Dax 9000 und kein Ende Der Treibstoff für neue Börsenrekorde

Gedopt von den Notenbanken steht der Börsenindex Dax bei mehr als 9000 Punkten - so hoch wie nie. Welche neuen Höchststände noch erreichbar sind und wann Anleger mit Ernüchterung rechnen müssen.

Kleine Börsenchronik - Dax auf Rekordjagd
Dax-Höchststand Quelle: dpa
Foto vom roten Platz in Moskow Quelle: AP
Foto der US-Notenbank Quelle: dapd
Foto von Verona Pooth Quelle: dpa/dpaweb
Foto des Anschlages auf das World-Trade-Center am 11. September 2001 Quelle: REUTERS
Foto des Irakkrieges Quelle: dpa
Schriftzug IKB Quelle: dpa
Foto eines Gebäudes der Société Générale Quelle: REUTERS
Foto des Schriftzuges: "Lehman Brothers" Quelle: dpa
Foto von Dollarscheinen Quelle: REUTERS
Foto von Fukushima Quelle: REUTERS
Foto der Akropolis Quelle: obs
Fotomontage Dollar und amerikanische Flagge Quelle: dpa
Foto von Stapeln aus Geldscheinen Quelle: dpa
Foto zypriotische Euromünze Quelle: dpa
Am 22. Mai 2013 erreichte der Dax mit in der Spitze 8557 Punkten einen neuen Rekordstand. Im zumeist schwachen Börsenmonat Mai hatte die nachlassende Krisenangst und weit geöffneten Geldschleusen der Notenbanken - allem voran der US-Notenbank Federal Reserve - den Aktienmarkt beflügelt. Quelle: REUTERS
Am 16. September 2013 erreichte der Dax einen neuen Rekordstand von zeitweise 8626 Punkten. Für die gute Börsenstimmung sorgte eine sich abzeichnende diplomatische Lösung im Syrien-Konflikt im Hinblick auf den Giftgasangriff dort einige Wochen zuvor. Regelrecht euphorisch reagierten die Börsen jedoch auf den Rückzug von Larry Summers (links) als Kandidat für die Nachfolge von US-Notenbankchef Ben Bernanke. Summers hatte in den 90er Jahren unter US-Präsident Bill Clinton als Finanzminister für die Deregulierung der Finanzmärkte gesorgt. Kritiker lasteten ihm an, für die Finanzkrise mitverantwortlich zu sein. Zudem befürchteten die Akteure an den Börsen, dass er die expansive Geldpolitik Bernankes zurücknehmen könnte. Das nährte die Hoffnung, die Geldschleusen könnten doch länger als erwartet geöffnet bleiben - was den Aktienmärkten schon in den vergangenen Jahren ordentlich Schub verliehen hatte. Quelle: AP
US-Notenbankchef lässt den Geldhahn offenAm Abend des 18. September überrascht US-Notenbankchef Ben Bernanke die Börsen mit der Ankündigung, die Leitzinsen nahe der Nulllinie zu belassen und das Ankaufprogramm in Höhe von monatlich 85 Milliarden Dollar vorerst unvermindert fortzusetzen. Im Sommer hatte er hoch angekündigt, diese Form der Geldspritze für die Wirtschaft in Zukunft zu reduzieren. Dass die Liquiditätsschwemme unvermindert fortgesetzt wird, sorgte an den Börsen von New York bis Tokio für Jubel. Der Dax hatte schon zuvor den erst zwei Tage zuvor erreichten Höchststand überwunden. Am Tag nach der Entscheidung der Federal Reserve übersprang er locker die alten Marken. Im Tagesverlauf erreichte er den neuen Rekordwert von 8770 Punkten (Stand 11 Uhr). Quelle: dpa
Dax-Verlauf Quelle: REUTERS

Dieses Börsenjahr hat es in sich: Rund 18 Prozent hat der deutschen Leitindex im laufenden Jahr zugelegt und dabei den höchsten Stand aller Zeiten erreicht. Zuletzt fiel sogar die Rekordmarke von 9000 Punkten. Kaum jemand auf dem Frankfurter Parkett oder in den Hochhaustürmen der Banken hat Zweifel daran, dass die Kurse weiter klettern und die 9000 Punkte schon bald nur noch als Etappe auf dem Weg zu deutlich höheren Rekordständen in Erinnerung bleiben. „Unter den aktuellen Voraussetzungen sind in diesem Jahr bis 9500 Punkte drin, im kommenden Jahr könnte der Dax sogar weiter auf 10.500 Punkte  steigen “, sagt etwa Robert Halver, der für die Baader Bank die Kapitalmarktanalyse leitet und der häufig auf dem Börsenparkett in Frankfurt anzutreffen ist. Erst Ende August hatte der Börsenprofi im Interview mit WirtschaftsWoche Online eine Jahresendrally vorhergesagt.

Dass die Börse noch in diesem Jahr einen neuen Höchststand erreicht, ist für ihn folgerichtig, die Voraussetzungen dafür seien gut. Seine damalige Prognose von 8800 Punkten im Dax bis zum Jahresende hat die Börse aufgrund der verschobenen Drosselung der Liquiditätszufuhr durch die US-Notenbank längst überflügelt, Halver hat sie daher inzwischen wie etliche andere Analysten angehoben. So sieht auch die Deutsche Bank bis Jahresende Potenzial bis 9500 Punkte, die DZ Bank sieht den Dax bis Mitte 2014 bis auf 9600 Punkte klettern. Die Privatbank Donner & Reuschel rechnet laut Handelsblatt mit 9700 Punkten zum Jahresende und einem Überschreiten der 10.000-Punkte-Marke im kommenden Jahr.

Tatsächlich hat der Dax noch Potenzial. Dafür spricht auch der Dax-Kursindex, der im Gegensatz zum üblichen Performance-Index die Dividenden der Unternehmen unberücksichtigt lässt. Der Kursindex notiert immer noch 24 Prozent unter dem alten Hoch vom Jahr 2000. Allerdings sollten Anlegen nun nicht vermuten, der Dax hätte noch in gleichem Umfang Nachholpotenzial. Für den gestiegenen Optimismus gibt es dennoch gute Gründe. Denn noch immer sind die Bedingungen für weitere Börsenrekorde gegeben.

Für Beobachter wie Harald Preißler, Chefvolkswirt beim Anleihemanager Bantleon, ist die Frage, wie weit der Dax noch steigen kann, eher müßig. Er hatte schon im Frühjahr, als der Dax noch unterhalb von 8000 Punkten notierte, vorhergesagt, der Aktienindex habe in diesem Jahr Potenzial bis in die Größenordnung von 10.000 Punkten. Weit besser ließe sich aber die Frage beantworten, wie lange es am Aktienmarkt noch aufwärts geht. Und auch da sind sich die Experten relativ einig: Bis zum Frühjahr sollte die Börsenkurse weiter steigen. Unterschiede gibt es jedoch in den Argumentationslinien der Experten.

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