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Dax-Ausblick Woche der Wahrheit

Für den Dax wird es eine aufregende Woche. Die Herabstufung der Bonität einiger Euro-Staaten drückt auf den Kurs. Die Bilanzen mehrerer amerikanischer Unternehmen und US-Konjunkturdaten könnten ihn hingegen anschieben.

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Das Börsenparkett in Frankfurt. Quelle: Reuters

Frankfurt, Düsseldorf Dem Dax steht eine Woche der Wahrheit bevor. In der Nacht von Freitag auf Samstag stufte die Ratingagentur S&P die Bewertung mehrerer europäischer Staaten herab. Vor allem über Frankreich senkten die Bonitätshüter den Daumen. Das Land verlor seine Bewertung als Top-Schuldner mit "AAA"-Rating. Aber auch acht andere Länder - darunter Portugal, Belgien, Spanien Italien und Österreich - waren betroffen.

Damit kehrt die europäische Schuldenkrise verschärft an die Märkte zurück. Bereits erste Spekulationen über die drohende Herabstufung Frankreichs hatten den Index am Freitag ins Minus gedrückt, an den Märkten herrschte Alarmstimmung. Welche Euro-Staaten darüber hinaus betroffen sein würden, blieb zunächst offen. Gerüchteweise sollten Spanien, Italien, Portugal und Belgien, eventuell auch Österreich zurückgestuft werden. S&P selbst hatte eine Stellungnahme abgelehnt.

Für den Dax könnten diese Hiobsbotschaften einen herben Rückschlag bedeuten. Dabei hatte das neue Jahr für den deutschen Leitindex gut begonnen. Die erfolgreichen Anleiheauktionen von Italien und Spanien hatten ihm gegen Ende der Woche weiter Auftrieb gegeben.

Doch es gibt auch gute Nachrichten für den Dax. Die langsam in Fahrt kommende Bilanzsaison in Amerika könnte nach Einschätzung von Börsianern den deutschen Aktienmarkt in der neuen Woche anschieben. Vor allem die Banken stehen im Fokus, die über ihre Geschäfte im vierten Quartal berichten.

„In den USA hat die Zuversicht zugenommen und ein positiver Ausblick könnte für neue Impulse sorgen“, sagt Aktienstratege Jörg Rahn von Marcard, Stein & Co. Auch die anstehenden Konjunkturdaten aus Amerika hätten das Potenzial, für eine Aufwärtsbewegung zu sorgen.

Andere Experten mahnen dagegen eher zur Vorsicht. „Während die Zahlenwerke kaum Hiobsbotschaften parat halten dürften, könnten die Ausblicke verhaltener ausfallen“, schreiben die Analysten der Landesbank Berlin in ihrem Marktausblick. Eine Korrektur am Aktienmarkt würde in der neuen Woche deshalb nicht überraschen. Am Freitag zogen die Aktien der großen US-Banken die Wall Street nach Handelsbeginn ins Minus. JPMorgan hatte einen deutlichen Gewinnrückgang bekanntgegeben und damit Sorgen um die Branche geschürt.

In der alten Woche hatten vor allem die erfolgreichen Emissionen von Anleihen aus Spanien und Italien den Anlegern in Europa eine kurze Verschnaufpause in der Schuldenkrise gegönnt. Der Dax legte trotz Verlusten am Freitag bis zum Nachmittag auf Wochensicht knapp ein Prozent zu.


Viele amerikanische Unternehmen legen ihre Zahlen vor

In der neuen Woche will die Troika aus Internationalem Währungsfonds (IWF), Europäischer Union (EU) und Europäischer Zentralbank (EZB) Gespräche in Athen über Hilfen für das gegen die Staatspleite kämpfende Griechenland führen. „Nur wenn eine schnelle Lösung für Griechenland gelingt, wird die aktuelle Entspannung anhalten“, prognostiziert Helaba-Analystin Claudia Windt. Zuletzt waren die Verhandlungen allerdings ins Stocken geraten.

Den Zahlenreigen der US-Banken setzen Citigroup und Wells Fargo am Dienstag fort. Es folgen Goldman Sachs (Mittwoch) sowie die Bank of America, Morgan Stanley und American Express (jeweils Donnerstag).

Auch die ersten Technologiekonzerne veröffentlichen ihre Ergebnisse, darunter Intel am Mittwoch sowie Google und Microsoft am Donnerstag. Die Börsenwoche beginnt an der Wall Street feiertagsbedingt allerdings erst am Dienstag.

Bei den deutschen Firmen ist der Terminkalender dagegen noch sehr dünn. Am Dienstag gibt Metro erste Einblicke in seine Einzelhandelsgeschäfte. Donnerstag wollen die Kupferhütte Aurubis und der Online-Reifenhändler Delticom ihre Gesamtjahreszahlen vorlegen.

Von den anstehenden US-Daten erhoffen sich Anleger eine Bestätigung des positiven Trends. Ihre Blicke richten sie vor allem auf die Konjunkturbarometer der Federal Reserve Banken von New York (Dienstag) und Philadelphia (Donnerstag). Von Reuters befragte Analysten sagten für beide einen Anstieg auf 11,75 beziehungsweise 11,7 Punkte voraus.

Die Stimmung der deutschen Börsenprofis spiegelt der ZEW-Index wider, der am Dienstag veröffentlicht werden soll. Hier rechnen Experten mit einer Verbesserung auf minus 49,5 Punkte von minus 53,8 Zählern im Vormonat.

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