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DAX-Bericht Der Rating-Schock bleibt aus

Die Herabstufung zahlreicher Euro-Staaten durch Standard & Poor’s erhitzt die Gemüter. An der Börse bleiben die Anleger allerdings besonnen. Ein Kurseinbruch im Dax ist zu Wochenbeginn nicht zu erwarten.

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Börsenhändler arbeiten in der Deutschen Börse in Frankfurt am Main. Quelle: dapd

Frankfurt Am deutschen Aktienmarkt gibt es zu Wochenbeginn nur ein dominantes Thema: die Herabstufung von neun Euro-Staaten durch Standard & Poor’s. Den Dax dürfte das zunächst weiter zurückwerfen. Indikationen des Londoner Brokers IG Markets sahen den Leitindex am Morgen bei  6.115 Punkten – 0,5 Prozent unter seinem Schlussstand der vergangenen Woche.

Am Freitag war der Dax zeitweise um mehr als ein Prozent abgerutscht, nachdem erste Gerüchte über die Herabstufung mehrere Euro-Staaten durchsickerten. Obwohl sich die Spekulationen bis zum Handelsschluss nahezu in Gewissheit gewandelt hatten, hatte der Dax einen Teil seiner Verluste allerdings wieder aufgeholt und bei 6,143 Punkten lediglich 0,6 Prozent schwächer geschlossen.

S&P hat seine Noten für neun Staaten der Euro-Zone zurückgenommen. Frankreich und Österreich zählen künftig nicht mehr zum Kreis der Staaten mit der Top-Bonitätsnote “AAA“. Wie Slowenien, die Slowakei  und Malta wurden sie um eine Stufe zurückgesetzt. Schärfer ging S&P mit Italien, Spanien, Portugal und Zypern ins Gericht, deren Rating um jeweils zwei Stufen gesenkt wurde.

Überraschend kam der Schritt von S&P nicht, da die Agentur Anfang Dezember die Noten sämtlicher Euro-Staaten mit Ausnahme von Griechenland auf den Prüfstand gestellt hatte. Auch die vergleichsweise milden Reaktionen am Aktienmarkt zeigen, dass nur wenige Anleger auf dem falschen Fuß erwischt wurden.

Nichtsdestotrotz ist die Stimmung an der Börse zunächst einmal belastet. Auch die schwachen Vorgaben aus Asien deuten auf Dax-Verluste zur Eröffnung hin. In Tokio gab der Nikkei-Index rund 1,5 Prozent nach, in Hongkong verlor der Hang-Seng-Index knapp ein Prozent.

An der Wall Street hatten sich die Anleger am Freitag von der drohenden Herabstufungswelle in Europa relativ unbeeindruckt gezeigt. Der Dow-Jones-Index war lediglich 0,4 Prozent schwächer aus dem Handel gegangen, der S&P 500 verlor 0,1 Prozentpunkte mehr.

Abseits des Rating-Themas steht zu Wochenbeginn kaum etwas auf den Merkzetteln der Börsianer. In den USA ist Feiertag, weswegen die Wall Street geschlossen bleibt und auch keine Konjunkturdaten aus den USA für Impulse sorgen können. In Deutschland werden am Morgen Daten zur Entwicklung der Großhandelspreise im Dezember und im Gesamtjahr 2011 veröffentlicht. Relevante Unternehmensdaten kommen lediglich aus der Schweiz, wo der Luxusgüterkonzern Richemont seine Zahlen für das dritte Quartal vorlegt.

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