Dax aktuell Dax steht vor einem freundlichem Start in den Handel

Dank guter Vorgaben aus Übersee dürften sich die Kurse zunächst weiter erholen. Doch viele Börsianer trauen der Lage noch nicht.

Dax, Kurse, Aktien, Börse, Frankfurt Quelle: dpa

FrankfurtAm gestrigen Handelstag sah es anfangs noch so aus, als schüttelten die Börsianer den jüngsten Inflationsschock aus den USA einfach ab und die Kurse schienen wieder durchzustarten. Doch am Nachmittag drehte sich die Stimmung und der Dax schloss am Ende des gestrigen Donnerstag bei 12 346 Punkten kaum verändert.

Heute dürfte das deutsche Börsenbarometer zum Handelsbeginn einen neuen Versuch Richtung Norden starten. Vorbörslichen Indikatoren zufolge notiert der Index rund 40 Punkte höher bei 12.388 Zählern.

Die Stimmung bei den Börsianern ist aber durchwachsen. Viel ist von Korrekturen die Rede. Noch immer gibt es für viele Investoren, trotz der anziehenden Volatilität, angesichts von Niedrigzinsen keine Alternative zu Aktien, obwohl die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihe mittlerweile wieder bei 2,9 Prozent und damit über der Inflationsrate von 2,1 Prozent liegt. So ganz trauen Börsianer der Lage aber nicht.

Gleichzeitig vermuten Marktteilnehmer, dass die steigenden Inflationsraten in den USA ein Vorgeschmack auf Preissteigerungen in anderen Teilen der Welt sein könnten und somit Notenbanken wie die Europäische Zentralbank ebenfalls eine striktere Geldpolitik einschlagen. Hinzu kommt, dass Investoren angesichts der wachsenden Weltwirtschaft ihr Kapital jenseits der USA anlegen. Hans Redeker, Chefdevisenstratege von Morgan Stanley, glaubt nicht, dass bald mit einer Trendwende zu rechnen ist. Er sieht einen „Bärenmarkt“ für den Dollar, also eine anhaltende Schwächephase, voraus.

Aus technischer Sicht ist der Dax noch nicht aus dem Schneider. Die wichtige 200-Tage-Linie bei 12 748 Punkten ist noch nicht erreicht. Erst wenn er darüberklettert, wird das in der charttechnischen Marktanalyse als Kaufsignal interpretiert.

Die Vorgaben aus Übersee: Die US-Börsen haben am Donnerstag ihren Aufwärtstrend fortgesetzt. „Wir sehen weiterhin eine Erholung von dem jüngsten Ausverkauf“, sagte ein Händler. Viele der Verkäufer hätten ihre Aktien bereits abgestoßen, und deshalb gebe es nun mehr Käufer und weniger Verkäufer am Markt, sagte ein Börsianer. Außerdem hätten die Börsen die Zinsängste abgeschüttelt.

Der Dow Jones schloss 1,2 Prozent höher auf 25.200 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 erhöhte sich um 1,2 Prozent auf 2731 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verbesserte sich um 1,6 Prozent auf 7256 Punkte.

An Japans Aktienmarkt hat die Aussicht auf eine weitere Amtszeit von Notenbank-Chef Haruhiko Kuroda für gute Stimmung gesorgt. In Tokio stieg der 225 Werte umfassende Nikkei-Index um 1,6 Prozent auf 21.815 Punkte. Kuroda wurde von der Regierung für eine weitere fünfjährige Amtsperiode nominiert. Einer seiner beiden Stellvertreter soll der Universitätsprofessor Masazumi Wakatabe werden, der als Vertreter aggressiver geldpolitischer Lockerungen gilt. Der MSCI-Index für Aktien aus der Region Asien/Pazifik mit Ausnahme Japans legte 0,5 Prozent zu.

Am heutigen Handelstag legen mehrere große Unternehmen Zahlen vor, unter anderem Renault, Allianz und Coca Cola. Bei Allianz erwarten Börsianer trotz Belastungen aus der schweren Wirbelsturm-Saison im Herbst für das vergangene Jahr eine Dividendenerhöhung auf 7,90 Euro. 2016 waren es noch 7,60 Euro je Anteilsschein gewesen.

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