Das Sprungtuch fürs Depot So sichern Sie Ihre Aktien richtig ab

Politische Krisen bestimmen die Aktienkurse, die Schwankungen nehmen zu. Gerade für Anleger, die zur Zeit im Urlaub sind, ist eine gute Absicherung des Depots wichtig. Wie der Schutz gegen den freien Fall funktioniert.

Quelle: Marcel Stahn

Aktionäre haben es derzeit nicht leicht. Ständig vermelden die Nachrichtenticker einen weiteren Kursrutsch. Nachdem in den Monaten zuvor ein Rekordhoch nach dem nächsten vermeldet wurde, greift jetzt bereits die Panik um sich, wenn der Dax „nur noch“ bei 9000 Punkten liegt.

Dabei ändert sich die Nachrichtenlage von Tag zu Tag. Während der Montag noch von Kursgewinnen geprägt war und Börsen rund um den Globus Erholungsanzeichen vermeldeten, war die gute Stimmung am Dienstag schon wieder dahin. In Deutschland drückte der überraschend deutliche Rückgang des ZEW-Konjunkturbarometers auf die Kauflaune der Anleger. Der Index sank um 18,5 auf nur noch 8,6 Punkte ab.

Gleichzeitig musste mit dem Konsumgüterhersteller Henkel ein weiteres Unternehmen einräumen, unter den Krisen in der Ukraine und im Nahen Osten zu leiden. Das Gewinnwachstum könne sich im zweiten Halbjahr verlangsamen, räumte Henkel-Chef Kasper Rorsted ein. Anleger zeigten sich enttäuscht, die Aktie verlor zwischenzeitlich mehr als fünf Prozent.

Verkaufen oder durchhalten?

Auch der Volatilitätsindex VDax-New, der die erwartete Schwankungsbreite anzeigt, ist zuletzt deutlich auf über 18 Zähler gestiegen. Vieles deutet also darauf hin, dass das Hin und Her an den Börsen noch lange nicht vorbei ist.

Gerade bei schwankungsanfälligen, politischen Börsen stellt sich Anlegern ständig nur eine Frage: verkaufen oder durchhalten? Es ist eine Art inneres Pokerspiel, das der Aktionär mit sich selbst ausficht. Der Ausgang hängt maßgeblich vom eigenen Risikoempfinden ab. Noch schwieriger wird der Balanceakt im Urlaub – nicht jeder möchte unter Palmen stündlich per Smartphone die Börsenkurse abrufen, nur um dann dem Bankberater per Telefon zu erklären, wie er das Depot umschichten soll.

Wie lässt sich das Depot also am besten krisenfest absichern und was ist bei längeren Abwesenheiten zu beachten?

Es gibt diverse Strategien, das Depot gegen Verluste abzusichern – auch während des Urlaubs. Grundsätzlich gilt dabei: in der langen Frist führt weiterhin kaum ein Weg an Aktien vorbei. Aufgrund der Niedrigzinsphase ist auf Sparkonten oder im Anleihebereich zumindest bei vertretbarem Risiko wenig Rendite zu holen.

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Gold ist krisenresistent

Zunächst einmal gilt es, eine Bestandsaufnahme zu machen. Wer sehr skeptisch ist, reduziert seine Aktienquote im Depot und investiert stattdessen lieber in krisenresistentere Anlagen wie beispielsweise Gold. Andere sollten je nach Aktie entscheiden. Zykliker beispielsweise benötigen gerade bei politischen Börsen mehr Aufmerksamkeit. Auch bei Konsumgüterherstellern oder Automobilproduzenten lohnt es sich zu überprüfen, wie stark das jeweilige Unternehmen in den Krisenregionen engagiert ist. Die Beispiele von Henkel und Adidas haben das gezeigt.

In den einzelnen Fällen helfen Stoppkurse, deren Unterschreiten zum automatischen Verkauf des Papiers führt. Experten warnen allerdings davor, zu rigoros zu verkaufen - insbesondere bei Aktien, die vor 2009 gekauft wurden. Deren Kursgewinne sind nämlich steuerfrei, während seitdem die Abgeltungsteuer von 25 Prozent gilt. Zudem gilt es als weniger wahrscheinlich, dass die verkauften Papiere in erfolgreicheren Zeiten erneut im Depot landen. Das wusste auch der 1999 verstorbene Börsenexperte André Kostolany: „Wer Aktien nicht hat, wenn sie fallen, der hat sie auch nicht, wenn sie steigen“.

Wer sich an etwas kompliziertere Produkte wagt, kann verschiedene Derivate zur Kursabsicherung nutzen. „Anleger, die mit einer weiter fallenden Kursentwicklung zum Beispiel beim Dax rechnen, können mit sogenannten Short-ETFs auf den Dax profitieren“, erklärt Ingo Theismann vom unabhängigen Vermögensverwalter Consulting Team.

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