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Dax aktuell Aktienmärkte stehen vor einem Kurssprung

Vorweihnachtliche Ruhe oder Jahresendrally? Vor dem Börsenstart ist die Antwort eindeutig: Der Dax dürfte den Handel mit deutlichen Kursgewinnen eröffnen. Für den weiteren Verlauf ist eine Marke besonders wichtig.

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Dax aktuell: Dax kratzt an der 11.000-Punkte-Marke Quelle: dpa

Frankfurt In der zurückliegenden Woche verlor der Dax 0,4 Prozent auf 13.103 Zähler. Selbst die Zinsentscheidungen wichtiger Notenbanken lockten die Anleger nicht hervor. Doch vor dem Börsenstart sieht die Lage anders aus: Vorbörsliche Indikatoren zufolge notiert die Frankfurter Benchmark bei 13.180 Zählern - ein Plus von mehr als 80 Punkten gegenüber dem Schlussstand der Vorwoche.

Aus charttechnischer Sicht ist nun die Marke von 13.241 Punkten entscheidend. Ein Dax-Kurs zum Handelsschluss darüber gäbe neues Kurspotenzial frei. „Sofort wäre in dem Fall über ein Kursziel von mindestens 13.600 Punkten zu reden und somit hätte dann auch der im Vergleich zu den US-Märkten relativ schwache Leitindex sein neues, höheres Allzeithoch“, glaubt der freie Charttechniker Holger Struck.

Die Vorgaben aus Übersee sind positiv: Die US-Börsen haben am Freitag im Plus geschlossen. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte stieg um 0,6 Prozent auf 24.651 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500 rückte um 0,9 Prozent auf 2675 Zähler vor. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verbesserte sich um 1,2 Prozent auf 6936 Punkte.

Auch die japanischen Börsen sind am Montag mit deutlichen Kursgewinnen in die neue Woche gestartet. Gefragt waren vor allem Finanz- und Exportwerte. Marktteilnehmer sagten, die gute Stimmung von der Wall Street am Freitag wirke nach. Sie ging auf die Erwartung zurück, dass US-Präsident Donald Trump noch vor Weihnachten die größte Steuerreform seit Jahrzehnten durch den Kongress bekommen wird. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index stieg in Tokio um 1,1 Prozent auf 22.810 Punkte.

Die deutlich höheren Dax-Kurse vor dem Börsenstart stehen aber im Gegensatz zu den Meinungen vieler Experten, die bis zum Jahresende keine großen Kurssprünge mehr erwarten, zumal auch die Terminkalender nur noch spärlich gefüllt sind. „Eine Jahresendrally erwarte ich nicht mehr, dafür sind wir dieses Jahr schon zu weit geflogen“, sagt beispielsweise Postbank-Aktienstratege Heinz-Gerd Sonnenschein. Immerhin hat der Leitindex in diesem Jahr bisher circa 14 Prozent zugelegt.

Auch Finanzmarktexperte Jörg Haldorn vom Vermögensberater Zaldor glaubt nicht, dass der deutsche Leitindex aus seiner seit Mitte November gehandelten Spanne von 12.850 bis 13.200 Punkten ausbrechen wird. Erst zwischen Weihnachten und Neujahr sei wieder mit einem Aufwärtstrend zu rechnen.

Das Kurspotenzial nach unten ist offensichtlich aber begrenzt. Anlage-Experte Joachim Goldberg von der Beratungsfirma Goldberg und Goldberg ist sich sicher, dass Investoren mögliche Kursverluste an der Börse zum Einstieg nutzen. „Alles in allem bleibt das stimmungstechnische Umfeld für den Dax stabil, zumal bei erneuten Rücksetzern noch genügend Anschlussnachfrage vorhanden wäre.“

Dennoch könnte die Steuerreform in den USA, die vermutlich beschlossen werden dürfte, für positive Impulse sorgen, glaubt Commerzbank-Chefanlagestratege Chris-Oliver Schickentanz. „Nachdem die wichtigen Notenbanksitzungen vorüber sind und die starken Konjunkturdaten den Kapitalmärkten zuletzt keine Impulse mehr verleihen konnten, hängt es wohl an der Durchführung der Steuerreform, ob die Aktienbörsen noch zu einer späten Jahresendrally ansetzen“, sagt er. Auch Robert Greil, Chefstratege von Merck Finck Privatbankiers, ist überzeugt: Die Steuerreform berge „das meiste Potenzial für einen letzten Aktienschub nach oben im Jahr 2017“, sagt er.

Den Bullen an der Börse, die auf steigende Kurse setzen, könnten auch die letzten anstehenden Konjunkturdaten neue Nahrung geben. Der Ifo-Index gibt am Dienstag Aufschluss über die Stimmung in den deutschen Chefetagen. Am Freitag liefert der GfK-Index Hinweise auf die Kauflaune der deutschen Verbraucher. Analysten der Commerzbank gehen davon aus, dass der Index des Münchener Ifo-Instituts auf 118 Punkte von 117,5 Zählern zulegen wird.

Im Rampenlicht steht weiter die Kryptowährung Bitcoin, deren Wert zwischenzeitlich über 20.000 US-Dollar gestiegen ist. Die renommierte US-Derivatebörse CME startet Anfang der Woche mit dem Handel eines Terminkontrakts auf die Cyberdevise und folgt damit der Chicagoer CBOE.

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