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  4. Börse: Die Erholungsrally langsam ab – und so schlägt sich das krisenfeste Depot

Das krisenfeste DepotIst diesmal an der Börse wirklich alles anders?

Weil die Kurse sich kräftig erholt haben und gleichzeitig die Unternehmensgewinne einbrechen, werden Aktien deutlich teurer. In der Vergangenheit war das kein stabiler Zustand.Georg Buschmann 13.05.2020 - 18:56 Uhr

Obwohl sich derzeit die Schreckensnachrichten aus der Wirtschaft überschlagen, stehen die Börsen erstaunlich gut da

Foto: imago images

Wer derzeit die Wirtschaftsnachrichten verfolgt und anschließend ins eigene Depot guckt, muss das Gefühl haben, in zwei Welten zu leben. Da sind zum einen die zum Teil verheerenden Zahlen zur Auswirkung der Corona-Pandemie auf die Wirtschaft: Die US-Arbeitslosenzahl, die zuletzt auf 15 Prozent schoss. Die europäische Industrieproduktion, die im März um 13 Prozent unter Vorjahr lag. Oder die Gewinne vieler börsennotierter Unternehmen, die bereits im ersten Quartal auf breiter Front drastisch eingebrochen sind.

Und dann sind da die Aktienmärkte: Der Weltaktienindex legte seit dem Corona-Tief im März um ein Viertel zu, ebenso der deutsche Leitindex Dax. Und in den USA sind Technologieaktien, gemessen am Index Nasdaq 100, sogar fast zurück auf Rekordstände geklettert. Die Rally nährt sich von der Hoffnung, dass die Geldflut der Notenbanken die Wirtschaftskrise abfedert. Allerdings wird mehr Zentralbankgeld die durch die Pandemie verursachten Probleme nicht lösen können. Das wird immer klarer, je länger die Krise dauert. Und klarer wird auch, dass sie länger dauern wird, als viele gehofft haben.

Für die Anlagestrategie im geimpften Corona-Depot gehen wir davon aus, dass die Rezession trotz der Notenbanken-Maßnahmen stark ausfallen und die Gewinnniveaus der Unternehmen möglicherweise auf Jahre hinaus drücken wird. Wenig spricht in diesem Szenario dafür, dass die Kurse schnell auf Vorkrisenniveaus zurückkehren werden – auch nicht die Geldflut der Notenbanken. Schon in den Jahren seit der Finanzkrise war zu beobachten, dass die Anleihekäufe der Zentralbanken auf den Anlagemärkten sehr unterschiedlich wirken: Anleihen wurden teurer und teurer, während Aktien bei Weitem nicht im selben Ausmaß von der Geldpolitik profitierten. Die Gewinnmultiplikatoren von Aktienindizes stiegen kaum.

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Genau das aber ist im Moment der Fall: Bei corona-bedingt stark fallenden Gewinnen bedeuten schon stagnierende Kurse deutlich höhere Bewertungen, Aktien werden also derzeit schnell viel teurer. Nun könnte es zwar sein, dass der Trend dreht und Aktien dauerhaft teuer bleiben. „Diesmal ist alles anders“ allerdings kann an der Börse schnell zu einer teuren Überzeugung werden. Wir bleiben deshalb im Depot vorsichtig und bauen in dieser Woche weiter Positionen ab. Dass die Aussichten nach wie vor trüb sind, lässt sich auch am Anleihe- oder Goldmarkt ablesen. Stünde ein echter wirtschaftlicher Aufschwung bevor, müssten steigende Renditen und fallende Goldpreise davon künden. Zu sehen ist davon nichts.

Was lief gut?

Das Depot insgesamt schlägt sich derzeit besser als der Markt und liegt seit Start wieder um knapp zwei Prozentpunkte vor dem MSCI World. Mit dazu beigetragen hat auch der Wohnimmobilienanbieter LEG Immobilien. Der Konzern aus Düsseldorf vermeldete für das erste Quartal jüngst ein deutlich gestiegenes operatives Ergebnis („Funds from Operations“, „FFO“). Die Effekte aus der Coronapandemie seien bislang gering und beherrschbar. Mit 110 Euro stieg die Aktie zurück auf Vorkrisenniveau und bleibt im Depot.

Was lief schlecht?

Anders sieht es bei einem weiteren Immobilienwert aus. Der Schweizer Gewerbeimmobilienspezialist Swiss Prime Site erwirtschaftet den Großteil seiner Erträge aus der Vermietung von Büro- und Handelsimmobilien. Zwar verfügen die Schweizer über gute Standorte und eine robuste Bilanz. Eine nachhaltige wirtschaftliche Eintrübung durch die Pandemie aber würde auch sie hart treffen und womöglich Abschreibungen im Immobilienbestand nach sich ziehen. Wir fokussieren uns deswegen auf die beiden Wohnimmobilienaktien LEG und Vonovia und geben die Position in Swiss Prime Site mit kleinem Verlust ab. Außerdem reduzieren wir, wie schon bei Drägerwerk, nach den starken Kursgewinnen beim Softwarekonzern Teamviewer die Position von 56 auf 40 Aktien. Unsere Bargeldquote steigt damit auf ungefähr ein Fünftel des Gesamtdepots. So sieht es im Moment aus:



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