. Dazu passt es auch, dass die Conti-Aktie schon seit Mitte Juni im Vergleich zum Gesamtmarkt ziemlich schlecht läuft.

Continental geht davon aus, dass sich das operative Geschäft bis Ende des Jahres wieder erholt. Schlecht ist die Auftragslage nicht. Voraussetzung für die Erholung wird sein, dass sich die allgemeine Entwicklung in der Autobranche nach den Stockungen um neue Abgasvorschriften in den nächsten Monaten wieder normalisiert – spätestens bis Anfang 2019.

Für Continental-Aktionäre heißt das: Selbst wenn die Gewinne noch deutlicher zurückgehen sollten als vom Unternehmen derzeit erwartet, ist die Aktie günstig bewertet. Zwischen 160 Euro und 140 Euro liegen die mittelfristigen Tiefpunkte. Hier könnten sich für risikofreudige Anleger in den nächsten Wochen Einstiegsgelegenheiten bieten.

Sparten könnten Börsenkapital bringen

Dass Conti sich bis nächstes Jahr umstrukturieren will, ist für das Unternehmen ein Vorteil. Wenn die einzelnen Sparten unter dem Dach einer Holding geführt werden, sind daraus schnell Börsengänge möglich. Conti bekäme damit frisches Geld in die Kasse und bliebe weiterhin an aussichtsreichen Geschäften beteiligt.

Mit seiner Kombination aus margenstarkem Basisgeschäft mit Reifen (die auch für E-Mobile notwendig sind) und neuer Automobiltechnik (die wenig abhängig ist von alter Verbrennertechnik) bietet Conti einen vielversprechenden Mix für den Mobilitätsmarkt. Das Unternehmen, wie von aktivistischen Aktionären gefordert, völlig aufzuspalten, könnte zwar kurzfristig zu höheren Teilbewertungen der einzelnen Sparten führen, wäre aber langfristig mit höheren Risiken verbunden.

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