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DAB Depot Contest Exotik mit Extra-Rendite fürs Depot

Die sogenannten Frontiermärkte sind die Schwellenländer von morgen. Derzeit profitieren die Newcomer von der guten Weltkonjunktur und starken Aktienmärkten. Was die Vor- und die Nachteile solcher Investments sind.

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Anleger können in den Ländern der Freihandelszone von hohen Wachstumsraten profitieren. Quelle: Reuters

Frankfurt Starkes Wirtschaftswachstum und steigende Löhne in Vietnam, erfolgreiche Reformen in Argentinien, ein günstiger Aktienmarkt in Pakistan: Ein Schuss Exotik kann sich fürs Portfolio durchaus lohnen. Der MSCI Frontier Markets 100 hat seit Jahresbeginn um 27 Prozent zugelegt, nach Umrechnung des US-Dollar-basierten Indizes in Euro bleiben immerhin noch mehr als 14 Prozent Plus.

Vermögensverwalter Ernst Heemann aus dem westfälischen Gronau nimmt am Depot-Contest des Onlinebroker DAB BNP Paribas teil, über den das Handelsblatt berichtet. Anfang des Jahres hat er einen Frontier-Fonds ins Musterdepot aufgenommen, der seitdem ähnlich stark zugelegt hat. „Wir streben im laufenden Jahr einen deutlichen zweistelligen Anstieg an“, sagt Heemann.

Anleger bewegen sich auf diesen Märkten abseits gewohnter Anlegerpfade. Die Grenzmärkte haben den Status eines Entwicklungslandes bereits deutlich hinter sich gelassen. Als Schwellenländer von Morgen sprechen sie Investoren an, denen Aktien aus China, Indien und Brasilien nur noch ein müdes Lächeln abringen. Die Schwergewichte der Frontiermärkte gemäß Index-Betreiber MSCI kommen aus Asien, aus dem arabischen und afrikanischen Raum, dazu zählen etwa Kuwait, Nigeria und Marokko.

Die mit Abstand wichtigste Branche sind Banken und andere Finanzunternehmen, danach folgen Telekommunikationsfirmen und Konsumgüterhersteller. Energieunternehmen stehen erst auf Rang vier. Im Gegensatz zu den klassischen Schwellenländern spielen Rohstoffe in vielen Frontier-Ländern nämlich eine deutlich geringere Rolle.

Mit dem Branchen-Mix sind die Länder in der jüngeren Vergangenheit gut gefahren: Frontier-Märkte brauchen den Vergleich zu den Rekord jagenden Indizes in Industrienationen und Schwellenländern nicht scheuen: In den vergangenen zwölf Monaten hat der MSCI-Frontier-Markets-Index um mehr als 30 Prozent zugelegt, in den vergangenen fünf Jahren stiegen die Kurse sogar um mehr als 50 Prozent.

Kehrseite der Medaille: Immer wieder kommt es zu starken Kursschwankungen mit tiefen Abstürzen. Bei Korrekturen an den Weltbörsen und politischen Unwägbarkeiten rauschen die Börsen der jungen Märkte regelmäßig kräftig in die Tiefe. Vermögensverwalter Heemann sieht derzeit allerdings keine Verwerfungen größeren Kalibers, die die Märkte aus dem Tritt bringen könnten: „Politische Instabilitäten können ein Risiko bedeuten, momentan erwarten wir solche aber nicht.“


Länder der Freihandelszone Asean gelten als interessant

Die Grenze zwischen Schwellen- und Frontierländern verläuft fließend. Wer eine Mischung aus beidem sucht, wird bei den so genannten Asean-Frontier-Märkten fündig. Das sind all jene Länder im Südosten Asiens, die sich zu einer Freihandelszone zusammengeschlossen haben.

Größtes Asean-Mitglied ist mit rund 255 Millionen Menschen die Inselkette Indonesiens. Der Staat mit der viertgrößten Bevölkerung der Welt hat in den vergangenen Jahren deutliche wirtschaftliche Fortschritte gemacht: „Indonesien hat eine ausgewogene Handelsbilanz und eine breit diversifizierte Wirtschaft“, sagt Andreas Teichmann von der Münchener Vermögensverwaltung Plückthun Asset Management. Der Vermögensverwalter hält in seinem Musterdepot einen Asean-Fonds, der seit Jahresbeginn auf Euro-Basis immerhin mit mehr als sechs Prozent im Plus liegt.

Auch Teichmann verweist auf die Bedeutung der politischen Stabilität für die Fortsetzung des wirtschaftlichen Erfolgskurses: „Vor allem der Binnenmarkt treibt das Wachstum. Vorausgesetzt, dass es eine politische und rechtliche Stabilität gib. Das gilt im Übrigen für alle Asean-Staaten.“

Neben Vietnam und den Philippinen zählen zu dem Verbund auch wirtschaftliche Leichtgewichte wie Laos, Kambodscha und Myanmar. Insgesamt bilden zehn Asean-Länder eine Freihandelszone für rund 600 Millionen Menschen. Vor allem die reduzierten Zölle treiben den Handel an.

Vermögensverwalter Teichmann geht davon aus, dass die aufstrebenden Länder mit ihren breit diversifizierten Volkswirtschaften künftig ein deutlich höheres Wirtschaftswachstum vorlegen werden als China. Darüber hinaus gebe es in diesen Ländern deutlich weniger Staatseingriffe und weniger Restriktionen am Kapitalmarkt als beim großen Nachbarn.

Der Preis der großen Chancen liegt in entsprechend hohen Risiken, die sich in starken Kursschwankungen der jeweiligen Börsen offenbaren. Wer in Asean-Frontier-Märkte investiert, sollte deshalb ein dickes Fell und einen langen Atem haben, und mögliche Rücksetzer aushalten können. „Kurzfristig kann es bei Investitionen in diesen Märkten immer wieder stärke Schwankungen nach oben und unten geben, da neben den volkswirtschaftlichen Zahlen und Unternehmensergebnissen vieles auch von den schwankenden internationalen Kapitalmarktströmen abhängt“, sagt Vermögensverwalter Teichmann.

Der Lohn fürs Durchhalten sind Wachstumsraten, die weit über dem liegen, was etablierte Märkte zu bieten haben. Teichmann rechnet mittelfristig mit einem jährlichen Wachstum der Asean-Staaten von sechs bis zehn Prozent – und einem langfristigen Ertragspotential bei Aktien in ähnlicher Höhe. Mindestens. „Der Anlagehorizont sollte dabei mindestens drei bis fünf Jahre betragen“, sagt Teichmann.

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