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Dax aktuell Dax-Anleger blicken mit Spannung auf RWE und Eon

Zum Wochenbeginn wird die angekündigte Übernahme der RWE-Tochter Innogy die deutschen Anleger beschäftigen. Der Dax dürfte im Plus starten.

Anleger nehmen am Montag vor allem RWE und Eon-Aktien in den Blick. Quelle: dpa

Düsseldorf/FrankfurtFür deutsche Aktienanleger bleibt es zum Wochenstart spannend. Und das nicht nur wegen der von US-Präsident Donald Trump angekündigten Strafzölle auf Stahl und Aluminium oder seiner Drohung, auch die deutschen Autobauer mit höheren Einfuhrzöllen zu belegen.

Vor allem der spektakuläre Deal zwischen den beiden Dax-Schwergewichten Eon und RWE zulasten eines Dritten, dem MDax-Wert Innogy, wird deutsche Anleger am Montag beschäftigen.

Die beiden Energieversorger haben sich am Freitag auf ein umfangreiches Tauschgeschäft geeinigt. Eon übernimmt von RWE das Aktienpaket von 76,8 Prozent, das der Essener Konzern noch an der Grünstrom-Tochter Innogy hält. Bezahlt wird mit eigenen Aktien: Im Zuge einer Kapitalerhöhung im Volumen von 20 Prozent gewährt Eon dem Konkurrenten eine Beteiligung von 16,7 Prozent. Den restlichen Aktionären von Innogy wird Eon eine Offerte über 40 Euro je Aktie – inklusive der Dividenden für 2017 und 2018 – unterbreiten. Damit könnte die Transaktion ein Volumen von gut 20 Milliarden Euro erreichen.

Sollte der Deal vollzogen werden, endet für Innogy damit das kurze Gastspiel auf dem deutschen Energiemarkt und an der Frankfurter Börse schon wieder, bevor es richtig begonnen hat. Im April 2016 hatte RWE – damals noch unter Chef Peter Terium – die Sparten erneuerbare Energien, Netze und Vertrieb abgespalten. Anfang Oktober 2016 war Innogy an die Börse gegangen – mit einem Volumen von fünf Milliarden Euro der größte Börsengang in Deutschland seit damals fast 16 Jahren.

Die am Montag vorgelegte Innogy-Bilanz für 2017 entspricht den Erwartungen der Analysten: Der Gewinn stagniert, die Dividende bleibt unverändert bei 1,60 Euro pro Aktie.

Was Investoren von dem Geschäft halten, das den deutschen Energiemarkt gründlich durcheinanderwirbelt, wird sich an den Aktienkursen der drei Unternehmen ablesen lassen.

Analysten erwarten, dass der Dax im Plus in den Tag startet. Auf außerbörslichen Handelsplattformen notierte der deutsche Aktienindex am frühen Montagmorgen leicht im Plus bei 12.420 Punkten. Am Am Freitag hatte er leicht im Minus bei 12.347 Zählern geschlossen.

Rückenwind kommt aus Asien und von der Wall Street. In Tokio zog der Nikkei-Index am Montag um 1,7 Prozent auf 21.824 Zähler an. Der chinesische Shanghai Composite stieg um 0,6 Prozent auf 3328 Punkte. In New York waren der Dow Jones und der S&P500 nach positiven US-Arbeitsmarktdaten zum Wochenschluss kräftig gestiegen. Der Technologieindex Nasdaq hatte sogar einen neuen Rekordstand erreicht.

Deutsche Bank bleibt Gesprächsthema

Auch die Deutsche Bank wird die Diskussionen von Händlern und Anlegern bestimmen. Die größte deutsche Bank nannte Details zum Börsengang ihrer Vermögensverwaltungssparte DWS genannt hat. Die Platzierung soll dem Institut bis zu 1,8 Milliarden Euro einbringen. Die Aktien kommen für jeweils 30 bis 36 Euro auf den Markt. Insgesamt wird die Fondsgesellschaft dadurch mit sechs bis 7,2 Milliarden Euro bewertet.

Zudem dürften auch die Höhe der Bonuszahlungen für die Mitarbeiter des größten deutschen Geldhauses für Gesprächsstoff sorgen. Vorstandsvorsitzender John Cryan hatte gesagt, dass der Bonustopf für das Jahr 2017 über der Marke von zwei Milliarden Euro liegen werden, der Vorstand aber erneut auf eine Sondervergütung verzichten werde.

Im Auge behalten dürften Anleger auch die Aktie des Wohnungskonzerns Vonovia. Am Montagnachmittag endet dessen Frist zur Übernahme der österreichischen Buwog. Mit Überraschungen wird allerdings nicht gerechnet, die Buwog-Aktionäre dürften das Angebot der Bochumer aller Voraussicht nach annehmen.

Der Euro-Kurs ist am Montag leicht gestiegen. Am Morgen wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,2321 Dollar gehandelt und damit etwas höher als am Freitagabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Freitagnachmittag auf 1,2291 Dollar festgesetzt.

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