1. Startseite
  2. Finanzen
  3. Börse
  4. Das krisenfeste Depot: An den Börsen wird es spannend

Das krisenfeste DepotAn den Börsen wird es spannend

Zwei Fünftel der Verluste im Crash haben die Aktienmärkte wettgemacht. Wie es nun weitergeht, dürfte für die langfristige Perspektive entscheidend sein.Georg Buschmann 07.04.2020 - 20:16 Uhr

Größter Gewinner im krisenfesten Depot: US-Börsenbetreiber Nasdaq.

Foto: ddp images

An den Finanzmärkten kehrt langsam wieder Normalität ein: Die Ausschläge der Kurse, die in der Krise im März auf extreme Niveaus gestiegen waren, nehmen weiter ab. Auch am wichtigen Markt für Staatsanleihen entspannt sich die Lage. In der akuten Krisenphase waren die Renditen dort erst drastisch gefallen, weil Anleger in Sicherheit geflohen sind. Anfang März hatte die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen mit minus 0,9 Prozent ein Allzeittief markiert. Kurz darauf stiegen die Renditen heftig, weil die Sorge umging, dass sich die Staaten mit den finanziellen Corona-Rettungsmaßnahmen übernehmen.

Inzwischen haben Staaten und Notenbanken Investoren soweit beruhigt, dass sich auch die Anleiherenditen einpendeln. Zuletzt stieg jene für zehnjährige Bunds nur noch leicht auf etwa minus 0,3 Prozent – ein Entspannungszeichen.

Zugleich haben die Aktienmärkte am Dienstag ihre Erholung fortgesetzt. Sowohl Dax als auch S&P 500 und MSCI World legten kräftig zu. Sie sind damit nun an einem entscheidenden Punkt angelangt. Nach drastischen Kursverlusten wie im Februar/März gibt es im Anschluss klassischerweise eine Gegenbewegung, die etwa 40 Prozent des Verlusts wettmacht. So war es etwa im US-Index S&P 500 nach der Lehman-Pleite 2008 zu beobachten. Der Index verlor erst gut 500 Punkte, um in den Wochen danach rund 200 Punkte gutzumachen. Genau dieses Ausmaß von 40 Prozent hat nun auch die aktuelle Erholungsrally, im Falle des Dax und des Weltaktienindex MSCI World, fast erreicht, beziehungsweise im Fall des S&P 500 sogar leicht überschritten.

Das krisenfeste Depot

Macht’s wie Warren!

von Georg Buschmann

An eine solche Erholung schließt sich normalerweise eine zweite Abwärtsphase an, in der die Tiefpunkte des Bärenmarkts ausgelotet werden. 2008/2009 etwa gab der S&P 500 nach der Zwischenerholung noch einmal mehr als ein Viertel ab, bis er im März 2009 sein Tief erreichte. Dass es auch im Anschluss an die aktuelle Erholungsrally erneut zu so einer zweiten Abwärtsphase kommt, ist wahrscheinlich. Die große Frage ist, wie tief sie reichen wird. Im geimpften Corona-Depot stellen wir uns weiter darauf ein, dass die Tiefstände aus dem März im Jahresverlauf zumindest noch einmal getestet werden und halten an krisenresistenten Aktien fest.

Am Dienstag kostete das allerdings Rendite, weil das Depot gegenläufig zum Markt fiel und damit erstmals seit Start Mitte März knapp hinter der Wertentwicklung des MSCI World liegt.

Was lief gut?

Einziger größerer Gewinner im Depot war der US-Börsenbetreiber Nasdaq. Die Aktie hat damit beinahe wieder ihr Niveau vom Jahresanfang erreicht, während die Aktienmärkte insgesamt nach wie vor deutlich im Minus notieren. Interessant ist eine historische Parallele: Schon während der Finanzkrise lag die Aktie nach dem ersten Absturz relativ schnell wieder vor dem Gesamtmarkt und hielt sich dann, als die zweite Phase des Abverkaufs einsetzte und der Markt insgesamt kräftig fiel, relativ konstant. In der aktuellen Situation bleibt sie auch deswegen besser im Portfolio.

Wöchentlicher Börsenbrief

So können Sie die BörsenWoche abonnieren

Was lief schlecht?

Die meisten Aktien im Depot, wie etwa Drägerwerk, Gilead oder Teamviewer, die sich im Crash gut hielten, gaben am Dienstag weiter ab. Auch der französische Pharmakonzern Sanofi zählte zu den Verlierern, hatte aber immerhin eine spannende Geschichte zu bieten. Die „New York Times“ hatte am Montag berichtet, dass Donald Trump und Personen aus seinem Umfeld an Sanofi beteiligt sind. Der Präsident habe „einen kleinen finanziellen Einsatz“ im französischen Konzern. Das ist heikel. Denn der US-Präsident hat in den vergangenen Wochen immer wieder den Einsatz von Chloroquin gegen das neue Coronavirus befürwortet, obwohl ein medizinischer Nutzen bisher nicht nachgewiesen ist, sondern es lediglich anekdotische Evidenz gibt. Sanofi vertreibt Chloroquin unter dem Markennamen Quensyl als Medikament gegen Malaria und Schmetterlingsflechte. Der Aktie bringt die Diskussion zumindest ein wenig Aufmerksamkeit. Sie bleibt ebenfalls im Depot. So sieht das Portfolio nun aus:

Mehr zum Thema:
Dieser Crash ist anders. Wie lange er dauert, bestimmen ein Virus und die Politik. Anleger, die über einen Wiedereinstieg nachdenken, sollten dennoch crasherprobte Indikatoren beobachten. Es gibt einige überraschende Lehren aus der Vergangenheit.

Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
Stellenmarkt
Die besten Jobs auf Handelsblatt.com
Anzeige
Homeday
Homeday ermittelt Ihren Immobilienwert
Anzeige
IT BOLTWISE
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Remind.me
Jedes Jahr mehrere hundert Euro Stromkosten sparen – so geht’s
Anzeige
Presseportal
Lesen Sie die News führender Unternehmen!
Anzeige
Bellevue Ferienhaus
Exklusive Urlaubsdomizile zu Top-Preisen
Anzeige
Übersicht
Ratgeber, Rechner, Empfehlungen, Angebotsvergleiche
Anzeige
Finanzvergleich
Die besten Produkte im Überblick
Anzeige
Gutscheine
Mit unseren Gutscheincodes bares Geld sparen
Anzeige
Weiterbildung
Jetzt informieren! Alles rund um das Thema Bildung auf einen Blick