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Dax, MDax und SDax steigen nach Weihnachten deutlich Diese Kurstreiber sorgen für die Rekordhochs

Quelle: dpa

Historische Höchststände an den deutschen Aktienmärkten: Mitten im zweiten Lockdown klettern Dax, MDax und SDax deutlich. Was dahintersteckt.

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Kurz nach Weihnachten hat sich der deutsche Aktienmarkt auf breiter Front in Rekordlaune präsentiert: Dank des Brexit-Deals und des US-Corona-Hilfspakets erreichten am Montag sowohl der Leitindex Dax als auch der MDax der mittelgroßen Werte und der Nebenwerteindex SDax historische Höchststände.

Der Dax war bereits im frühen Handel auf bis zu 13 818,65 Punkte gestiegen und hatte damit die alte Bestmarke vom Februar übertrumpft. Zum Schlussgong stand noch ein Plus von 1,49 Prozent auf 13 790,29 Punkte zu Buche. Der MDax ging mit einem Gewinn von 0,80 Prozent auf 30 655,69 Punkte aus dem Handel, der SDax schloss um 0,65 Prozent fester bei 14 656,42 Zählern.

Auch der EuroStoxx 50 legte zum Start in die letzte Handelswoche des Jahres zu und die Wall Street setzte ihre Rekordjagd weiter fort.

Diese Entwicklungen sorgen für Auftrieb

Positive Nachrichten kamen aus Übersee und aus Brüssel beziehungsweise London: Kurz vor Ablauf der Brexit-Übergangsphase veröffentlichten Großbritannien und die Europäische Union ihren mühsam ausgehandelten Handelspakt für die Zeit danach. Damit steht eine langwierige Auseinandersetzung vor dem Ende. „Die EU und Großbritannien trennen sich friedlich. Beide Parteien wahren eine enge wirtschaftliche Partnerschaft“, schrieb Chefvolkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank. Entscheidend sei, dass das Abkommen Raum für zukünftige Regierungen lasse, das Handelsverhältnis zu intensivieren.

In den USA gab der amtierende Präsident Donald Trump seine jüngste Blockade auf und setzte ein 900 Milliarden US-Dollar schweres Corona-Konjunkturpaket nun doch in Kraft. Dieses soll finanziell strauchelnden Bürgern helfen, Impulse für die geplagte Wirtschaft geben und zusätzliche Mittel für Impfungen und den Kampf gegen das Coronavirus bereitstellen.

„Besser könnten Nachrichtenlage und Stimmung an der Börse zum Start in die kurze und letzte Handelswoche eines turbulenten Börsenjahres kaum sein“, sagte Marktanalyst Jochen Stanz vom Broker CMC Markets. Große Probleme seien in letzter Sekunde doch noch gelöst worden und auf dem Weg aus der Coronapandemie seien Wirtschaft und Gesellschaft mit dem Impfstart in Europa ein ganzes Stück vorangekommen.

Allgemein erweisen sich bereits seit Jahren die Billiggeldfluten der Notenbanken als wichtige Kurstreiber. Zuletzt hatte auch der Beginn von Impfungen gegen das Corona-Virus für gute Laune gesorgt.

An diesem Montag nun schwangen sich auch die Aktien von Delivery Hero zu neuen Rekordhöhen auf und lagen mit plus neun Prozent unangefochten an der Dax-Spitze. Wie erwartet genehmigte die koreanischen Kartellbehörde KFTC den Zusammenschluss mit dem dortigen Unternehmen Woowa Brothers zwar nur unter Auflagen. Die Behörde verlangt unter anderem den Verkauf der Südkorea-Tochter Yogiyo. Der Essensauslieferer fügt sich aber und erwartet den Abschluss des Woowa-Deals nun im ersten Quartal 2021, was bei Anlegern gut ankam.

Unter den Favoriten im MDax zogen die Anteilsscheine der Lufthansa um mehr als fünf Prozent an. Ihnen halfen der ersehnte Beginn der Corona-Impfungen und Äußerungen zu Kostensenkungen. Die Airline habe die Kosten in der Corona-Krise deutlich schneller gesenkt als geplant, sagte Vorstandschef Carsten Spohr der „Welt am Sonntag“.

Der Eurokurs notierte bei 1,2215 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am vergangenen Donnerstag auf 1,2193 Dollar festgesetzt.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von minus 0,60 Prozent am vergangenen Mittwoch auf minus 0,55 am Montag. Der Rentenindex Rex fiel um 0,21 Prozent auf 145,98 Punkte. Der Bund-Future gab um 0,02 Prozent auf 177,33 Punkte nach.

Mehr zum Thema: Im Anlagejahr 2021 müssen Anlegerinnen und Anleger zwangsläufig ins Risiko, um eine positive Rendite erzielen zu können. Die Hoffnung auf immerwährende Hilfen der Notenbanken wird noch einmal stützen.

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