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Dax Eine Kurs-Korrektur wäre gut

Der Absturz des Euro zeigt deutlich: Die Angst vor steigenden Renditen verunsichert US-Anleger – und dürfte auch den Dax bremsen.

Nicht mehr weit zur Parität: Der Euro notiert derzeit am tiefsten Stand seit mehr als zehn Jahren. Quelle: dpa

Der Absturz des Euro ist symptomatisch für die Lage an den Kapitalmärkten: Er spiegelt die Schwäche Europas wider und gleichzeitig die wachsenden Divergenzen in der Zinspolitik. Während es in Amerika immer mehr Anzeichen für eine Zinswende gibt, ist die in Europa nicht einmal am Horizont auszumachen. Mehr noch: Die hohen Erwartungen der EZB an die Wirtschaft könnten sogar zu einer Enttäuschung führen. Und damit zu einer Erweiterung der gerade gestarteten Anleihen-Kaufprogramme der EZB.

Mit gerade 1,07 Dollar notiert der Euro am tiefsten Stand seit mehr als zehn Jahren. Bis zur Parität ist es nicht mehr weit. Aus kurstechnischer Perspektive könnten es sogar bis zu 0,85 Dollar werden - also in etwa das Niveau, auf dem der Euro gestartet ist.

Wie die Dax-Konzerne ihre Anleger verwöhnen
Dax-Konzerne werden 2015 wohl einen Rekordwert von 30 Milliarden Euro an ihre Aktionäre ausschütten Quelle: AP
Die Allianz verwöhnte ihre Aktionäre bereits in diesem Jahr und wird 2015 wohl die höchste Dividendenrendite ausweisen. Der Konzern erhöht seine Ausschüttungsquote um fast 30 Prozent. Dass die Allianz so spendabel ist, liegt unter anderem am hohen Nettogewinn des Versicherungskonzerns: Dieser wird fürs laufende Jahr wohl 6,5 Milliarden Euro betragen (in den ersten neun Monaten verdiente die Allianz bereits fünf Milliarden Euro). Dividendenrendite: 4,7 ProzentDividende: 6,85 Euro pro Aktie Quelle: dpa
Der Rückversicherungskonzern Munich Re gehört ebenfalls zu den spendablen Dividendenzahlern. Der Konzern geht von einem Ergebnis von „leicht über drei Milliarden Euro“ aus. Vor allem weniger Belastungen durch Naturkatastrophen sorgten bei der Munich Re für einen Gewinnsprung im vergangenen Quartal. Dividendenrendite: 4,3 Prozent Dividende: 7,75 Euro pro Aktie Quelle: dpa
BASF Quelle: obs
Daimler Quelle: dpa
Die Zahlungen der Deutschen Telekom an die Anteilseigner sollen von 2015 bis 2018 im Schnitt jährlich um zehn Prozent wachsen. Die Dividendenprognose ist an das Wachstum des Free Cash Flow gekoppelt. Damit bleibt die Telekom eine der spendabelsten Dax-Konzerne. Dividendenrendite: 3,1 Prozent Dividende: 0,50 Euro pro Aktie Quelle: REUTERS
Die Deutsche Börse hat unter der Führung von Reto Francioni glänzende Jahre hinter sich. Der neue Chef Carsten Kengeter, ein früherer Investmentbanker, wird erst einmal zeigen müssen, ob er an Francionis Erfolg anknüpfen kann. Dividendenrendite: 3,0 Prozent Dividende: 2,10 Euro pro Aktie Quelle: dpa

Bei allem Wehklagen über die weiche Währung: Für die meisten deutschen Unternehmen ist sie eine Hilfe, mit der niemand gerechnet hat. Zusammen mit sehr niedrigen Energiepreisen (die Notierungen für Öl, Gas und Strom zeigen kontinuierlich nach unten) ist das derzeit die fundamentale Stütze für den deutschen Aktienmarkt. Davon profitieren besonders die in Dax- und MDax vertretenen Unternehmen mit ihren ausgedehnten internationalen Geschäftsanteilen.

Der Mix aus niedrigen Zinsen, günstiger Euro und billiger Energie wirkt derzeit stärker als die negativen Folgen der Russland-Krise. Kurz- und mittelfristig sollte sich an diesem Vorteil für die heimischen Märkte nichts ändern. Das ist auch der Grund, warum strategische Investoren wie Warren Buffett jetzt ausgerechnet deutsche und europäische Aktien entdeckt haben.

Gefahr aus Amerika

Eine Unsicherheit bleibt die Griechenland-Krise. Dennoch entwickelt sie sich aus der Sicht der Börse weiter wie bisher skizziert: Das Pokern um Reformen und Hilfszahlungen setzt sich fort, der Verbleib Griechenlands in der EU ist immer noch die wahrscheinlichste Lösung – auch wenn am Ende die Geberländer tiefer in die Tasche greifen müssen.

Die zehn wichtigsten Aktien-Regeln

Wenn es für die Aktienmärkte hierzulande eine Gefahr gibt, dann kommt die derzeit aus Amerika. Die wachsende Kritik an der Fed ist dabei der politische Rahmen. Der ist umso bedeutsamer, da die US-Wirtschaft weiterhin so robust ist und die Zinswende damit immer realistischer wird. Vor allem die Entwicklung am Arbeitsmarkt deutet darauf hin, dass Fed-Chefin Janet Yellen zu ihrem Wort stehen muss und früher oder später die Zinszügel anzieht.

Am Aktienmarkt sind die Folgen schon zu spüren. Beim jüngsten Rückschlag ist der Dow Jones sogar unter das Top vom Dezember gerutscht. Das ist ein klares Schwächezeichen. Nur noch drei Prozent Abstand hat der Dow von seiner steigenden 200-Tage-Linie. Das markiert zwar einen positiven Trendverlauf, ist aber weit vom überschäumenden Optimismus im Dax entfernt.

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Der Abstand zur 200er-Linie beträgt hier derzeit 17 Prozent.

Fazit für die Börsen: Der lange Aufwärtstrend im Dax ist intakt, eine Abwärtswende ist nicht in Sicht. An den US-Märkten jedoch sind Ermüdungserscheinungen zu erkennen, die den Dow in den nächsten Wochen in Richtung 17.200 bis 17.500 drücken könnten.

Das dürfte dann auch den Aufwärtsdrang im Dax dämpfen. Wegen der fundamental guten Lage sollten die Rücksetzer aber spätestens im Bereich 11.000 bis 10.500 wieder aufgefangen werden. Für den langfristigen Aufwärtstrend wäre eine solche Korrektur nicht einmal ein Nachteil.

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