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Dax-Jubiläum Ur-Dax schlägt Dax 30

Seit Juli 1988 gewann der regelmäßig aktualisierte Index 610 Prozent. Mit dem Ur-Dax hätten Anleger noch mehr verdient.

Eine schöne Sache: Der Dax feiert seinen 25. Geburtstag auf dem Gipfel. Quelle: dapd

Ein Geburtstag auf dem Gipfel ist immer eine befriedigende Sache: Inklusive Dividenden hat der Dax in den vergangenen 25 Jahren jährlich um 8,2 Prozent zugelegt, insgesamt hätte ein Anleger, der immer brav nach den Vorgaben der Deutsche Börse die Dax-Aktien gekauft und verkauft hätte, gut 610 Prozent plus auf dem Konto stehen. Doch trotz Notierungen nahe dem Allzeithoch verblasst der regelmäßig aktualisierte Dax neben einem verwandten Konstrukt: Mit dem Ur-Dax, den 30 Aktien, die am 1. Juli 1988 an den Start gingen, hätten Anleger fast doppelt so viel verdient. Knapp 1.190 Prozent plus, gleich 10,7 Prozent Rendite pro Jahr, hätte ein Anleger verbucht, der die Dax-Gründungsmitglieder stur gehalten und vergangene Woche verkauft hätte. Der Hauptgrund für die deutlich bessere Performance des Ur-Dax liegt in einer alten Börsenregel verborgen: "Hin und Her macht Taschen leer."

Erfolgreiche Industrie-Dax-Konzerne
Platz 10: SAP Quelle: dpa
Platz 9: Bayer Quelle: dpa
Platz 8: Deutsche Telekom Quelle: dapd
Top 7: Siemens Quelle: REUTERS
Top 5: RWE Quelle: REUTERS
Platz 5: E.On Quelle: dpa
Top 4: Daimler Quelle: REUTERS

Die Börse will im Dax immer die meistgehandelten Aktien mit dem höchsten Börsenwert haben. Dazu muss sie den Dax ein- bis zweimal im Jahr aktualisieren. Weit über 30-mal hat sie das getan. Aktien, deren Börsenwert stark gestiegen war, kamen in den Dax, zuletzt Lanxess, K+S oder Heidelcement. Dafür mussten Papiere weichen, deren Wert in der Zeit, die sie im Dax waren, wenig gestiegen oder sogar gefallen war - Tui, Metro oder Salzgitter. Gewinner machen also ihre Gewinne, bevor sie aufsteigen, Absteiger belasten den Dax mit Verlusten.

Dax Jubiläum: Ur-Dax schlägt Dax 30

Auch die 30 Dax-Gründungsmitglieder kamen natürlich nicht unbeschadet durch das letzte Vierteljahrhundert. Nur gut ein Drittel blieb unverändert, viele wurden aufgekauft, einige versanken in der Bedeutungslosigkeit.

Für die Berechnung des heutigen Werts des Ur-Dax wurde ein fiktives Vermögen von 100.000 Euro genau nach der ursprünglichen Gewichtung des Ur-Dax auf die einzelnen Aktien verteilt. Existiert die Aktie noch, wurde der Anfangsbetrag mit der Wertentwicklung der Aktie (inklusive Dividenden) fortgeschrieben. Nach Übernahmen wurde so lange wie möglich an der Entwicklung der ursprünglichen Aktie festgehalten. Falls ein Zwangsumtausch in eine andere Aktie stattfand, wurden danach deren Kurse herangezogen. Wurden Aktionäre ausgezahlt, legten sie den Geldbetrag in der Musterrechnung zu vier Prozent Zins an.

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Den größten Anteil am überragenden Anlageerfolg des Ur-Dax haben einige besonders stark gestiegene Aktien der ersten Stunde, die ein hohes Gewicht im Index hatten. BASF, Mannesmann (heute Vodafone) und Bayer trugen am stärksten bei. Sie glichen Totalausfälle wie bei Karstadt oder dem früheren Anlagenbauer Deutsche Babcock mehr als aus. Das meiste Geld verbrannten die Ur-Dax-Anleger sowieso mit einer anderen Aktie: der Commerzbank.

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